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(1) Klimaforscher Latif mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) zeichnet Prof. Dr. Mojib Latif, Klima- und Meeresforscher und DKK-Vorstandsvorsitzender, und den Nachhaltigkeitswissenschaftler Prof. Dr. Johan Rockström mit dem Deutschen Umweltpreis 2015 aus. Dieser größte und unabhängige Umweltpreis Europas wird den beiden Wissenschaftlern am 8. November von Bundespräsident Joachim Gauck in Essen überreicht.

Latif „einer der herausragenden Klimaforscher Deutschlands“

Prof. Dr. Mojib Latif, Leiter des Forschungsbereiches Ozeanzirkulation und Klimadynamik im GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, sei – so erklärte die DBU – in seiner jahrzehntelangen Arbeit getrieben von der persönlichen Sorge um den Zustand des Planeten. Als einer der herausragenden Klimaforscher Deutschlands weise er unter anderem darauf hin, dass unser Planet ohne intakte Ozeane für Menschen unbewohnbar zu werden drohe. In zahlreichen Büchern und fachwissenschaftlichen Beiträgen richte er sich an Experten und ein breites Zielpublikum, auch an Kinder und Jugendliche. „Sprachgewandt, voller Optimismus, Leidenschaft und Faszination widmet sich Latif seinem Thema“, sagte Dr. Heinrich Bottermann, DBU-Generalsekretär. „Dabei bleibt er nicht bei der Vermittlung von Fakten stehen, sondern fordert immer wieder sehr konkret zum Handeln auf.“

Prof. Dr. Johan Rockström sei, so Bottermann weiter, ein „großer Denker und Kommunikator des Umweltschutzes unserer Zeit.“ Der Direktor des Stockholm Resilience Centre habe „zu einer Versachlichung in der Umweltdebatte beigetragen und eine dringend notwendige Mentalitätsveränderung ermöglicht hin zu einer Welt, die sich innerhalb wissenschaftlich festgelegter Grenzen für kritische, globale, die Stabilität des Planeten regulierende Parameter einsetzt."

Weitere Informationen finden Sie hier (Link).

(2) Neue Online-Vorlesung zum Klimawandel und seinen Folgen startet im November

Die Hauptreferenten des MOOC: Prof. Dr. Hermann Lotze-Campen, Prof. Dr. Mojib Latif, Prof. Dr. Anita Engels, Prof. Dr. Michael Schulz und Prof. Dr. Jochem Marotzke (v.l.n.r.) © DKK / WWF


Erstmals beschäftigt sich eine deutsche, frei zugängliche Online-Vorlesung mit dem Klimawandel und seinen Folgen. Entwickelt wird sie gemeinsam vom Deutschen Klima-Konsortium (DKK) und dem WWF Deutschland. Der interdisziplinäre Massive Open Online Course (MOOC) „Klimawandel und seine Folgen“ ist kostenlos und steht jedermann offen. Insbesondere Studierende und Lehrkräfte, aber auch alle anderen, die sich mit dem Klimawandel beschäftigen wollen, können sich dort auf dem neuesten Stand der Klimawissenschaften informieren. Gefördert wird das Projekt von der Robert Bosch Stiftung.

Der fünfwöchige Kurs startet am 9. November auf der MOOC-Plattform Iversity online. Dort kann man sich bereits dafür anmelden:
https://iversity.org/de/courses/klimawandel

Renommierte Forscher aus den führenden deutschen Klimaforschungsinstituten

Wir konnten 19 renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den DKK-Mitgliedseinrichtungen für die Online-Vorlesung gewinnen. Sie stellen die wissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels und die Folgen für Natur und Gesellschaft in Kurzvorträgen dar und geben einen Ausblick auf Lösungsoptionen. Mojib Latif vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, Jochem Marotzke vom Max-Planck-Institut für Meteorologie Hamburg, Michael Schulz vom MARUM-Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen, Hermann Lotze-Campen vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, und Anita Engels, Sprecherin eines Klimaforschungs-Exzellenzclusters an der Universität Hamburg, wirken als Hauptreferenten mit. Außerdem tragen Dr. Christiane Textor, Leiterin der deutschen IPCC-Koordinierungsstelle in Bonn, Dr. Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach, und viele andere mit ihren jeweiligen Spezialgebieten dazu bei, dass alle Facetten des Klimawandels und des menschlichen Umgangs damit zur Sprache kommen. Moderiert wird das MOOC von ZDF-Wissenschaftsjournalist Dirk Steffens („Terra X“).

