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Aktuelle Pressemitteilungen


22.02.2016

Klima-MOOC reloaded

Online-Vorlesung: Top-Klimawissenschaftler erklären Klimawandel und seine Folgen

Berlin ­– Klimawandel, was ist das eigentlich? Ein neues digitales Lernformat bietet die Möglichkeit, das eigene Wissen zum Klimawandel unkompliziert von zuhause zu erweitern. Nach der großen Nachfrage im Wintersemester startet der Massive Open Online Course (MOOC) „Klimawandel und seine Folgen“ am 9. Mai wieder neu. Eine Einschreibung ist ab sofort auf der MOOC-Plattform Iversity online möglich unter https://iversity.org/de/courses/klimawandel. Der Kurs mit international renommierten Klimaexperten führender Forschungsinstitute erklärt die Ursachen für die menschgemachte Erderwärmung und die Funktionsweise unseres Klimasystems.

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11.02.2016

Klimawandel als ein Treiber unter vielen

Wissenschaftler betonen Komplexität der Ursachen für Migration und Konflikt

Berlin ­– Der globale Klimawandel wird zunehmend als Sicherheitsrisiko angesehen. Die Erderwärmung könnte die Anpassungsfähigkeit vieler Gesellschaften überfordern und potentiell zu Destabilisierung, Migration und Konflikteskalation beitragen, so die Argumentation. Insbesondere klimabedingte Migrationsbewegungen werden dabei als Risikofaktor wahrgenommen. Bei einem DKK-Klima-Frühstück im Vorfeld der 52. Münchner Sicherheitskonferenz betonten Dr. Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD), und Dr. Christiane Fröhlich, Forscherin am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH), dass der Klimawandel als nur ein Treiber von Migration und Konflikt unter vielen wirke. Die komplexen Zusammenhänge zwischen Klimawandel, Fluchtbewegungen und Sicherheit seien bisher jedoch erst unzureichend erforscht.

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29.01.2016

Flucht, Migration und Sicherheit: Welche Rolle spielt der Klimawandel?

DKK-Klima-Frühstück im Vorfeld der 52. Münchner Sicherheitskonferenz

PRESSEEINLADUNG

Berlin ­– Zum Beispiel Syrien. Dort begann 2006 eine mehrjährige Dürre, die Hunderttausenden von Menschen ihre Lebensgrundlage raubte und viele dazu zwang, vom Land in andere Gebiete oder in die Städte zu ziehen. Dort lebten sie größtenteils als verarmte Migranten im eigenen Land, bevor es 2011 zu Unruhen kam und der syrische Bürgerkrieg begann.
Welche Rolle hat der Klimawandel bei der jahrelangen Dürre und dem anschließenden Bürgerkrieg in Syrien gespielt? Ist er nur einer unter vielen Faktoren oder ist er gar der maßgebliche Konflikttreiber?

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24.11.2015

Chancen für eine Wende nutzen, Klimarisiken begrenzen und Dekarbonisierung beschleunigen

Erklärung führender Klimawissenschaftler zur bevorstehenden UN-Klimakonferenz

Berlin – Führende deutsche Klimawissenschaftlerinnen und Klimawissenschaftler, die im Deutschen Klima-Konsortium (DKK) zusammengeschlossen sind, haben in Berlin in einer gemeinsamen Erklärung zur bevorstehenden UN-Klimakonferenz in Paris deutlich gemacht, dass nur ein „couragiertes und schnelles Handeln auf der weltpolitischen Ebene“ die Erderwärmung noch auf unter 2 Grad Celsius begrenzen kann. Angesichts der weitreichenden und sichtbarer werdenden Auswirkungen des Klimawandels bringen die Unterzeichner – Dr. Paul Becker vom Deutschen Wetterdienst, Prof. Dr. Gernot Klepper vom Institut für Weltwirtschaft, Prof. Dr. Mojib Latif vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung, Prof. Dr. Jochem Marotzke vom Max-Planck-Institut für Meteorologie, Prof. Dr. Monika Rhein vom IUP-MARUM, Universität Bremen, und Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung –  ihre „große Sorge“ zum Ausdruck: „Der Stand der Wissenschaft ist eindeutig: Wir Menschen haben den größten Teil der beobachteten globalen Erwärmung verursacht – und der damit angestoßene Klimawandel birgt große, schwer abschätzbare Risiken.“

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17.11.2015

Gelingt in Paris der Einstieg in die Dekarbonisierung?

DKK-Pressekonferenz am 24. November 2015 mit führenden Klimawissenschaftlern im Vorfeld der UN-Klimakonferenz COP21

PRESSEEINLADUNG

Berlin – Der anthropogene Klimawandel ist wissenschaftlich belegt. Der Nachweis des menschlichen Einflusses auf das Klima basiert dabei auf jahrzehntelanger intensiver Forschung, zu der die deutsche Klimawissenschaft in erheblichem Maße beigetragen hat. Der Erwärmungstrend ist ungebrochen. Zwölf der dreizehn global wärmsten Jahre seit Beginn der flächendeckenden instrumentellen Messungen liegen in diesem Jahrhundert. 2014 führt die Rangliste bisher an, könnte jedoch von diesem Jahr abgelöst werden. Aber auch andere Prozesse, wie die Eisschmelze und Ozeanversauerung, verstärken sich – mit bedrohlichen Folgen u.a. für die Ernährungssicherheit. Die Zeit, in der die Menschheit eine „gefährliche anthropogene Störung des Klimasystems“ noch verhindern kann – wie 1992 in der UN-Klimarahmenkonvention in Rio de Janeiro beschlossen – wird knapp.

