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(1) Klimawissen: Neue Angebote für Gesellschaft und Entscheider

Aus Anlass der UN-Klimakonferenz in Doha präsentierte das BMBF in seiner aktuellen Ausgabe von Perspektive Erde „Klimaforschung – Fakten für Entscheider“ Fakten und Initiativen in komprimierter Form, die den Erstkontakt mit diesem umfangreichen und komplexen Thema erleichtern sollen. Publikation: www.fona.de/perspektive-erde/klima

Am 1. Dezember wurde das neue Internetportal KlimafolgenOnline freigeschaltet. Das Projekt vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und WetterOnline hat lokale Folgen des Klimawandels in ganz Deutschland für örtliche Entscheider aufbereitet. Möglich sind dabei feine Auflösungen von bis zu zehn mal zehn Kilometern. http://www.klimafolgenonline.com (deutsch) und http://www.climateimpactsonline.com (englisch).

Am 05.Dezember veröffentlichte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin seinen Naturgefahrenreport 2012. Darin wird zum ersten Mal systematisch die Entwicklung der Sturm-, Hagel- und weiterer Elementarschäden, wie Hochwasser, Starkregen und Erdbeben, statistisch dargestellt. http://www.gdv.de/2012/12/versicherte-naturgefahren-in-deutschland-im-statistischen-ueberblick/

Am 18. Dezember schaltete der Deutsche Wetterdienst das Deutsche Klimaportal online. Es führt die Erkenntnisse von bisher 19 Institutionen zusammen, die sich in Deutschland mit der Anpassung an den Klimawandel beschäftigen und richtet sich an interessierte Bürgerinnen und Bürger genauso wie an Fachleute, die beruflich mit dem Klimawandel zu tun  haben. www.deutschesklimaportal.de

(2) DKK unterstützt Projekt WASCAL bei Austausch

Das Projekt WASCAL (West African Science Service Centre on Climate Change and Adapted Land Use) sucht noch interessierte Forschungseinrichtungen, die ausgewählte Doktoranden der angeschlossenen Graduate Scholls für bis zu 6 Monate aufnehmen. Mit Bitte um Unterstützung hat sich der Koordinator Prof. Paul Vlek an die AG Afrika des DKK gewandt. Die Doktoranden sind durch ein Stipendium unabhängig, bringen teilweise noch zusätzliche Forschungsmittel mit und bekommen bei den Reiseformalitäten Unterstützung durch ZEF. Interessierte können weitere Informationen und die Liste der Doktoranden bei der DKK Geschäftsführung anfordern.

(3) Global Framework for Climate Services (GFCS) beschlossen

Auf einer Sondersitzung der WMO, Ende Oktober 2012, wurde die Einrichtung der vorgeschlagenen Governancestruktur für das Global Framework for Climate Services (GFCS) beschlossen. http://www.wmo.int/pages/mediacentre/press_releases/pr_963_en.html und http://www.wmo.int/pages/gfcs/office/Dialogue.php
Damit ist der Weg frei für einen internationalen Mechanismus der Ausstattung, Entwicklung und Koordination von Climate Services. Das Hauptziel ist es, das Risikomanagement und Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel zu verbessern, indem wissensbasierte Klimainformationen und -vorhersagen für politische Entscheidungen auf globaler, regionaler und nationaler Ebene genutzt werden. GFCS ist ein Beitrag zur Stärkung der Resilienz, insbesondere für die rund 70 Länder, die kaum über nennenswerte Climate Services verfügen. Die konstituierende Sitzung des Intergovernmental Board des GFCS ist für Juli 2013 in Genf unter dem Vorsitz des Präsidenten der WMO geplant. Auch der 18. Vertragsstaatenkonferenz  in Doha war dieses Ereignis eine diplomatische Würdigung wert. http://unfccc.int/resource/docs/2012/sbsta/eng/l25a01.pdf

(4) Aus dem deutschen Bundestag

Die Änderung des Grundgesetzes nach Artikel 91b im Wissenschaftsbereich ist unter Experten weitgehend unumstritten. Das zeigte eine Öffentliche Anhörung am Deutschen Bundestag vom 28.11.12, zu der der Ausschuss für Bildung und Forschung am Mittwochvormittag in das Berliner Marie-Elisabeth-Lüders-Haus eingeladen hatte. Mit der Novellierung soll die Kooperationsmöglichkeit von Bund und Ländern im Wissenschaftsbereich erweitert werden. Gleichzeitig sollen die föderalen Kompetenzen der Länder laut Gesetzentwurf der Bundesregierung erhalten bleiben (17/10956).
http://www.bundestag.de/presse/hib/2012_11/2012_550/02.html

Mehr Transparenz bei forschungspolitischen Entscheidungen gefordert: Immer mehr zivilgesellschaftliche Gruppen und Wissenschaftspolitiker verlangen eine stärkere Teilhabe an wissenschafts- und forschungspolitischen Entscheidungen. Forschungs- und Wissenschaftspolitik soll sich in Zukunft stärker als bislang an Prinzipien von Transparenz und Information, Konsultation und Mitbestimmung verpflichten, schreiben die Grünen in ihrem Antrag „Partizipation an forschungsrelevanten Entscheidungen verbessern“ (17/11687). Die Fraktion fordert, die Impulse im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2012 zu mehr Transparenz und Partizipation aufzugreifen und auf eine nachhaltige Basis zu stellen.
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/116/1711687.pdf

Bundestagsdebatte zur umstrittenen Fracking-Technologie: Die Anträge der Fraktion Die Linke ("Verbot des Fracking in Deutschland"), von Bundnis90/Die Grünen ("Moratorium für die Fracking-Technologie in Deutschland") und der SPD ("Ergebnisse der Gutachten zu Umweltauswirkungen von Fracking zügig umsetzen") wurden am 14.12.12 nach einer einstündigen Debatte von der Regierungskoalition abgelehnt. Abgesehen von der Fraktion "Die Linke" möchten alle Parteien die Technologie unter bestimmten Bedingungen zulassen. Über die Ausschlusskriterien aber ist man uneins. Die Opposition kritisierte, dass die Regierung trotz anderslautender Absichtserklärung in dieser Legislaturperiode keinen Gesetzentwurf mehr vorlegen könne. http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17214.pdf

(5) First YESS Retreat: The role and importance of communicating Earth System Science

During the first Young Earth System Scientists (YESS) Retreat from 7-9 November 2012, a group of YESS members from Hamburg, Potsdam, Berlin, and Paris met and discussed in "Haus Emsen", near Hamburg. The group of 18 YESS members concentrated on the role and importance of communicating Earth System Science.
Earth System Science communication is a topic that rarely makes it into the daily research routine, yet is highly relevant with respect to not only how research is being perceived from the "outside", but also what role researchers should strive for: increasing knowledge on the Earth system for everyone. Three working groups were formed, each addressing a specific question.
One group focused on the creation of an Earth System Science questionnaire for polling lay people either on the street or via an online survey on their respective understanding of Earth System Science and its implications. A second group worked on improving communication with media outlets and how to get scientific output of Earth System Science across to a general audience. A third group developed a block period for high school grades on the functioning and methods behind climate modeling.
More information on the results of the different working groups and follow-up events of the first YESS Retreat can be found on http://yess-community.org.

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