International

Klimapolitik im internationalen Kontext


1972
United Nations Conference on the Human Environment (UNCHE ) in StockholmGründung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP


1979
Erste Weltklimakonferenz in Genf (WCC1) der Weltorganisation für Meteorologie (WMO). Daraus entstanden sind das Weltklimaprogramm (WCP) und das Weltklimaforschungsprogramm (WCRP).


1987
Beschluss des Montreal Protokolls:
Verpflichtung zur Reduzierung und anschließender Abschaffung von Ozonschicht-zerstörenden Emissionen


1988
Gründung des Intergovenmental Panel on Climate Change (IPCC)


1989
Inkrafttreten des Montreal Protokolls


1990
Zweite Weltklimakonferenz (WCC2) der WMO in Genf
Erster Sachstandsbericht (PDF) des IPCC (FAR)


1992
UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung (UNCED), Rio de Janeiro
Unterzeichnung der Klimarahmenkonvention (PDF) der Vereinten Nationen (UNFCCC)


1994
Inkrafttreten des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderung


1995
1. Vertragsstaatenkonferenz (COP 1) der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) in Berlin
Die Vertragsstaatenkonferenz findet ab jetzt jährlich statt.
Zweiter Sachstandsbericht (PDF) des IPCC (SAR)


1997
3. Vertragsstaatenkonferenz in Kyoto (COP3)
Verabschiedung des Kyoto-Protokolls (PDF)


2001
Dritter Sachstandsbericht (PDF) des IPCC (TAR)


2005
Kyoto-Protokoll tritt in Kraft
Erste Verpflichtungsperiode 2008 – 2012


2007
13. Vertragsstaatenkonferenz in Bali (COP 13)
Beschluss der Bali-Roadmap (PDF)
Vierter Sachstandsbericht (PDF) des IPCC (AR4)


2008
Die Regierungschefs der G8-Staaten verständigen sich bei ihrem Gipfeltreffen in Japan auf das Ziel der Halbierung des globalen Kohlendioxidausstoßes bis zum Jahre 2050. Die Beschlüsse der G8 sind rechtlich nicht verbindlich, entfalten aber eine politische Bindewirkung.


2009
Dritte Weltklimakonferenz der WMO (WCC-3) in Genf
15. Vertragsstaatenkonferenz in Kopenhagen, Dänemark (COP 15)

Die Klimakonferenz 2009 (COP 15) in Kopenhagen schloss mit einer völkerrechtlich unverbindlichen Erklärung, dem Copenhagen Accord (PDF)  ab. Sie erzielte nicht das erhoffte Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls. Im Copenhagen Accord sind die beteiligten Länder darüber übereingekommen, dass:

  • der Temperaturanstieg global unter 2 Grad Celsius begrenzt werden soll, und dass dafür die Treibhausgasemissionen erheblich gesenkt werden müssen. Weiterhin einigten sich die Länder darauf, dass diese Reduzierung der Treibhausgase notwendig ist und schnellstmöglich umgesetzt werden soll.
  • sich alle Länder der Herausforderung der Anpassung an den Klimawandel stellen müssen. Die Industrieländer sind sich einig darüber, dass sie die Entwicklungsländer finanziell, technisch und beratend unterstützen müssen, um deren Anpassung an den Klimawandel möglich zu machen.
  • die Industrieländer bis zum 31. Januar 2010 quantifizierte und landesweite Emissionsreduktionsziele für 2020 vorlegen und umsetzen. Die Entwicklungsländer sagen bis zum gleichen Zeitpunkt zu, "national angemessene Emissionsminderungsmaßnahmen" zu benennen und umzusetzen. Inselstaaten sowie die am wenigsten entwickelten Länder können freiwillig Maßnahmen zur Reduzierung der Emissionen treffen.
  • sie die Bedeutung der Verringerung von Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung anerkennen sowie die Notwendigkeit sehen, einen Mechanismus (REDD+) einzurichten.
  • die Entwicklungsländer bei Fortschritt und Transparenz eine angemessene Finanzierung zur Umsetzung notwendiger Maßnahmen erhalten. Für den Zeitraum 2010 - 2012 soll die Finanzierung 30 Mrd. US-Dollar betragen. Bis zum Jahr 2020 soll sie auf 100 Mrd. US-Dollar jährlich erhöht werden.

140 Parteien haben bis zum November 2010 dem Copenhagen Accord zugestimmt. Auf der Grundlage des Copenhagen Accord haben die einzelnen Länder ihre nationalen Emissionsziele an das UNFCCC Sekretariat gemeldet.