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12.11.2015

Klimaabkommen in Paris – Startschuss für eine globale Transformation?

Veranstaltung in Berlin informiert über den bevorstehenden Weltklimagipfel vom 30. November bis 12. Dezember in Paris

Über die politischen Herausforderungen der kommenden VN-Klimakonferenz und klimaökonomische Fragen haben heute Experten im Auswärtigen Amt bei der Veranstaltung „Klimaabkommen in Paris Startschuss für eine globale Transformation?“ informiert. Im Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionen stand das Ziel, vom Pariser Gipfel ein klares Signal aller Staaten auszusenden, die Zwei-Grad-Obergrenze einzuhalten. Die Teilnehmer diskutierten außerdem die Frage, wie der notwendige Transformationsprozess hin zu einer kohlenstoffarmen Weltwirtschaft befördert werden kann. Über 200 Gäste aus dem diplomatischen Korps, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft besuchten die Veranstaltung des Auswärtigen Amts, des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und des Wissenschaftsverbands Deutsches Klima-Konsortium.

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03.11.2015

Jetzt anmelden! Top-Wissenschaftler erklären den Klimawandel

Online-Vorlesung zu Klimawandel und seinen Folgen startet am 9. November

Berlin ­– In wenigen Wochen findet die Weltklimakonferenz in Paris statt, mit dem Ziel ein globales Klimaabkommen zu verabschieden. Wer besser verstehen will, warum der Klimawandel deutlich begrenzt werden muss, kann sich jetzt noch für die erste deutsche, frei zugängliche Online-Vorlesung zu diesem Thema anmelden. Der interdisziplinäre Massive Open Online Course (MOOC) „Klimawandel und seine Folgen“, der gemeinsam vom WWF Deutschland und dem Deutschen Klima-Konsortium entwickelt wurde, startet am 9. November auf der MOOC-Plattform Iversity online. Die Anmeldung für den fünfwöchigen Kurs unter https://iversity.org/de/courses/klimawandel ist kostenlos und steht jedermann offen. Er richtet sich insbesondere an Studierende und Lehrkräfte – und alle am Klimawandel Interessierten. Gefördert wird das Projekt von der Robert Bosch Stiftung.

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29.10.2015

Ozeanversauerung – das andere CO2-Problem

Meereswissenschaftler betonen im Vorfeld der Pariser Weltklimakonferenz die Bedeutung der Ozeane

Berlin – Ambitionierte Klimaziele und Treibhausgasreduktionen sind nötig, um die Zukunft unseres Planeten und des Ozeans zu sichern. Darauf weisen die Meereswissenschaftler Prof. Dr. Hans-Otto Pörtner und Prof. Dr. Ulf Riebesell im Vorfeld der Pariser Weltklimakonferenz beim Klima-Frühstück des Deutschen Klima-Konsortiums (DKK) und des Konsortiums Deutsche Meeresforschung (KDM) hin.

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14.10.2015

Ozeanversauerung – das andere CO2-Problem

Wie Treibhausgase die Meere verändern

PRESSEEINLADUNG zum 29.10.2015

Berlin – Dass sich das Klima wandelt und die Menschen die Hauptverursacher sind, ist wissenschaftlich unstrittig. Dieser Befund wird von Regierungen weltweit akzeptiert und die Bereitschaft zu mehr Klimaschutz nimmt im Vorfeld der Pariser Weltklimakonferenz zu. In der politischen und öffentlichen Diskussion spielen auch die Auswirkungen der Treibhausgase auf die Ozeane eine zunehmende Rolle.

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13.10.2015

Klimaabkommen in Paris – Startschuss für die globale Transformation?

Briefing vor der 21. UNFCCC-Klimakonferenz im Auswärtigen Amt am 12. November 2015

PRESSEEINLADUNG

Berlin - Lange Zeit galt Klimaschutz Vielen als Kostentreiber, als Bremsklotz für Wirtschaftswachstum und Entwicklung. Inzwischen zeichnet sich ab: Eine Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und CO2-Emissionen ist möglich. Eine kohlenstoffarme Wirtschaft ist das wettbewerbsfähige Modell der Zukunft.

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17.08.2015

Deutschlands Top-Klimawissenschaftler erklären den Klimawandel

Neue Online-Vorlesung zu Klimawandel und seinen Folgen

Berlin ­– Erstmals beschäftigt sich eine deutsche, frei zugängliche Online-Vorlesung mit dem Klimawandel und seinen Folgen. Entwickelt wurde sie gemeinsam vom WWF Deutschland und dem Deutschen Klima-Konsortium (DKK). Der interdisziplinäre Massive Open Online Course (MOOC) „Klimawandel und seine Folgen“ startet am 9. November auf der MOOC-Plattform Iversity online. Dort kann man sich seit heute dafür anmelden: https://iversity.org/de/courses/klimawandel. Der fünfwöchige Kurs ist kostenlos und steht jedermann offen. Insbesondere Studierende und Lehrkräfte können sich dort auf dem neuesten Stand der Klimawissenschaften informieren.

