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März 2017

Liebe Leserinnen und Leser,

hier in der Geschäftsstelle am Berliner Gendarmenmarkt laufen die letzten Vorbereitungen für die zweite DKK-Jahrestagung am 30. März. Rund 500 Tage nach der Unterzeichnung des Übereinkommens von Paris machen wir eine klimapolitische Bestandsaufnahme. Am Folgetag, 31. März, findet die interne DKK-Mitgliederversammlung statt. Ich hoffe, viele von Ihnen zu diesem Anlass persönlich begrüßen zu dürfen.

Jetzt erst einmal viel Spaß mit unserem aktuellen Newsletter und folgenden Themen:

(1) DKK-Veranstaltungen: Parlamentarischer Abend zu Ozeanen und Klima
(2) DKK-Kolumne: Prof. Thomas Neumann schreibt über Klimaforschung in der Tropfsteinhöhle; Dr. Daniel Spengler erklärt wie Satellitendaten bei der Analyse von Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft helfen
(3) Aus Politik und Forschung: BMUB-Ressortforschungsplan, Konferenz zu Meeresspiegel, Solar Radiation Management, Plattform für Erdbeobachtungsdaten
(4) Neues von DKK-Mitgliedern: Universität Hohenheim neu im DKK, Wetter-und-Klima-Bilanz des DWD, Sauerstoffbudget im Ozean

Viele Grüße

Marie-Luise Beck
Geschäftsführerin

(1) DKK-Veranstaltungen

Parlamentarischer Abend: Ozeane als Element der internationalen Klimapolitik

Expedition M116 © Martin Visbeck, GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

© Martin Visbeck, GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

In Bezug auf internationale Klimapolitik standen die Ozeane selten im Mittelpunkt, doch ihr Einfluss auf das globale Klima ist groß. Meere und Ozeane absorbieren mehr als 25 Prozent des CO2 und mehr als 90 Prozent der Wärme, die sich aufgrund menschlichen Handelns in der Atmosphäre ansammeln. Inzwischen wird auch die Politik aktiv: Mit Ziel Nummer 14 der globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) verpflichtet sich die internationale Staatengemeinschaft dazu, die Ozeane zu erhalten und nachhaltig zu nutzen. Das Wissenschaftsjahr 2016*17 widmet sich den Meeren und Ozeanen. Der Weltklimarat IPCC erarbeitet einen Sonderbericht zu den Ozeanen und Eisgebieten. Und mit dem Inselstaat Fidschi wird ein Land im November in Bonn die COP 23 veranstalten, das den Zusammenhang zwischen Ozeanmanagement und Klimawandel in den Fokus rückt.

Vor diesem Hintergrund veranstaltet die Britische Botschaft in Berlin in Zusammenarbeit mit dem Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) und dem DKK am 21. März einen Parlamentarischen Abend. Auf der Veranstaltung geben Prof. Dr. Mojib Latif, DKK-Vorstandsvorsitzender, und Dr. Peter Stott, Direktor des Hadley Centre for Climate Science des britischen Wetterdiensts, einen kurzen Input. Anschließend wird mit Expertinnen und Experten diskutiert, welche politischen Schritte aus wissenschaftlicher und gesellschaftspolitischer Sicht im Bereich Klima und Ozean möglich und nötig sind.

(2) DKK-Kolumne "Zur Sache"

2.1 Klimaforschung in der Tropfsteinhöhle

In seinem Beitrag berichtet Prof. Thomas Neumann vom Karlsruher Institut für Technologie von der Forschung zu Dürren, Stürmen und Hochwassern der Vergangenheit. Wann und wie stark Gesellschaften mit solchen Extremereignissen konfrontiert wurden – und wie sie damit umgingen, untersucht das Projekt „Check Extrema“ auch in den Tropfsteinhöhlen der Fränkischen Schweiz. Mehr…

 

2.2 Der Klima-Fußabdruck von Getreidefeldern

Der Analyse von Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft widmet sich Dr. Daniel Spengler vom Deutschen GeoForschungsZentrum in Postdam. Die Modellierung mit Online-Tools funktioniert schon sehr gut, ist für die Landwirte im Alltag aber aufwendig. Der Forscher arbeitet daran, dies mithilfe von Satellitendaten zu vereinfachen. Mehr…

(3) Aus Politik und Forschung

3.1 Ressortforschungsplan 2017 des BMUB

Welche Schwerpunkte das Bundesumweltministerium dieses Jahr in der Umweltforschung setzt und welche Forschungsprojekte konkret beginnen sollen, zeigt der Ressortforschungsplan 2017. Die Forschungsprojekte werden vom UBA an externe Forschungseinrichtungen vergeben. Mehr… 

 

3.2 Konferenz zur Veränderung des Meeresspiegels und den Folgen für die Küsten

Die Änderung des Meeresspiegels hat bereits für Küstengemeinden weltweit konkrete Folgen – und wird dies auch weiterhin haben. Um für gesellschaftliche Entscheidungen eine wissenschaftlich fundierte Basis zum Meeresspiegelanstieg bereitstellen zu können, hat das Weltklimaforschungsprogramm WCRP regionale Veränderungen des Meeresspiegels und dessen Auswirkungen auf die Küsten zu einem seiner interdisziplinären Grand Challenges gemacht. Gemeinsam mit der Intergovernmental Oceanographic Commission IOC veranstaltet das WCPR im Juli eine internationale Konferenz, die sich diesem Thema widmet und einen Überblick zum wissenschaftlichen Status quo bietet. Prof. Detlef Stammer vom Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit der Universität Hamburg ist Ko-Vorsitzender des wissenschaftlichen Organisationsausschusses. Die Konferenz findet von 10. bis 14. Juli an der Columbia University in New York statt. Mehr…

