A - C

KlimaGlossar des DKK - Begriffe A bis C

Anpassung an die Folgen des Klimawandels (engl.: adaptation)

Prozess der Umstellung und Ausrichtung von natürlichen und gesellschaftlichen Systemen auf die tatsächlichen oder zu erwartenden Auswirkungen und Folgen des Klimawandels für Natur und Menschen zu verringern.

Quellen:

https://climate.nasa.gov/solutions/adaptation-mitigation/

http://know.climateofconcern.org/index.php?option=com_content&task=article&id=142


AWG-KP

Ad Hoc Working Group on Further Commitments for Annex I Parties under the Kyoto Protocol
Arbeitsgruppe unter dem Kyoto-Protokoll für Vertragsparteien des Anhangs I (Industrieländer)

Die AWG-KP wurde 2005 von den Vertragsstaaten des Kyoto-Protokolls gegründet. In der AWG KP werden die Emissionsminderungsverpflichtungen von Kyoto-Industrieländern (die USA gehört nicht dazu) nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls 2012 verhandelt. Auf Bali wurde der vom IPCC vorgeschlagene Minderungskorridor für Industriestaaten von 25 bis 40 % bis 2020 gegenüber 1990 als Basis für weitere Überlegungen festgehalten.

Weitere Informationen (UNFCCC)

Quelle:

http://www.bmub.bund.de/themen/klima-energie/klimaschutz/internationale-klimapolitik/glossar/


AWG-LCA

Ad Hoc Working Group on Long-term Cooperative Action under the Convention
Ad-hoc-Arbeitsgruppe unter der (Klimarahmen-)Konvention

In der AWG-LCA verhandeln die Staaten über die Emissionsminderungsbeiträge der Nicht-Kyoto-Industriestaaten (inklusive USA), sowie über die Beiträge der Entwicklungsländer in einem künftigen Klimaschutzregime. Weitere Verhandlungsthemen sind die Anpassung an den Klimawandel, Technologien zur Minderung von Treibhausgasemissionen und zur Anpassung an den Klimawandel sowie die Verminderung von Emissionen aus der Entwaldung und die Finanzierung des internationalen Klimaschutzes. Die Gruppe wurde 2007 auf Bali eingerichtet. In Kopenhagen wurde das Mandat der Gruppe 2009 um ein Jahr verlängert.

Weitere Informationen (UNFCCC)

Quelle:

http://www.bmub.bund.de/themen/klima-energie/klimaschutz/internationale-klimapolitik/glossar/#c1401


Bali Roadmap

Die Bali Roadmap setzt sich aus dem Bali Action Plan (Aktionsplan von Bali) und einer Reihe weiterer Entscheidungen zusammen.

Die 2007 auf Bali stattfindende Klimaschutzkonferenz (COP 13 ) endete mit der Verabschiedung des Bali Action Plan.

Mit dem Aktionsplan beschlossen die Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention, über die Themen "konkrete Verpflichtungen" sowie "Beiträge aller Staaten zur Minderung von Emissionen, Anpassung, Technologie und Finanzierung" bis und nach 2012 zu verhandeln. Diese Verhandlungen sollten 2009 in Kopenhagen (COP 15) enden, ebenso die bereits vor zwei Jahren begonnenen Verhandlungen der Vertragsstaaten des Kyoto-Protokolls.

Der Bali Action Plan bildet mit einer Reihe weiterer Entscheidungen – zusammen die 'Bali Roadmap' – eine Verhandlungsgrundlage für ein internationales Klimaschutzregime für die Zeit nach 2012. Die Verhandlungen finden in zwei parallelen Strängen statt: einer unter der Klimarahmenkonvention und einer unter dem Kyoto-Protokoll. Über das gemeinsame Enddatum (ursprünglich 2009) sind die Verhandlungen miteinander verknüpft.