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10.06.2015

Herausforderung Klimawandel

DKK zeigt Perspektiven für die Klimaforschung bis 2025 auf

Berlin ­– Professor Dr. Mojib Latif, Klimaforscher und Meteorologe, Professor Dr. Gernot Klepper, Umweltökonom, die Politikwissenschaftlerin Dr. Silke Beck und DKK-Geschäftsführerin Marie-Luise Beck stellten heute in Berlin das Positionspapier des Deutschen Klima-Konsortiums (DKK) zu den „Perspektiven für die Klimaforschung 2015 bis 2025“ vor. Das Positionspapier wurde auf Einladung des DKK seit 2013 von über 80 Wissenschaftlern und Experten erarbeitet und stellt einen Konsens der führenden Klimaforscher und Klimafolgenforscher dar. Es bestimmt drei zentrale Themenfelder, die in den nächsten zehn Jahren im Fokus von Wissenschaft, Gesellschaft und Politik stehen sollten und zu denen die deutsche Forschung wertvolle Beiträge leisten kann.

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28.05.2015

Deutsches Klima-Konsortium zu den Perspektiven für die Klimaforschung bis 2025

Vorstandsvorsitzender Mojib Latif stellt DKK-Positionspapier vor

PRESSEEINLADUNG

Berlin ­– Auf Einladung des Deutschen Klima-Konsortiums (DKK) haben sich Wissenschaftler aus allen führenden deutschen Klimaforschungsinstituten seit November 2013 gemeinsam mit Experten aus Politik und Gesellschaft mit den Perspektiven der Klimaforschung für die nächsten zehn Jahre beschäftigt. Die Ergebnisse stellen einen Konsens der führenden Klimaforscher und Klimafolgenforscher Deutschlands dar und sind als DKK-Positionspapier „Perspektiven für die Klimaforschung 2015 bis 2025“ von den DKK-Mitgliedern im Mai verabschiedet worden.

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08.05.2015

Mojib Latif zum neuen Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Klima-Konsortiums (DKK) gewählt

Das Umweltbundesamt ist neues DKK-Verbandsmitglied

Berlin - Professor Dr. Mojib Latif ist gestern Nachmittag einstimmig von der Mitgliederversammlung des Deutschen Klima-Konsortiums (DKK) zum neuen Vorstandsvorsitzenden des Verbandes gewählt worden. Der Leiter des Forschungsbereichs Ozeanzirkulation und Klimadynamik am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel war bereits DKK-Vorstandsmitglied. Als Mitautor von zwei Berichten des Weltklimarates (IPCC) ist er einer der führenden Klimaforscher und Meteorologen Deutschlands.

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13.11.2014

Accelerating towards the 2015 deal - Pre-Briefing für die 20. VN-Klimakonferenz im Auswärtigen Amt

Gemeinsame Pressemitteilung des  Auswärtigen Amtes, des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie des Deutschen Klima-Konsortiums, 13.11.14

Veranstaltung in Berlin informiert über den bevorstehenden Weltklimagipfel vom 1. bis 12. Dezember in Lima

Über die politischen Herausforderungen der kommenden UN-Klimakonferenz und den Stand der Klimawissenschaft informierten Experten heute im Auswärtigen Amt bei der Veranstaltung „Accelerating towards the 2015 deal – Auf dem Weg zu einem neuen Klimavertrag“. Rund 180 Gäste ausländischer Botschaften sowie Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft folgten der Einladung des Auswärtigen Amtes, des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie des Wissenschaftsverbands Deutsches Klima-Konsortium. Die Veranstalter unterstützen damit die Vernetzung wesentlicher Akteure in In- und Ausland, um Klimaschutz wirksam auf verschiedenen Ebenen zu verankern. Nur durch verstärktes gemeinsames Engagement der geladenen Akteure ist aus Sicht der Organisatoren der Aufbau des notwendigen politischen Momentums für ein Klimaschutzabkommen 2015 möglich.

Vier Experten informierten über die verschiedenen Aspekte der Verhandlungen und des Klimawandels:

Dr. Karsten Sach, Unterabteilungsleiter im Bundesumweltministerium und Kenner der Klimaverhandlungen seit vielen Jahren
Prof. Dr. Mojib Latif
vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
Dr. Maggie Opondo
vom Institute for Climate Change and Adaptation an der Universität von Nairobi
Prof. Dr. Ottmar Edenhofer
vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Die wichtigsten Botschaften der vier Experten zu den verschiedenen Aspekten:

Dr. Karsten Sach, Unterabteilungsleiter im Bundesumweltministerium, zu den Verhandlungszielen:

