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April 2018

Liebe Leserinnen und Leser,

während in unserer DKK-Kolumnenreihe die Reform des EU-Emissionshandels diskutiert wird, finden in der DKK-Geschäftsstelle die letzten Vorbereitungen zur Jahrestagung statt. Mehr dazu erfahren Sie in dieser Ausgabe unseres Newsletters.

Die Themen in der Übersicht:

(1) DKK-Veranstaltungen: Jahrestagung, Bericht vom Parlamentarischen Abend zu Meeresströmungen
(2) DKK-Website: FAQ des IPCC-Sachstandsberichts, Klima-Fakten-Sammlung
(3) DKK-Kolumne: Dr. Michael Angrick und Prof. Grischa Perino kommentieren die Reform des EU-Emissionshandels, Dr. Christian Franzke schreibt über den Wert der Statistik für die Klimaforschung, Prof. Reimund Schwarze über den Koalitionsvertrag
(4) Aus Politik und Forschung: Klimabilanz 2017, Wetterbedingte Risiken der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien, IPBES zum Stand der Wissenschaft zur globalen Biodiversität
(5) Neues von den DKK-Mitgliedern: Auswirkungen einer 1,5-Grad-Erwärmung in Europa, Kühlung der Atmosphäre mit Aerosolen birgt Langzeitrisiko, gesundheitliche Anpassung an den Klimawandel, neue Doppelspitze beim PIK
(6) Preise: Deutscher Klimapreis der Allianz Umweltstiftung

Viel Spaß beim Lesen!

Marie-Luise Beck
Geschäftsführerin

(1) DKK-Veranstaltungen

1.1 DKK-Jahrestagung: Die Rolle der Klimawissenschaft in Gesellschaft, Politik und Öffentlichkeit

Welche Verantwortung kommt der Wissenschaft angesichts der Tatsache zu, dass trotz intensiver Forschung und stetigem Erkenntnisgewinn die Emissionen weiter steigen? Was bedeutet das für die wissenschaftliche Politikberatung? Und was folgt daraus für die Rolle der Klimaforschung in der Gesellschaft und den Medien? Diese und weitere Fragen werden auf der DKK-Jahrestagung am 19. April in Berlin aus verschiedenen Perspektiven diskutiert. Die Teilnahme an der Jahrestagung ist nur mit einer persönlichen Einladung möglich. Bei Interesse wenden Sie sich bitte via E-Mail an die DKK-Geschäftsstelle. Am Folgetag, 20. April, findet die interne DKK-Mitgliederversammlung statt.

1.2 Meeresströmungen wichtig für Klima, Meeresspiegel und Ökosysteme

Fotos vom Parlamentarischen Abend © DKK/KDM, S. Röhl

Was sind die Erfolge und Aufgaben der deutschen Meeresforschung im Zeichen des Klimawandels? Diese Frage diskutierten Fachleute aus Wissenschaft und Politik vor rund 85 Teilnehmenden in der Bremer Landesvertretung in Berlin am 21. Februar. Eingeladen hatten das Deutsche Klima-Konsortium (DKK) zusammen mit dem Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) und dem der Forschungsverbund RACE (Regionale Atlantik-Zirkulation im globalen Wandel). Mehr…

(2) DKK-Website

2.1 FAQ des IPCC-Sachstandsberichts

Die häufigen Fragen aus dem Fünften Sachstandsbericht des Weltklimarates sind eine beliebte Informationsquelle. Sie sind auf der DKK-Website komplett auf Deutsch verfügbar und liefern zu vielfältigen Klima-Themen verlässliche Informationen – ob Ozeanversauerung oder Kohlenstoffkreislauf. Der Forschungsverbund REKLIM und das AWI Klimabüro haben die deutsche Übersetzung der Veröffentlichung des Weltklimarats in Kooperation mit der deutschen IPCC-Koordinierungsstelle und dem Deutschen Klima-Konsortiums (DKK) veröffentlicht. Sie sind auch als Broschüre im PDF-Format oder als Druckexemplar verfügbar. Mehr…

2.2 Wissen hilft

Strand © DKK

Die Existenz des vom Menschen verursachten Klimawandels wird immer wieder in Frage gestellt. In der Wissenschaft aber ist unstrittig, dass sich das Klima der Erde wandelt und der Mensch der Hauptverursacher ist. Wir haben auf unserer Website Informationen und Links aus der Wissenschaft zusammengestellt – zur fundierten Recherche und Argumentation. Mehr…

(3) DKK-Kolumne

3.1 Die Reform des EU-Emissionshandels hat auch Nachteile

Zwar reduziert die Reform die Menge an Treibhausgasen, die in Zukunft ausgestoßen werden dürfen und geht damit den lang ersehnten Schritt in die richtige Richtung. Jedoch reduziert sie auch die Verlässlichkeit und Verständlichkeit des EU-Emissionshandelssystems, argumentiert Prof. Grischa Perino. Mehr...