Im Rahmen der Verhandlungen über die künftigen Verpflichtungen für Industriestaaten unter dem Kyoto-Protokoll konnte für Industrieländer ein indikativer Minderungskorridor festgelegt werden: Erwogen wurde eine Emissionsminderung von 25 bis 40% bis zum Jahr 2020 gegenüber dem Jahr 1990. Damit wurde das Anspruchsniveau für die Verhandlungen definiert.

Im Bali Action Plan, der sich an alle Vertragsstaaten der Konvention richtet, wurde festgelegt, dass die Anforderungen an alle Industriestaaten vergleichbar sein sollen. Alle Industrie- und Entwicklungsländer einigten sich darauf, den Klimawandel gemeinsam und deutlich stärker bekämpfen zu wollen als bisher. Dabei hatten sich erstmals auch die Entwicklungsländer bereit erklärt, in Zukunft messbare, berichtspflichtige und überprüfbare eigene Klimaschutzmaßnahmen ergreifen zu wollen, die durch Technologiekooperation, Finanzierung und Kapazitätsaufbau unterstützt werden sollen.

Dokumente: Deutsche Fassung (PDF) / Englische Fassung (PDF)

Quelle:

http://www.bmub.bund.de/themen/klima-energie/klimaschutz/internationale-klimapolitik/glossar/#c14012


Biodiversität

Die Biodiversität umfasst die Vielfalt der Ökosysteme, die Vielfalt der Arten sowie die genetische Vielfalt innerhalb einer Art.

Quelle:

https://www.umweltbundesamt.de/das-uba/was-wir-tun/forschen/umwelt-beobachten/biodiversitaet#textpart-1


CCS

Carbon Capture and Storage
CO2-Abscheidung und -Speicherung

CCS beschreibt ein technologisches Verfahren, bei dem das durch Verbrennen fossiler Brennstoffe freiwerdende CO2 vom Abgasstrom isoliert, verflüssigt und unterirdisch gelagert und somit nicht in die Atmosphäre emittiert wird. Als Lagerstätte kommen ausgeschöpfte Erdgas-/Erdölfelder, saline Aquifere oder der Meeresuntergrund in Frage.

Quelle:

https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/gewaesser/grundwasser/nutzung-belastungen/carbon-capture-storage#textpart-1


CDM

Clean Development Mechanism
Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung

Der CDM ist eines der im Kyoto-Protokoll festgelegten Instrumente. Er ermöglicht Industrie- und Entwicklungsländern gemeinsam Klimaschutzprojekte in den Entwicklungsländern durchzuführen. Das Projekt (z. B. die Errichtung einer Windenergieanlage) wird dabei vom Industrieland finanziert. Für die hierdurch im Entwicklungsland vermiedenen Emissionen erhält das Industrieland certified emission reduction (CER Emissionszertifikate) credits. Dabei entspricht jedes CER einer Tonne CO2. Die CERs können gehandelt und verkauft werden und werden von den Industrieländern genutzt, um einen Teil ihrer Emissionsreduktionsziele unter dem Kyoto-Protokoll zu erfüllen.

CDM ist die wichtigste Finanzierungsquelle des UNFCCC Anpassungsfonds, der Anpassungsprojekte und -programme in Entiklungsländern des Kyoto-Protokolls finanziert.

Weitere Informationen (UNFCCC)

Quellen:

http://www.bmub.bund.de/themen/klima-energie/klimaschutz/internationale-klimapolitik/glossar/#c14012

http://unfccc.int


CER

Certified Emission Reduction
Zertifizierte Emissionsreduktionen

CER sind Zertifikate, die von Organen der UN-Klimarahmenkonvention und des Kyoto-Protokolls ab 2008 für die erfolgreiche Ausführung von Klimaschutzprojekten des so genannten Clean Development Mechanism (CDM) ausgegeben werden. CER können auf die Reduktionsverpflichtung des Projekt ausführenden Staates oder Unternehmens angerechnet oder auch am Markt gehandelt werden kann.