„Die UN-Klimakonferenz in Lima ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum neuen Weltklimavertrag in Paris“ erklärte  Dr. Karsten Sach, Unterabteilungsleiter im Bundesumweltministerium und langjähriger Verhandlungsführer in den internationalen Klimaverhandlungen. „In Lima werden insbesondere vier Dinge passieren: Erstens werden wesentliche Elemente eines Verhandlungstextes festgehalten, die dann bis Paris zu einem Vertragstext weiterentwickelt werden. Zweitens wird festgelegt, welche Informationen die Staaten im ersten Quartal 2015 gemeinsam mit ihren geplanten Minderungsbeiträgen vorlegen, damit diese verständlich und vergleichbar sind. Drittens wird vereinbart, wie wir Staaten bis zum Inkrafttreten des neuen Abkommens 2020 gemeinsam noch mehr für den Klimaschutz tun können. Und viertens wird Bilanz gezogen, wie weit die Staaten mit der Umsetzung früherer Entscheidungen insbesondere zur Klimafinanzierung gekommen sind.“

Hintergrund: Bei der Klimakonferenz in Paris, Ende 2015, soll ein verbindliches Klimaschutzabkommen mit Minderungsverpflichtungen für alle Staaten vereinbart werden, das 2020 in Kraft tritt. Das Kyoto-Protokoll, dessen zweite Verpflichtungsperiode 2020 endet, kennt nur Verpflichtungen für Industriestaaten, nicht aber für Schwellenländer.

Prof. Dr. Mojib Latif vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel:

„Der Anstieg des Kohlendioxids in der Atmosphäre ist einmalig in der Geschichte der Menschheit. Hauptursache ist zu 90 Prozent die Verbrennung der fossilen Brennstoffe zur Energiegewinnung“, fasste Prof. Dr. Mojib Latif vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel den Stand der internationalen Klimaforschung zusammen. „Damit erhöht sich die Temperatur der Erde allmählich, das Eis der Arktis schmilzt, die Eispanzer Grönlands und der Antarktis schrumpfen, die Meeresspiegel steigen und die Ozeane versauern.“

Latif warnte: „Wenn wir so weitermachen wie bisher, ist bis Ende des Jahrhunderts eine Erwärmung um vier Grad zu erwarten – mit unabsehbaren Folgen für Klima und Ökosysteme.“ Trotzdem werde der Klimawandel als Risiko unterschätzt. Der Grund: „Klimarisiken sind schleichender Natur. Unsere Wahrnehmung ist aber auf plötzliche Veränderungen und Ereignisse ausgerichtet“, sagte Latif. „Außerdem hat die Wissenschaft trotz der großen Fortschritte in den letzten Jahren noch kein ausreichendes Verständnis des Erdsystems, um alle Auswirkungen des Klimawandels sicher vorhersagen zu können. Ein Beispiel: Kein Wissenschaftler hatte das Ozonloch über der Antarktis vorhergesehen, obwohl die ozonschädliche Wirkung der Fluorkohlenwasserstoffe (FCKW) schon lange bekannt war.“

Dr. Maggie Opondo, Institut für Klimawandel und Anpassung, Universität von  Nairobi:

Über die Auswirkungen des Klimawandels in Afrika berichtete die IPCC Autorin Dr. Maggie Opondo: „Laut jüngstem IPPC-Bericht sind einzigartige Naturräume selbst durch eine Erwärmung von ein bis zwei Grad in Gefahr“, sagte sie. Vor allem in Gebieten mit langen Trockenzeiten bedrohe der Klimawandel die Nahrungsmittelproduktion. „Der Klimawandel kann bestehende Bedrohungen der menschlichen Sicherheit verschärfen und ist damit eine Herausforderung für die Entwicklung in Afrika.“ 

Opondo betonte die zentrale Bedeutung von Energie im Entwicklungsprozess. Eine Transformation des Energiesektors hin zu erneuerbaren Ressourcen sei aber nicht das Allheilmittel für Entwicklung. „Nachhaltige, kohlenstoffarme Entwicklungspfade werden die Armut nur dann reduzieren, wenn gleichzeitig strukturelle Ungleichheiten zwischen Arm und Reich beseitigt werden“, sagte sie.

Trotzdem: „Eine effektive Anpassung an den Klimawandel, die die Menschen mitnimmt, kann helfen, Afrika zu einem reicheren, widerstandsfähigeren Kontinent zu machen“, so die kenianische Wissenschaftlerin. „Pilotprojekte von kleinen Gemeinschaften zeigen der Politik in einem Prozess von unten nach oben, wie es gehen könnte.“ Es gebe bereits Fortschritte, die Nahrungsmittelproduktion gegen den aktuellen Einfluss des Klimawandels abzusichern. „Das wird aber nicht für die langfristig erwartbaren Folgen des Klimawandels ausreichen“, warnte Opondo.

Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung:

„Trotz der weltweiten Finanzkrise und trotz weltweiter Klimaschutzmaßnahmen stiegen die Emissionen zwischen 2000 und 2010 schneller als in jedem der drei zurückliegenden Jahrzehnte“, erinnerte IPCC-Leitautor Prof. Dr. Ottmar Edenhofer. Inzwischen seien viele Pfade zur substanziellen Emissionsreduktionen verfügbar. „Den Anstieg der globalen Mitteltemperatur auf zwei Grad zu begrenzen erfordert einen tiefgreifenden institutionellen und technologischen Wandel. Die Treibhausgas-Emissionen müssten dazu bis Mitte des Jahrhunderts um 40 bis 70 Prozent im Vergleich zu 2010 und bis Ende des Jahrhunderts gegen Null oder sogar darunter sinken“, fasste Edenhofer zusammen und wies darauf hin, dass dies und auch weniger ehrgeizige Temperatur-Ziele eine Transformation des Energiesystems erforderten.