3.2 Der EU-Emissionshandel ist besser als sein Ruf

Die Gründe erläutert Dr. Michael Angrick, Leiter der Deutschen Emissionshandelsstelle in seinem Beitrag – zeigt aber auch, was für wirksamen Klimaschutz noch getan werden muss. Die Reform des Emissionshandels ab 2021 hat das Europäische Parlament vor Kurzem angenommen. Mehr…

3.3 Der Wert der Statistik für die Klimaforschung

Globale Mitteltemperatur, lokale Schwankungen, komplexe Klimamodelle – hinter diesen zentralen Begriffen der Klimaforschung steckt Statistik. Warum sie wichtige Belege für den menschgemachten Klimawandel liefert und kein Grund für Zweifel ist, erklärt Dr. Christian Franzke in dieser Kolumne. Mehr…

3.4 Das bringt der Koalitionsvertrag dem Klima

Was der Koalitionsvertrag zwischen Union und Sozialdemokraten für das Klima bedeutet, analysiert der Klimapolitikexperte Reimund Schwarze. Mehr…

(4) Aus Politik und Forschung

4.1 Klimabilanz 2017

Wie sich die Temperatur und das Wetter sowie die Emissionen und Erneuerbaren Energien im vergangenen Jahr in Deutschland entwickelt haben, analysierten DWD und UBA im März.

Klima-Pressekonferenz des DWD:

  • 2017 ist weltweit erneut eines der drei wärmsten Jahre seit Aufzeichnungsbeginn 1881.
  • Deutschland brachte 2017 keinen neuen Temperaturrekord, es ist im Mittel seit 1881 um 1,4 Grad wärmer geworden.
  • Auffällig waren die vielen Extremereignisse. Wiederholt kam es zu Sturm und Starkregen – etwa Sturm Axel im Januar oder Xavier und Herwart im Oktober.

Emissionen-Analyse des UBA:

  • In Deutschland wurden 2017 insgesamt 904,7 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt – 4,7 Millionen Tonnen weniger als 2016.
  • Gegenüber 1990 hat Deutschland seine Emissionen bis zum Jahr 2017 um 27,7 Prozent gesenkt.
  • Das für 2020 vereinbarte Klimaziel von 40 Prozent soll so schnell wie möglich erreicht werden. Bis 2030 müssen die Emissionen um mindestens 55 Prozent gesenkt werden.

Hintergrund-Bericht des UBA zu Erneuerbaren Energien:

  • Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch hat einen kräftigen Sprung gemacht und stieg von 31,6 Prozent im Jahr 2016 auf 36,2 Prozent im Jahr 2017.
  • Erneuerbare vermeiden 179 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente Treibhausgasemissionen.

4.2 Wetterbedingte Risiken der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien

Der Ausbau erneuerbarer Energien ist wichtig, um die Klimaziele zu erreichen. Mit der wachsenden Bedeutung von Strom aus Wind und Sonne steigt aber die Abhängigkeit der Stromversorgung vom Wetter. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat deshalb in einer europaweiten Untersuchung ermittelt, wie stark die Stromproduktion aus Sonne und Wind wetterbedingt schwankt. „Unser Ergebnis ist eindeutig: Durch den kombinierten Einsatz von Windkraft an Land und auf See, Photovoltaik und einen europäischen Stromverbund können die Risiken durch Windflauten und sonnenscheinarme Phasen deutlich reduziert werden“, betont Dr. Paul Becker, Vizepräsident des DWD und Mitglied des DKK-Vorstands. Mehr…