 

3.3 Theorie der Entscheidungen über Forschung zum Solar Radiation Management

Die Eindämmung des Klimawandels durch eine künstliche Reduktion der Sonneneinstrahlung auf die Erde (Solar Radiation Management, SRM) wird in der Wissenschaft kontrovers diskutiert. Kritiker befürchten, dass SRM-Forschung Anstrengungen zur Vermeidung von CO2 konterkariert. Im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgesellschaft geförderten Schwerpunktprogrammes zu Climate Engineering haben Forschende der Umweltökonomie und Meteorologie nun analysiert, unter welchen Voraussetzungen ergebnisoffene SRM-Forschung durchgeführt werden sollte. Mehr…

 

3.4 Neue Plattform für Erdbeobachtungsdaten

Landschaftsplaner, Meteorologinnen, Land- und Forstwirte, Naturschutzbeauftragte, Stadtentwicklerinnen - Erdbeobachtungssatelliten können diesen Berufsgruppen helfen, ihre Arbeit besser und effizienter zu gestalten. Doch sie profitieren nur dann von den Informationen aus dem All, wenn sie verlässlich, schnell und sicher an die benötigten Daten kommen. Dafür hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt nun die "Copernicus Data and Exploitation Platform - Deutschland" – kurz CODE-DE – freigeschaltet. CODE-DE sichert deutschen Nutzerinnen und Nutzern einen unkomplizierten Zugang zu Erdbeobachtungsdaten und erleichtert damit ihren Arbeitsalltag. Mehr…

(4) Neues von DKK-Mitgliedern

4.1 Universität Hohenheim wird neues DKK-Mitglied

Das DKK freut sich, die Universität Hohenheim dieses Jahr als neues Verbandsmitglied zu begrüßen. Bei der DKK-Jahrestagung und Mitgliederversammlung Ende März wird Prof. Dr. Volker Wulfmeyer die Universität und im speziellen das Institut für Physik und Meteorologie persönlich vertreten und vorstellen. Das DKK freut sich auf einen anregenden Austausch. Das übergreifende Forschungsziel des Instituts ist die Untersuchung des Erdsystems durch die Integration von Modellen und Beobachtungen insbesondere zur Bestimmung der Vorhersagbarkeit von (extremen) Niederschlägen auf der regionalen Skala. Dazu gehören neuartige Methoden zur Datenassimilation auf der Mesoskala, Untersuchungen von Grenzschichtprozessen und der Konvektion sowie die Entwicklung und Anwendungen neuartiger abtastender Laser-Fernerkundungssysteme. Mehr… 

 

4.2 Wetter-und-Klima-Bilanz 2016

In seiner jährlichen Wetter-und-Klima-Bilanz hob der DWD hervor, dass 2016 zwar den dritten globalen Temperaturrekord in Folge brachte und das Vorjahr auch hierzulande zu warm gewesen sei. Das Plus von 1,3 Grad in Deutschland verglichen mit dem Mittel des Zeitraums 1961-1990 brachte aber keinen Rekord. Bestimmend für das klimatologische Bild des Jahres 2016 in Deutschland seien aber Art und jahreszeitliche Verteilung der Niederschläge. Besonders auffällig sei die ab dem 26. Mai über zwei Wochen hinweg immer wieder auftretende Großwetterlage „Tief Mitteleuropa“ gewesen. Dabei kam es in Deutschland, Frankreich und Österreich verbreitet zu Starkniederschlägen und schweren Gewittern, oft verbunden mit Überschwemmungen, Sturzfluten und Erdrutschen.

Außerdem kündigte der DWD eine Neujustierung seines Hitzewarnsystems an. Ab 1. Juni werden besonders betroffene Städter, ältere und erkrankte Menschen gezielt über Hitzegefahren informiert. Ein YouTube-Video erklärt die Erweiterung. Alle Informationen finden sich auf der Website des DWD.

 

4.3 Erste globale Beobachtungs-Studie zum Sauerstoffbudget im Ozean

Der aktuell zu beobachtende globale Wandel lässt Wassertemperaturen steigen und verändert die Ozeanzirkulation. Das sorgt unter anderem dafür, dass weniger Sauerstoff im Oberflächenwasser der Meere gelöst ist und weniger Sauerstoff in die Tiefsee gelangt – mit weitreichenden Folgen für die Organismen im Meer. Diese Ergebnisse wurden von GEOMAR-Forschern im Wissenschaftsjournal Nature veröffentlicht. Mehr…

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Deutsches Klima-Konsortium e. V. (DKK)

im Wissenschaftsforum
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T: +49 30 76 77 18 69-0
F: +49 30 76 77 18 69-9
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Vorstand: Prof. Dr. Mojib Latif, Vorsitzender
Dr. Paul Becker | Prof. Dr. Gernot Klepper 
Prof. Dr. Jochem Marotzke | Prof. Dr. Monika Rhein

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