„Um innerhalb des Zwei-Grad-Ziels zu bleiben, sind Änderungen in der  Investitionsstrategie nötig“, sagte Edenhofer. „Ehrgeiziger Klimaschutz würde das Wirtschaftswachstum weltweit um 0,06 Prozent pro Jahr reduzieren, was sich in einer Verzögerung des Wachstums ausdrückt“, so der Ökonom. Die wirtschaftlichen Vorteile eines verminderten Klimawandels seien hier nicht eingerechnet. „Die Risiken des Klimaschutzes sind beherrschbar, die Risiken eines ungebremsten Klimawandels sind es nicht“, resümierte Edenhofer.

Zentrale Aufgabe des Klimaschutzes sei, den Ausstoß von Treibhausgasen vom Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum zu entkoppeln. Grundsätzlich sei der Klimawandel ein Allmende-Problem. Als Gemeineigentum werde die Atmosphäre zur  Deponierung von Treibhausgasen übernutzt. „Internationale Zusammenarbeit und ein weltweit gültiger Preis auf Emissionen sind der Schlüssel, dies zu beenden“, sagte Edenhofer mit Blick auf die Rolle des Auswärtigen Amtes und die kommenden Stationen zum neuen Weltklimavertrag.


Pressemitteilung zur Konferenz im Auswärtigen Amt Berlin anlässlich der 18. Weltklimaverhandlungen

Berlin, 02.11.2012

Vom 26. November bis 7. Dezember kommen die 194 Vertragsstaaten der VN‐Klimarahmenkonvention zur 18. Weltklimakonferenz in Doha (Katar) zusammen. Sie stehen vor der großen Herausforderung, gleichzeitig zu verhandeln und zu handeln. Bis 2015 müssen sich alle Staaten auf ein

verbindliches, globales Klimaabkommen einigen, das ab 2020 wirkt. Parallel dazu müssen bereits zwischen heute und 2020 größere Anstrengungen zur Verringerung von Treibhausgasemissionen bis 2020 unternommen werden, damit die Erderwärmung unter 2 Grad Celsius gehalten werden kann.

Die kommende Klimakonferenz in Doha ist dabei eine erste Wegmarke, an der die Konturen des neuen globalen Klimaabkommens und die Leitlinien für die weiteren Verhandlungen konkretisiert werden können. Dafür ist das Engagement aller Akteure nötig, insbesondere die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Politik. Aus diesem Anlass hatten am 2.11.2012 das Deutsche Klima‐Konsortium (DKK), das Auswärtige Amt und das Bundesumweltministerium gemeinsam zu der halbtägigen Konferenz "Raising Climate Ambition" eingeladen.

Über 200 Gäste aus Diplomatischem Corps, Politik, Wirtschaft und Nichtregierungs‐Organisationen versammelten sich im Auswärtigen Amt und diskutierten mit Wissenschaftlern und Vertretern der Bundesregierung und der Zivilgesellschaft die Möglichkeiten und Chancen für eine effektivere internationale Klimaschutzpolitik in Doha und darüber hinaus.

Aus den Vorträgen und der Diskussion in zwei Panelrunden wurden die folgenden Kernaussagen klar:

  • Die klimawissenschaftlichen Erkenntnisse bleiben zentral für die internationalen Klimaverhandlungen. Sie verdeutlichen die Konsequenzen des Nichthandelns. Zudem können Klimawissenschaftler konkrete Berechnungen vorlegen, wie viel CO2 eingespart werden muss, um das 2‐Grad‐Ziel erreichen zu können.

  • Die aktuelle Klimaforschung ermöglicht genauer als je zuvor, den menschlichen Beitrag zur Klimaerwärmung zu bestimmen und ihn von natürlichen Einflussfaktoren abzugrenzen. Die Auswirkungen sind besonders anschaulich an der Meereisbedeckung in der Arktis zu sehen, die 2012 ein neues Rekordminimum erreichte. Auch der Zusammenhang zu der weltweit steigenden Zahl der Extremwetterereignisse ist wissenschaftlich belegt.

  • Freiwillige Maßnahmen allein können die notwendigen Einsparungen von Treibhausgasen nicht erzeugen. Die Transformation zu einer Weltwirtschaft, die nahezu ohne fossile Brennstoffe auskommt, kann nur im Schulterschluss von Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft erreicht werden. Die Politik muss die nationalen und internationalen Rahmenbedingungen für einen effektiven Klimaschutz mit Beiträgen von allen Staaten schaffen.

