FAQ

Unterscheiden sich die projizierten Änderungen des Klimas von Region zu Region?

Das Klima ist von Region zu Region unterschiedlich. Dies ist bedingt durch die ungleichmäßige Verteilung der Sonneneinstrahlung auf der Erde und die damit verbundenen verschiedenen Rückwirkungen von Atmosphäre, Ozeanen und Landoberflächen und die Wechselwirkungen zwischen diesen. Weiterhin spielen die physikalischen Eigenschaften der Regionen eine wichtige Rolle.

Die Eingriffe in die Zusammensetzung der atmosphärischen Bestandteile, die zu weltweiten Veränderungen führen, betreffen bestimmte Aspekte dieser komplexen Wechselwirkungen. Einige menschlich verursachte Faktoren, die das Klima beeinflussen (sogenannte „forcings“ - Antriebe), sind globaler Art, während andere sich von einer Region zur anderen unterscheiden. Kohlendioxid beispielsweise, das eine Erwärmung verursacht, ist weltweit gleichmäßig verteilt, unabhängig davon, wo die Emissionen verursacht werden, während Sulfataerosole (kleine Partikel), die einen Teil der Erwärmung ausgleichen, eher regional verteilt sind. Zudem wird die Reaktion auf solche Antriebe teilweise von Rückkopplungsprozessen bestimmt, die in anderen Regionen eine Bedeutung haben können, als in denen, wo der Antrieb am stärksten ist. Die Projektionen zukünftiger Änderungen des Klimas unterscheiden sich also von Region zu Region.

Die geografische Breite ist ein guter Ausgangspunkt, um zu untersuchen, wie Änderungen des Klimas eine Region beeinflussen. Während man beispielsweise überall auf der Erde eine Erwärmung erwartet, steigt im Allgemeinen das Ausmaß der projizierten Erwärmung von den Tropen zu den Polen in der Nordhemisphäre. Niederschlag ist weitaus komplexer, zeigt aber auch einige breitenabhängige Eigenschaften. Bei den an die Polargebiete angrenzenden Breiten projiziert man eine Zunahme des Niederschlags, während für viele an die Tropen grenzende Gebiete Abnahmen projiziert werden (siehe Abb. 1). Eine Zunahme des tropischen Niederschlags wird für Regenzeiten (z.B. Monsune) und besonders über dem tropischen Pazifik projiziert.

Abbildung 1: Für blaue und grüne Gebiete auf der Karte werden Niederschlagszunahmen am Ende des Jahrhunderts projiziert, für gelbe und rosafarbene Gebiete werden Abnahmen projiziert. Der obere Teil zeigt Multimodell-Mittel-Projektionen (A1B-SRES-Szenario) für den Zeitraum Dezember, Januar und Februar, während der untere Teil Multimodell-Mittel Projektionen für den Zeitraum Juni, Juli und August zeigt. (Quelle: IPCC 2007, FAQ 11.1, Fig. 1, S. 865).


Die Lage in Bezug auf Ozeane und Bergketten ist ebenfalls ein wichtiger Faktor. Im Allgemeinen projiziert man, dass das Innere der Kontinente sich stärker erwärmt als die Küstengebiete. Rückwirkungen auf den Niederschlag sind nicht nur in Bezug auf die kontinentale Geometrie besonders empfindlich, sondern auch auf die Form naher Bergketten und die Strömungsrichtung des Windes. Monsune, extratropische Zyklone und Hurrikane/Taifune werden alle in unterschiedlicher Weise durch solche charakteristischen Gebietseigenschaften beeinflusst.

Einige der schwierigsten Aspekte für das Verstehen und die Projektionen zukünftiger Änderungen des regionalen Klimas beziehen sich auf mögliche Veränderungen der Zirkulation von Atmosphäre und Ozeanen sowie deren Variabilitätsmuster. Obwohl in einigen Fällen allgemeine Aussagen gemacht werden können, die eine Vielzahl von Gebieten mit qualitativ ähnlichem Klima abdecken, ist fast jede Region auf die eine oder andere Weise ganz besonders. Dies gilt für die das subtropische Mittelmeer umgebenden Küstengebiete genauso wie für das extreme Wetter im Inneren Nordamerikas, das vom Feuchtigkeitstransport vom Golf von Mexiko abhängig ist, oder für die Wechselwirkungen zwischen der Pflanzenweltverteilung, den Meerestemperaturen und der atmosphärischen Zirkulation, die die südliche Grenze der Sahara beeinflussen.

Während die Entwicklung eines Verständnisses des richtigen Gleichgewichts von weltweiten und regionalen Faktoren eine Herausforderung bleibt, wächst das Wissen über diese Faktoren ständig und erhöht unser Vertrauen in regionale Projektionen.

 

Quelle:
IPCC, 2007: Climate Change 2007: The Physical Science Basis. Contribution of Working Group I to the Fourth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change [Solomon, S., D. Qin, M. Manning, Z. Chen, M. Marquis, K.B. Averyt, M. Tignor and H.L. Miller (eds.)]. Cambridge University Press, Cambridge, United Kingdom and New York, NY, USA, S. 865, FAQ 11.1.

Zurück

© 2017 DKK - alle Rechte vorbehalten