2010
16. Vertragsstaatenkonferenz (COP 16) in Cancún, Mexiko

Festlegung von Zielen und Rahmenbedingungen für ein post-Kyoto-Abkommen, die in der 17. Vertragsstaatenkonferenz 2011 in Durban, Südafrika, in einen internationalen Klimavertrag für eine nachfolgende Verpflichtungsperiode münden sollen.

Cancún Vereinbarung unter der Klimarahmenkonvention (PDF)
Ergebnis der Arbeitsgruppe unter dem Kyoto-Protokoll (PDF)

Erstmals offizielle Anerkennung des 2-Grad-Ziels durch die Staatengemeinschaft.


2011
Zweiter Petersberger Klimadialog, Bonn
17. Vertragsstaatenkonferenz (COP 17) in Durban, Südafrika

Bis 2015 soll ein neues verbindliches Klimaabkommen beschlossen werden und 2020 in Kraft treten. Das neue Abkommen soll für alle Staaten gelten.
Es wird außerdem beschlossen, dass das Kyoto-Protokoll 2013 in einem zweiten Verpflichtungszeitraum bis 2020 fortgeführt wird.
Der Green Climate Fund (GCF) soll 2012 arbeitsfähig gemacht werden. Seine Finanzierung ist jedoch noch unsicher.

IPCC-Sonderbericht Erneuerbare Energiequellen und Klimawandel (SRREN) (PDF).

IPCC-Sonderbericht Risikomanagement von Extremereignissen und Desastern zur Anpassung an den Klimawandel (SREX) (PDF).
Kernaussagen des SREX-Berichtes (PDF). 


2012
Dritter Petersberger Klimadialog, Bonn

Im November veröffentlicht die Weltbank die vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung erstellte Studie „Turn Down the Heat – Why a 4°C Warmer World Must be Avoided“ (PDF).

Der im November veröffentlichte „Emissions Gap Report 2012“ (PDF) des United Nations Environment Programm (UNEP) zeigt, dass die Lücke zwischen den (zur Erreichung des 2°C Ziels) zulässigen Emissionen und den tatsächlichen Emissionen größer wird.

18. Vertragsstaatenkonferenz (COP 18) in Doha, Katar

Die zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls (Kyoto II) wird verabschiedet und beginnt 2013. Russland, Kanada, Japan und Neuseeland sind an der zweiten Verpflichtungsperiode nicht mehr beteiligt. Damit deckt Kyoto II nur noch rund 15 Prozent der THG-Emissionen ab.
Das Arbeitsprogramm zur Aushandlung eines Klimaschutzabkommens bis 2015 und zur Anhebung der Minderungsbeiträge vor 2020 wird festgelegt.
Es wird beschlossen, dass mindestens 100 Milliarden Dollar pro Jahr ab 2020 aus öffentlichen, privaten und sonstigen Mitteln in den Green Climate Fund  fließen sollen, um Entwicklungsländer bei Klimaschutz und der Bewältigung von Klimafolgen zu unterstützen.


2013
Ende des Jahres soll der in Cancún beschlossene Green Climate Fund (GCF) in Sengdo bei Seoul (Südkorea) seine Arbeit aufnehmen. Der Fonds soll Entwicklungsländer bei der Vermeidung von Emissionen und der Anpassung an die Folgen des Klimawandels unterstützen. Auf dem Klimagipfel Ende 2013 in Warschau sollen hierzu die ersten substanziellen Zusagen der Industrieländer vorliegen.

Petersberger Klimadialog IV in Bonn

Veröffentlichung erster Teil des fünften Weltklimaberichts (IPCC AR 5)

September: Der erste Teilbericht des Weltklimarats (IPCC- Intergovernmental Panel on Climate Change) beschreibt den aktuellen Wissensstand über die physikalischen Grundlagen des anthropogenen Klimawandels.

19. Vertragsstaatenkonferenz der UN (COP 19) in Warschau, Polen

Auf der Konferenz in Warschau wurde die Roadmap bis zum internationalen Klimaschutz-Abkommen in Paris 2015 vereinbart. Der nächste Schritt: die Vertragsstaaten sollen bis zu COP in Lima ihre Klimaschutzziele benennen, die als sogenannte beabsichtigte, national festgelegte Beiträge in das Pariser Abkommen eingehen. Diese sollen - anders als unter dem Kyoto-Protokoll - nicht mehr rechtlich verbindlich sein. Im Bereich der Klimaanpassung wurden unter dem Schlagwort „Loss & Damage“ Ausgleichszahlungen für Verluste durch den Klimawandel in Aussicht gestellt. Allerdings konnte der Streit um die Finanzierung des Green Climate Fund nicht beigelegt werden. Immerhin wurde eine Roadmap für das Eintreiben dieser Mittel vereinbart. Die dürren Ergebnisse quittierten die großen Umwelt- und Entwicklungsorganisationen damit, dass sie erstmals in der Geschichte der Weltklimagipfel vorzeitig aus dem Konferenzgebäude der COP19 auszogen – auch aus Solidarität mit den Opfern des Klimawandels, allem voran des Taifuns Haiyan auf den Philippinen.