  • Die Ergebnisse der letzten VN‐Klimakonferenz in Durban müssen vollständig und konsistent umgesetzt werden, um auf dem Weg zu einem neuen Klimaregime ab 2020 voran zu kommen. Für einen Erfolg in Doha muss ein ausgeglichenes Paket an Entscheidungen getroffen werden. Elemente für ein solches Entscheidungspaket wären neben konkreten Fortschritten bei sofortigen Minderungsmaßnahmen (bis 2020) und bei der Klimafinanzierung nach der Fast‐start‐Periode (2010‐2012) auch ein Arbeitsprogramm für die Verhandlung eines umfassenden Abkommens bis 2015 und eine zweite Verpflichtungsperiode unter dem Kyoto‐Protokoll.


Pre-Durban: Klimaforschung und Klimapolitiken

Mit vereinten Kräften

Berlin, 11.11.2011

Rund 200 Vertreter ausländischer Botschaften, der deutschen Industrie, Medien und der Zivilgesellschaft ließen sich heute über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und politischen Strategien über die kommenden Klimaverhandlungen der Vereinten Nationen COP 17 in Durban, Südafrika, informieren. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Auswärtigen Amt, Bundesumweltministerium, Bundesforschungsministerium sowie dem Wissenschaftsverband Deutsches Klima-Konsortium organisiert. Mit renommierten deutschen Wissenschaftlern diskutierten die Teilnehmer neueste Erkenntnisse der Klimaforschung. Der deutsche Verhandlungsführer bei der Weltklimakonferenz erläuterte die auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende EU Position für Durban und Erwartungen an die Ergebnisse der Konferenz. Das Auswärtige Amt stellte die Ziele und Maßnahmen der flankierenden Klimaaußenpolitik vor.

Das 20. Jahrhundert ist einzigartig in der Erdgeschichte

"Die global gemittelte Oberflächentemperatur ist mindestens zehn Mal schneller angestiegen als während jeder anderen längeren Erwärmungsperiode – einschließlich des Endes der letzten Eiszeit", erläutert Jochem Marotzke, der Direktor des Max-Planck Instituts für Meteorologie. Nach neuesten Simulationen der Klimamodellierung könnte bei aggressiver Emissionsminderung die globale Erwärmung auf unter 2 °C begrenzt werden. Um mit diesem Szenario kompatibel zu sein, dürfen die globalen CO2-Emissionen ihr Maximum allerdings nicht später als 2020 erreichen und müssen bis zum Jahr 2100 auf weniger als 10% derjenigen des Jahres 2000 reduziert werden. Wolfgang Lucht vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung machte auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam. Er prognostiziert tiefgreifende Auswirkungen sowohl auf die Ökosysteme des Lands und der Meere als auch auf die Gesellschaften der Erde.

Die europäische Position für die Klimaverhandlungen in Durban

"Die Klimakonferenz in Durban muss zweierlei leisten", so der deutsche Verhandlungsführer Karsten Sach aus dem Bundesumweltministerium, "die weitere Umsetzung der Entscheidungen vom letzten Klimagipfel von Cancún, etwa die Einrichtung des globalen Klimafonds, sowie erste Antworten auf die noch ungelösten politischen Fragen, v.a. zur Zukunft des internationalen Klimaregimes." Das langfristige Ziel Deutschlands und der EU bleibt ein umfassendes rechtsverbindliches Klimaabkommen im Rahmen der Vereinten Nationen, das alle großen Emittenten bindet. Damit soll ein Pfad eingeschlagen werden, mit dem die 2-Grad-Obergrenze eingehalten werden kann. In Durban sollten konkrete Schritte in diese Richtung und unmittelbar wirksame Übergangsregelungen vereinbart werden.

Ziehen an einem Strang: die deutsche Klima-Außenpolitik

Flankiert wird der VN-Verhandlungsprozess durch die deutsche Klima-Außenpolitik. Hinrich Thölken, zuständig für Internationale Klima- und Umweltpolitik im Auswärtigen Amt, stellte die Ziele dar: Unterstützung des Verhandlungsprozesses, Werben für ehrgeizigere Klimaschutzpolitiken weltweit und das Aufgreifen grundsätzlicher außenpolitischer Herausforderungen im Bereich Klimawandel. "Klimawandel verändert Territorien, Wasser- und Energieversorgung und die landwirtschaftliche Produktion. Außenpolitik muss die Risiken und Chancen dieser Transformation thematisieren; sie sollte den Boden bereiten für ein geopolitisches Management dieses Wandels", so Thölken. In dieser Hinsicht war die Befassung des VN Sicherheitsrats am 20. Juli 2011 unter deutscher Präsidentschaft ein Meilenstein. Zum ersten Mal erkannte der Sicherheitsrat einstimmig den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Sicherheit an.


klimanavigator.de gestartet

Berlin, 25. Juli 2011

Das Deutsche Klima-Konsortium (DKK) ist einer der Gründungspartner von www.klimanavigator.de, einem Internetportal, das am 25. Juli 2011 online geschaltet wurde. Die Plattform bündelt Wissen zum Klimawandel und dient als Wegweiser durch die deutsche Forschungslandschaft rund um Klima, Klimafolgen und Anpassung an den Klimawandel.