4.3 IPBES zum Stand der Wissenschaft zur globalen Biodiversität

Die biologische Vielfalt geht in allen Regionen der Welt zurück. Diese Entwicklung gefährdet nicht nur die Umwelt, sondern auch Wirtschaft, Ernährungssicherheit und Lebensqualität der Menschen. Das ist das Fazit des Weltbiodiversitätsrats (IPBES), der Ende März im kolumbianischen Medellín den Stand der Wissenschaft zur globalen Biodiversität beriet und fünf Berichte verabschiedete. Der IPBES ist ein zwischenstaatliches Gremium zur wissenschaftlichen Politikberatung für das Thema biologische Vielfalt und vergleichbar mit ihrer älteren Schwester IPCC. Die Plattform wurde 2012 in Panama gegründet. Mehr Informationen auf der Website des BMU oder zu den Berichten direkt in den Summaries for Policymakers.

(5) Neues von den DKK-Mitgliedern

5.1 Auswirkungen des Klimawandels in Europa bei einer globalen Erwärmung von 1,5 Grad Celsius

Sieben Forschungsinstitutionen aus Europa und der Türkei haben ihr Fachwissen zusammengeführt, um die potenziellen Auswirkungen einer Erwärmung von 1,5 Grad Celcius auf verschiedene Sektoren in Europa zu untersuchen. Aus Deutschland waren Forschende des GERICS beteiligt. Mehr…

5.2 Künstliche Abkühlung der Atmosphäre mit Aerosolen birgt Langzeitrisiko

Das Klimaschutzabkommen von Paris verpflichtet die internationale Staatengemeinschaft, die globale Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Doch die menschengemachten Treibhausgasemissionen nehmen weiter zu statt ab. Können großtechnische Maßnahmen zur Klimaregulierung, sogenanntes Climate Engineering, eine Lösung sein? In der Fachzeitschrift Nature warnt Prof. Andreas Oschlies vom GEOMAR vor einem unterschätzten Langzeit-Risiko einer vorgeschlagenen Climate-Engineering-Maßnahme, die die Sonneneinstrahlung reduzieren soll. Mehr…

5.3 Studien zur gesundheitlichen Anpassung an die Folgen des Klimawandels

In Zusammenarbeit mit dem UBA und weiteren Forschungseinrichtungen legt das Bundesumweltministerium drei Studien zu den gesundheitlichen Anpassungserfordernissen an den Klimawandel vor. Diese befassen sich mit der Zunahme hitzebedingter Todesfälle, der Verbreitung exotischer Stechmücken, die verschiedene, bislang in Deutschland nicht vorkommende Krankheitserreger übertragen können, sowie mit der Untersuchung der Effektivität bereits bestehender Informationsdienste zur UV-Strahlung, Hitzewarnsystemen, Pollenvorhersage und Ozonvorhersage. Mehr…

5.4 Neue Doppelspitze am PIK soll Naturwissenschaften und Sozialwissenschaften noch stärker zusammenführen

Ab Ende September übernehmen der deutsche Ökonom Ottmar Edenhofer und der schwedische Erdsystemforscher Johan Rockström gemeinsam die Führung des PIK. Mit dem Abschied des Gründungsdirektors Hans Joachim Schellnhuber nach einem Vierteljahrhundert an der Spitze des zur Leibniz-Gemeinschaft gehörenden Instituts wird in Potsdam eine neue Ära beginnen. Mehr…

(6) Preise

Die Gewinner des Deutschen Klimapreises der Allianz Umweltstiftung 2018 stehen fest

Über 150 Schulen aus ganz Deutschland hatten sich 2018 um den Preis beworben. Die Wettbewerbsjury – darunter auch DKK-Geschäftsführerin Marie-Luise Beck – ermittelte Anfang März die fünf Schulen für die mit jeweils 10.000 Euro dotierten Hauptpreise. Die Preiseverleihung findet am 8. Juni im Schloss Bellevue statt. Mehr…

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Deutsches Klima-Konsortium e. V. (DKK)

im Wissenschaftsforum
Markgrafenstraße 37
10117 Berlin

T: +49 30 76 77 18 69-0
F: +49 30 76 77 18 69-9
E-Mail: info[at]klima-konsortium.de
www.deutsches-klima-konsortium.de

Vorstand: Prof. Dr. Mojib Latif, Vorsitzender
Dr. Paul Becker | Prof. Dr. Gernot Klepper 
Prof. Dr. Jochem Marotzke | Prof. Dr. Monika Rhein

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