2014
Veröffentlichung zweiter Teil des fünften Weltklimaberichts (IPCC AR 5)

März: Der zweite Teil des fünften Sachstandsberichts zeigt die Folgen des Klimawandels und die Anpassungsmöglichkeiten auf.

Veröffentlichung dritter Teil des fünften Weltklimaberichts (IPCC AR 5)

April: Der dritte Teil des IPCC-Berichts beinhaltet die technologischen, ökonomischen und auch politischen Maßnahmen zur Minderung des Klimawandels.

Fünfter Petersberger Klimadialog, Bonn

Umweltministerin Barbara Hendricks verspricht neuen Schwung in Klimaverhandlungen.

Veröffentlichung des Syntheseberichts des fünften Weltklimaberichts (IPCC AR 5)

November
: Der Synthesebericht des Weltklimarates fasst die wesentlichen Erkenntnisse der vorangegangenen drei Teilberichte zusammen.


20. Vertragsstaatenkonferenz der UN (COP 20) in Lima, Peru
Das ursprünglich angestrebte Ziel, einen ersten substantiellen Textentwurf für das neue Klimaabkommen aufzusetzen, der 2015 in Paris verabschiedet werden soll, konnte nicht erreicht werden. Zu unterschiedlich waren die Vorstellungen der alten Industriestaaten und der aufstrebenden Schwellenländer über die Zuweisung von Verantwortung. Deshalb geht es weiterhin darum, (möglichst nachgebesserte) nationale Klimaschutzziele für Paris zu benennen, die sicherstellen, dass global das 2 Grad Limit nicht überschritten wird. In Lima wurde die Meldefrist für die Nennung der Klimaziele verlängert: der Eingang der Meldungen beim UNFCCC-Sekretariat darf nun bis wenige Wochen vor dem Pariser Gipfel erfolgen. Damit verkleinert sich der zeitliche Spielraum, internationalen Druck aufzubauen, sollten die selbstgesteckten Ziele nicht ausreichen. Für den „Green Climate Fund“, mit dem Klimaschutz und Klimaanpassung in armen Ländern finanziert werden soll, konnte ein konkretes Ziel erreicht werden: die vom UNFCCC angemahnte Mindestsumme von 10 Milliarden US Dollar für die Startphase ist durch feste Zusagen der OECD-Länder sowie Kolumbien und Peru erreicht. Bis zur ursprünglich beabsichtigten Finanzierung von jährlich 100 Milliarden US Dollar ab 2020 ist es noch ein weiter Weg.

Siehe auch Kommentar von Professor Mojib Latif zum Thema "Wo stehen die internationalen Klimaverhandlungen nach Lima?"


2015
21. Vertragsstaatenkonferenz der UN (COP 21) in Paris, Frankreich
Am 12. Dezember 2015 haben 196 Vertragsparteien – 195 Staaten und die Europäische Union – bei der UN-Klimakonferenz in Paris ein historisches Klimaschutzabkommen beschlossen. Ziel der Vereinbarung ist es, die Erderwärmung, gemessen an den Temperaturen zu Beginn der Industrialisierung, deutlich unter zwei Grad Celsius zu halten und den Anstieg nach Möglichkeit auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.
Die Vertragsparteien einigten sich in Paris auf folgende Punkte: In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts soll die Welt ihre Treibhausgasemissionen auf null senken. Die nationalen Klimaaktionspläne, die alle Staaten vorlegen sollen, werden von 2023 an alle fünf Jahre überprüft. Die Industrieländer sollen Finanzen bereitstellen, um ärmeren Ländern bei Anpassungsmaßnahmen und dem Umbau der Energieversorgung zu helfen. Im Entscheidungstext, der das völkerrechtlich verbindliche Abkommen ergänzt, sind dafür von 2020 an jährlich 100 Milliarden Dollar zugesagt. Schwellenländer wie China und Indien sind dazu eingeladen, ebenfalls Gelder für die Klimafinanzierung armer Staaten zur Verfügung zu stellen.
Das Pariser Abkommen bildet den Rahmen für den globalen Klimaschutz der kommenden Jahrzehnte und soll 2020 in Kraft treten. Formal löst es dann das 1997 geschaffene Kyoto-Protokoll ab.

Weitere Informationen finden Sie hier (Link).

Das 32seitige UN-Klimaabkommen zum Download (englische Fassung).


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