Initiiert wurde das Projekt vom Climate Service Center (CSC) in Hamburg, einer Einrichtung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht. Der Klimanavigator ist ein gemeinsames Portal von über dreißig Institutionen der deutschen Forschungslandschaft. Sie haben sich zusammengetan, um ihre Forschungsergebnisse an Nutzer aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft zu vermitteln. Der Klimanavigator hilft, das Wissen über den Klimaschutz zu bündeln und sich an Veränderungen anzupassen. Gegenwärtig umfasst der Klimanavigator drei Bereiche: In Form von Einrichtungsporträts findet man Informationen über die Partner und ihre Arbeit. Die "Dossiers" tragen Hintergrundinformation zu wichtigen Fragestellungen zusammen und liefern so einen Überblick über den gegenwärtigen Forschungsstand. Im Bereich "Aktuelles" fließen aktuelle Pressemeldungen der beteiligten Partner ein. Die Mitwirkenden haben in einem Kooperationsvertrag ihre Zusammenarbeit am Klimanavigator vereinbart und gestalten das Portal aktiv mit.  

Deutsches Klima-Konsortium e.V. (DKK)

Das Deutsche Klima-Konsortium (DKK) repräsentiert die wesentlichen Teile der deutschen Klima- und Klimafolgenforschung. Unter dem Leitmotiv Forschung für Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt führt das DKK zwanzig renommierte außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Universitäten zusammen, die mit ihrer Forschung zu Klimawandel, Klimafolgen und Klimaschutz einen wichtigen Beitrag dafür leisten, klimatische Veränderungen zu erkennen und darauf zu reagieren.


Nicholas Stern für Bericht "The Economics of Climate Change" geehrt

Berlin, 18. Januar 2011

Als Ökonom betrachtet Nicholas Stern den Klimawandel wirtschaftswissenschaftlich und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur internationalen Klimapolitik. Für seine Leistungen wurde Stern am 15.1.2011 mit dem BBVA Foundation Frontiers of Knowledge Award in der Kategorie Klimawandel geehrt. Der Preis ist mit 400.000 Euro dotiert. Stern warnt nachdrücklich vor den Konsequenzen des weltweiten Klimawandels und legte 2006 den als "Stern-Report" bekannten Bericht "The Economics of Climate Change" vor, der zum ersten Mal die Kosten des Klimawandels bezifferte.

Die wichtigste Aussage des 700 Seiten umfassenden Stern Reports ist, dass der Klimawandel weit mehr Risiken und Kosten verursachen würde als die Maßnahmen zur Verhinderung der Treibhausgasemissionen. Stern macht in dem Bericht deutlich, dass der Klimawandel das bisher größte weltweite Marktversagen sei, da die Auswirkungen und die notwendigen Anpassungsmaßnahmen der klimatischen Veränderungen nicht in die Preise von Waren und Dienstleistungen eingerechnet seien. „Der Klimawandel bietet enorme ökonomische Chancen, aber er verlangt auch nach Investitionen“, sagte Stern anlässlich der Preisverleihung in Spanien. Weiter sagte er: “Die Kosten für die Verminderung der Emissionen sind höher als wir (2006) erwartet haben, weil die Folgen des Klimawandels bereits da sind.“ Als Antwort auf den Klimawandel machte Stern drei politische Ansätze deutlich: Das CO2-Abgabensystem müsse auf Steuern basieren und auf einem effizienten Markt für den Handel mit Emissionsrechten stattfinden, die Staaten müssten mit ihrer Politik die technologische Entwicklung vorantreiben und sie müssten dazu beitragen, dass ein gesellschaftlicher Wandel für Energieeinsparungen sorge.

Die Jury lobte die Leistungen Sterns und betonte, dass seine Erkenntnisse die internationale Diskussion um den Klimawandel fundamental verändert und für Bewegung gesorgt hätten. Stern habe mit seiner weitreichenden ökonomischen Analyse eine eindeutige und robuste Basis für weitere Entscheidungen gelegt. Die wichtigsten Erkenntnisse Sterns gingen im Jahr 2009 bereits in den Copenhagen Accord ein.

Nicholas Stern, geboren 1946, war von 1994 bis 1999 Chefökonom der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, von 2000 bis 2003 Chefökonom und Vizepräsident der Weltbank. Den Stern Report legte er 2006 als Berater der britischen Regierung vor. Heute leitet Lord Stern das Grantham Research Institute on Climate Change and Environment an der London School of Economics (LSE). 

Der internationalen Jury unter Vorsitz von Prof. Edward Rubin (Carnegie Mellon University, USA) gehören auch zwei deutsche Klimaforscher an: Prof. Bjorn Stevens, Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie (MPI-M, Hamburg), und Prof. Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).

BBVA-Foundation Frontiers of Knowledge Award

Die spanische BBVA-Stiftung unterstützt den Erkenntnisgewinn, die wissenschaftliche Forschung und die Kulturförderung sowie die Vermittlung der Ergebnisse an die Gesellschaft. Ihre Bemühungen fließen in Forschungsprojekte, Bildung und Weiterbildung, Stipendien und Wettbewerbe ein. Zu den bevorzugten Handlungsfeldern gehören die Grundlagenforschung, Biomedizin, Ökologie und Schutz der biologischen Vielfalt, Sozialwissenschaften sowie Literatur und musikalisches Schaffen. Der Frontiers of Knowledge Award folgt in seiner Dotierung dem Nobelpreis und wird jährlich in acht Kategorien mit jeweils 400.000 Euro vergeben. Er ist der einzige Preis, der die Kategorie Klimawandel berücksichtigt.