Weitere Informationen (Deutsche Emissionshandelsstelle)

Quelle:

http://www.umweltbundesamt.de/daten/klimawandel/internationale-marktmechanismen


CLIM

Directorate-General Climate Action (CLIM)
Generaldirektion Klimapolitik der Europäischen Kommission

Die Europäische Kommission hat im Februar 2010 die Einrichtung zwei neuer Generaldirektionen beschlossen: GD Klimapolitik (CLIM) und GD Energie (ENER).

In der GD Klimapolitik werden die entsprechenden Aktivitäten der GD Umwelt, die Aktivitäten der GD Außenbeziehungen, die die internationalen Verhandlungen über den Klimawandel betreffen, sowie bestimmte klimabezogene Tätigkeiten der GD Unternehmen und Industrie zusammengeführt.

In der GD Energie werden die Dienststellen der früheren GD Verkehr und Energie zusammengeführt, die sich mit Energiefragen befassen.

Dokument: Mitteilung der EU-Kommission zu zwei neuen Generaldirektionen 2010 (PDF)

Quelle:

https://www.eea.europa.eu/data-and-maps/data-providers-and-partners/directorate-general-for-climate-action


Climate Engineering

Geoengineering

Dies beschreibt technische und technologische Eingriffe in die natürlichen Stoff-, Wasser- und Energiekreisläufe der Erde. Konkret geht es hier um Eingriffe in das Klimasystem mit dem Ziel, die Erderwärmung zu mindern. Viel diskutiertes Beispiel sind hierbei CCS (Carbon Capture and Storage) und BECCS (Bio Energy with Carbon Capture and Storage). Beide Verfahren gehören zu den Strategien des CDR (Carbon Dioxide Removal), die das Treibhausgas Kohlendioxid künstlich der Atmosphäre entziehen und langfristig speichern wollen. Ein anderer Ansatz ist SRM (Solar Radiation Management). In diesem Fall wird durch das Ausbringen von Partikeln in die Atmosphäre die Sonneneinstrahlung gemindert; es wird quasi ein künstlicher Sonnenschirm global aufgespannt. Zu beiden Ansätzen existieren bisher nur Laborversuche oder vereinzelte Pilotprojekte.

Quellen:

http://www.spp-climate-engineering.de/

http://www.iass-potsdam.de/de/content/climate-engineering


CO2-Äquivalente

Kohlendioxid (CO2) ist ein Gas, das zum natürlichen und anthropogenen Treibhauseffekt beiträgt. Es ist mit einem Anteil von >50% das häufigste anthropogene Treibhausgas auf der Erde. Die Wirksamkeit von Treibhausgasen auf den Treibhauseffekt wird im Vergleich mit der Treibhauswirksamkeit von CO2 angegeben und als „Kohlendioxidäquivalent“(= CO2-Äquivalent) ausgewiesen. Oder anderes gesagt: Eine Tonne CO2-Äquivalent ist eine metrische Tonne CO2 oder eine bestimmte Menge eines anderen Treibhausgases mit einem äquivalenten Erderwärmungspotenzial.

Quelle:

http://www.climatechange2013.org/images/report/WG1AR5_SummaryVolume_FINAL.pdf  (PDF)


CMP

Conference of the Parties serving as the meeting of the Parties to the Kyoto Protocol (CMP)
Konferenz der Vertragsstaaten des Kyoto-Protokolls

Bei einer CMP-Konferenz treffen sich die Vertreter aller Vertragsstaaten des Kyoto-Protokolls. Außerdem haben auch Staaten, die das Kyoto-Protokoll nicht unterzeichnet haben, die Möglichkeit den Sitzungen als Beobachter – ohne Stimmrecht - beizuwohnen.
Das Gremium hat die Aufgabe, die Implementierung der Vereinbarungen durch die Staaten zu diskutieren und gestaltet diese effektiver.
Das erste Meeting fand 2005 in Kanada statt und seitdem werden die Treffen im selben Turnus wie die UN-Klimakonferenzen (COP - Conference of the Parties) abgehalten.

