Klimaforschung (D)

Klimaforschung in Deutschland - ein Überblick

Die Klimaforschungslandschaft in Deutschland stellt sich als ein vielfältiges, teilweise stark gegliedertes Bild dar, an dem zahlreiche Akteure beteiligt sind: Bundesbehörden, Bundesländer, die Einrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft, der Leibniz-Gesellschaft und der Max-Planck-Gesellschaft, Universitäten, Verbundeinrichtungen sowie Unternehmen. Sie alle leisten ihren Beitrag für die Klimaforschung.

Ziele der Aktivitäten sind

  • Daten über das Klima gewinnen und Beobachtung der Klimaentwicklung
  • Modellierung des Klimas sowie die Entwicklung von Prognosen und Vorhersagen
  • Bewertung der Ergebnisse von Klimadiagnosen und Klimaprognosen sowie deren Begutachtung - auch interdisziplinär
  • kompetente Beratung der Nutzer aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft
  • Aufbau einer weltweiten Klimakompetenz - „Capacity Building“.

Die an klimatologischen Fragenstellungen orientierten Einrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft, der Leibniz-Gesellschaft und der Helmholtz-Gemeinschaft sowie einige universitäre Institutionen, das Deutsche Klimarechenzentrum und der Deutsche Wetterdienst bilden neben anderen Mitgliedern das Deutsche Klima-Konsortium e. V. (DKK).


Gewinnung von Klimadaten und Beobachtung der Klimaentwicklung

An der Gewinnung von Klimadaten und der Beobachtung der Klimaentwicklung haben neben verschiedenen (Versicherungs-)Unternehmen besonders der Deutsche Wetterdienst (DWD) und die meisten Mitglieder der Helmholtz-Gemeinschaft einen großen Anteil.

DWD mit dem NKDZ, CDC, WZN, GCC und anderen Einrichtungen
Helmholtz-Gemeinschaft mit HZG, AWI, UFT, KIT und anderen

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Klima modellieren, projizieren und vorhersagen

Mit der Klimamodellierung beschäftigen sich vornehmlich die Organisationen der Max-Planck-Gesellschaft (wie das MPI-M), der Leibniz-Gesellschaft (wie das PIK) und der Helmholtz-Gemeinschaft sowie verschiedene Verbundeinrichtungen (wie DKRZ, ZMAW, CLM-Community) und etliche universitäre Institute.

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Kompetente Beratung

Zur Beratungstätigkeit tragen vor allem die Behörden und Programme vieler Bundesländer, Bundesbehörden wie der DWD (z.B. regionale Klimabüros) und das UBA sowie das CSC und die regionalen Klimabüros der Helmholtz-Gemeinschaft bei.

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Bewertung und Begutachtung von Klimadiagnosen und -prognosen

Klimadaten und –modellergebnisse bewerten und begutachten schließlich fast alle der genannten institutionellen Bereiche. Lediglich die Einrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft treten aufgrund ihrer Ausrichtung auf die Grundlagenforschung hinter dieser Aufgabe etwas zurück.

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Capacity Building - Aufbau weltweiter Klimakompetenz

Um eine internationale Grundlage für den Aufbau weltweiter Klimakompetenz zu schaffen, beschloss die Weltklimakonferenz 3 (WCC-3) im September 2009 den Aufbau eines globalen Rahmenwerks für Klimadienstleistungen (Global Framework for Climate Services, GFCS). Klimadienstleistungen erfordern gut funktionierende Beobachtungssysteme, eine lokale Klimaforschung und die Fähigkeit, Klimamodelle für spezielle Anwendungen zu entwickeln. Ein weiteres wichtiges Element ist die Kommunikation mit den Nutzern, um kundenorientierte Klimadienste anbieten zu können.

Viele Länder haben Bedarf an solchen modernen Klimaservices. Dazu zählen Entwicklungsländer, vor allem in Afrika, aber auch Schwellenländer in Asien, in Süd-Amerika und in Ost- Europa. Für das Capacity Building, also den Aufbau dieser Fähigkeit, bringen viele Institutionen der deutschen Klimaforschung als Berater wertvolle Erfahrungen mit. Sie reichen von der technischen Infrastruktur bis zur wirkungsvollen Klima- und Umweltberatung.

Der erste Schritt umfasst dabei den Aufbau eines funktionierenden meteorologischen Beobachtungssystems, des zugehörigen Datenmanagements und die Unterstützung beim Betrieb. In einem zweiten Schritt folgt dann der Klimadienst, vor allem eine langfristige Archivierung der Wetter- und Klimadaten sowie die Klimadiagnose.

Heute rückt im Zeichen des Klimawandels die Frage nach Klimainformationen in den Mittelpunkt, die für die Anpassung an ein zukünftiges Klima wichtig sind. Für den nationalen Blick auf Deutschland besteht seit 2008 das Deutschen Klima-Konsortium e. V. (DKK), dessen Forschungsnetzwerk Lösungsansätze entwickelt. Doch der Klimawandel trifft die gesamte Welt, und gerade vielen Entwicklungsländern drohen massive Folgen. Diesen Ländern muss Hilfe angeboten werden. Dabei sind solche Kooperationen durchaus von gegenseitigem Nutzen, zum Beispiel in der Landwirtschaft oder Stadtplanung.

Besonders die Megacities der Entwicklungsländer stehen vor enormen Herausforderungen. Sie müssen bereits heute ihre Stadtplanung so ausrichten, dass diese eine zukünftige Temperaturerhöhung durch den zu erwartenden Klimawandel abfedern kann. In der Landwirtschaft können verbesserte Wetter- und Jahreszeiten- Vorhersagen den Einsatz der Ressourcen optimieren. Mit Klimaprojektionen können die Klimaexperten zudem helfen, rechtzeitig Optionen für den Anbau alternativer landwirtschaftlicher Produkte zu untersuchen und entsprechend umzusteuern. So können sie auch einen Beitrag zur Bekämpfung des Hungers leisten.

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