Deutsches Klima-Konsortium e.V. (DKK)

Das Deutsche Klima-Konsortium (DKK) repräsentiert die wesentlichen Teile der deutschen Klima- und Klimafolgenforschung. Unter dem Leitmotiv Forschung für Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt führt das DKK zwanzig renommierte außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Universitäten zusammen, die mit ihrer Forschung zu Klimawandel, Klimafolgen und Klimaschutz einen wichtigen Beitrag dafür leisten, klimatische Veränderungen zu erkennen und darauf zu reagieren.


Vor Cancún – Aktueller Stand der Klimaforschung:

Berlin, 24.11.2010

Bei der Veranstaltung des Deutschen Klima-Konsortiums (DKK) am 22.11.2010 in Berlin wurden die wissenschaftlichen Grundlagen für die Klimaverhandlungen in Cancún dargelegt und diskutiert. Wissenschaftler renommierter deutscher Forschungseinrichtungen und Universitäten stellten den Erkenntnisgewinn in der Klimaforschung seit 2007 vor.

Das Abschmelzen der Gletscher und Eisschilde und der damit verbundene Anstieg des globalen Meeresspiegels haben sich in den vergangenen Jahren weiter beschleunigt, berichtete Prof. Peter Lemke, Alfred-Wegener-Institut (AWI). Für den weiteren Meeresspiegelanstieg im 21. Jahrhundert sei vor allem das weitere Verhalten der großen Eisschilde eine wesentliche Unsicherheitsquelle. In Deutschland sei in den letzten 50 Jahren eine klare Zunahme von heißen Sommertagen und Trockenperioden im Sommer beobachtet worden, stellte Dr. Paul Becker, Deutscher Wetterdienst (DWD), fest. Andere Extremereignisse wie Starkniederschläge und Stürme haben in ihrer Häufigkeit allerdings nicht zugenommen. In den nächsten 20 Jahren werde das Klimageschehen ganz erheblich von natürlichen Klimaschwankungen beeinflusst sein, konstatierte Prof. Mojib Latif, Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR). Diese natürlichen Schwankungen zeigten sich umso deutlicher, je kürzere Zeiträume und je kleinere geografische Bereiche betrachtet werden. Auch in einem generell immer wärmer werdenden Klima sei also mit vorübergehenden Perioden sinkender Temperaturen zu rechnen.

Prof. Jochem Marotzke, Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M), stellte deutlich heraus, dass einige Sachverhalte im Klimageschehen sehr klar und gut verstanden seien. An der Rolle des CO2 als Verursacher von globaler Erwärmung gebe es keinen Zweifel. Diese Rolle werde durch eine erhöhte Wasserdampfkonzentration in einer wärmeren Atmosphäre noch verstärkt. Unsicher sei, inwieweit eine veränderte Wolkenbedeckung zusätzlich zur Erwärmung beitragen würde.

Auf der Suche nach Möglichkeiten dafür, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, besonders CO2, rücke der Personen- und Gütertransport immer stärker in den Blickpunkt. Sein Anteil an den Treibhausgasemissionen in der EU sei von 1990 bis 2007 von 22% auf 32% angestiegen. Eine weitere Erhöhung dieses Anteils sei zu erwarten, kündigte Prof. Robert Sausen, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), an.

Möglichkeiten des „Climate Engineering“, globale technische Maßnahmen zur gezielten Beeinflussung des Klimas in eine gewünschte Richtung, erläuterte Prof. Gernot Klepper, Institut für Weltwirtschaft (IfW). Er betonte den großen Forschungsbedarf zum Climate Engineering, der neben den technologischen Aspekten auch mögliche Nebenwirkungen sowie ethische und juristische Aspekte berücksichtigen müsse. Einen Kurswechsel in der ökonomischen Forschung, durch den auch erfolgreiche Verhandlungen zum Klimaschutz möglich werden könnten, thematisierte Prof. Hermann Held, KlimaCampus Hamburg. Zu den Strategien für die Erreichung langfristiger Klimaziele seien auch Ansätze für die Erreichung kurzfristiger Klimaziele im Rahmen politischer Vorgaben gekommen. So werde bereits gefragt, welche Kosten die Einhaltung einer maximalen 2°C-Erwärmung verursachen würde. Angenommen werden Kosten in Höhe von 0,5 bis 2% der weltweiten Wirtschaftsleistung, wobei die Wissenschaft Kosten in Höhe von max. 1% der Wirtschaftsleistung für handhabbar hält.

Deutsches Klima-Konsortium e.V. (DKK)

Das Deutsche Klima-Konsortium (DKK) repräsentiert die wesentlichen Akteure der deutschen Klima- und Klimafolgenforschung. Unter dem Leitmotiv 'Forschung für Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt' führt das DKK renommierte Forschungseinrichtungen zusammen, die mit ihrer Arbeit dazu beitragen, klimatische Veränderungen zu erkennen und Handlungsmöglichkeiten der Vermeidung und Anpassung aufzuzeigen.


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