Quelle:

http://unfccc.int/bodies/body/6397.php


COP

Conference of the Parties
Konferenz der Vertragsparteien / Vertragsstaatenkonferenz

Artikel 7 der Klimarahmenkonvention beschließt die Einsetzung einer 'Konferenz der Vertragsparteien' als feste Institution und oberstes Gremium des Übereinkommens. Die COP ist für die Beschlussfassung zur wirksamen Umsetzung des Abkommens zuständig. Die ordentlichen Tagungen der COP finden einmal jährlich statt.

COP 1 - 1995 Berlin, Deutschland
Meilenstein:  Berliner Mandat (PDF)

COP 2 - 1996 Genf, Schweiz

COP 3 - 1997 Kyoto, Japan
Meilenstein: Kyoto-Protokoll

COP 4 - 1998 Buenos Aires, Argentinien

COP 5 - 1999 Bonn, Deutschland

COP 6 - 2000 Den Haag, Niederlande

Fortsetzung COP 6 - 2001 Bonn, Deutschland
Meilenstein: Bonner Beschluss (Hintergrundpapier zum Bonner Beschluss, PDF)

COP 7 - 2001 Marrakesch, Marokko

COP 8- 2002 Neu Delhi, Indien
Meilenstein: Deklaration von Delhi (PDF)

COP 9 - 2003 Milan, Italien

COP 10 - 2004 Buenos Aires, Argentinien

COP 11 - 2005 Montréal, Kanada

COP 12 - 2006 Nairobi, Kenia

COP 13 - 2007 Bali, Indonesien
Abschluss mit dem Bali Roadmap mit Bali Aktionsplan

COP 14 - 2008 Posen, Polen

COP 15 - 2009 Kopenhagen, Dänemark
Abschluss mit dem Copenhagen Accord

COP 16 - 2010 Cancún, Mexiko

COP 17 - 2011 Durban, Südafrika

COP 18 - 2012 Doha, Katar

COP 19 - 2013 Warschau, Polen

COP 20 - 2014 Lima, Peru

COP 21 - 2015 Paris, Frankreich

COP 22 - 2016 Marrakesch, Marokko

COP 23 - 2017 Bonn, Deutschland

Die vollständige Dokumentation der COPs bietet die Internetseite des UNFCCC an.

Dokument: Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (PDF)

Weitere Informationen (UNFCCC)


Copenhagen Accord

Kopenhagen Vereinbarung

Die Klimakonferenz 2009 in Kopenhagen (COP 15) erzielte nicht das erhoffte rechtlich verbindliche Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls. COP 15 wurde mit einer Erklärung, dem Copenhagen Accord, abgeschlossen.

Der Copenhagen Accord (CA) bildet einen wichtigen Baustein für die weiteren Verhandlungen:

§  Im CA haben die beteiligten Staaten erstmals auf globaler Ebene das Ziel anerkannt, den weltweiten Temperaturanstieg auf maximal 2 Grad Celsius zu begrenzen.

§  Die Industrieländer haben auf Grundlage des CA bis zum 31.1.2010 quantifizierte und landesweite Emissionsreduktionsziele für das Jahr 2020 vorgelegt.

§  Die Entwicklungsländer benannten bis zum gleichen Zeitpunkt "national angemessene Emissionsminderungsmaßnahmen".

§  Entwicklungsländer sollen eine Finanzierung zur Umsetzung notwendiger Maßnahmen erhalten. Für den Zeitraum 2010 - 2012 soll die Finanzierung 30 Mrd. US-Dollar betragen. Bis zum Jahr 2020 soll sie auf 100 Mrd. US-Dollar jährlich erhöht werden.

§  140 Parteien haben bis zum November 2010 dem Copenhagen Accord zugestimmt.

 

Dokumente:

Kopenhagen-Vereinbarung, 18.12.2009 (PDF)

Copenhagen Accord, 18.12.2009 (PDF)


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