Ein modernes Bildungsformat in Zeiten digitalen Lernens

Das MOOC ist ein modernes Bildungsformat in Zeiten digitalen Lernens, anschaulich aufbereitet mit Animationen und Grafiken. In kurzen Vorträgen, unterbrochen von Arbeitsaufträgen, kreativen Aufgaben und parallel laufenden Denkspielen, wird fundiert informiert und zum eigenständigen Weiterdenken angeregt. Wöchentlich können sich die Teilnehmer der „Herausforderung der Woche“ stellen, um den Lernstoff direkt in die Praxis umzusetzen.

Rund 2.500 Teilnehmer haben sich bereits in den letzten Wochen für das MOOC angemeldet.

Mit dem Kurs erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, ein Grundverständnis des Klimasystems und seiner zunehmenden Störungen zu erwerben, lernen die Ursachen und Folgen des menschengemachten Klimawandels kennen und die unterschiedlichen Optionen zu seiner Bewältigung. Sie erfahren mehr über die wissenschaftliche Arbeitsweise und lernen interessengeleitete Informationen von wissenschaftlich belastbarem Wissen zu unterscheiden.

Melden Sie sich bei Iversity zum MOOC an
https://iversity.org/de/courses/klimawandel

Den Trailer zum MOOC mit Dirk Steffens finden Sie hier (Link).

Weitere Informationen zum MOOC auf der
DKK-Website (Link)
WWF-Website (Link)

(3) DKK-Veranstaltungen

3.1. Parlamentsfrühstück zu „Klimawandel – Herausforderung an die Klimaforschung“

Für den 30. September 2015 lädt das DKK zu einem Parlamentsfrühstück, um mit Bundestagsabgeordneten ein Gespräch über die Zukunft der Klimaforschung zu führen. Dafür werden Prof. Dr. Mojib Latif, DKK-Vorstandsvorsitzender, und Prof. Dr. Gernot Klepper, Institut für Weltwirtschaft (IfW) der Universität Kiel, den Parlamentariern und Mitarbeitern aus den Abgeordnetenbüros und Fraktionen das DKK-Positionspapier „Perspektiven für die Klimaforschung 2015 bis 2025“ vorstellen. Mit dem Positionspapier lenkt das DKK die Aufmerksamkeit auf Zukunftsthemen und den Bedarf an neuen Strukturen. Zudem strebt es eine Vertiefung der Zusammenarbeit und des Dialogs zwischen Wissenschaft und Politik an.

Das DKK-Positionspapier zum Herunterladen finden Sie hier (Link).

3.2. Klimaabkommen in Paris – Startschuss für die globale Transformation?
Briefing vor der 21. UNFCCC-Klimakonferenz im Auswärtigen Amt, 12. November 2015

Lange Zeit galt Klimaschutz Vielen als Kostentreiber, als Bremsklotz für Wirtschaftswachstum und Entwicklung. Inzwischen zeichnet sich ab: Eine Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und CO2 -Emissionen ist möglich. Eine kohlenstoffarme Wirtschaft ist das wettbewerbsfähige Modell der Zukunft.

Die 21. Weltklimakonferenz (Conference of the Parties, COP) in Paris ist die Chance, diese Entwicklung voranzutreiben und mitzugestalten und die notwendige Transformation im Verbund mit der Staatengemeinschaft zu meistern.

In einer gemeinsamen Veranstaltung des Auswärtigen Amts, des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, und des Deutschen Klima-Konsortiums erläutern Expertinnen und Experten aus den offiziellen Delegationen Deutschlands und Frankreichs, wie der Weltklimagipfel zum Erfolg geführt werden kann und wer mit welchen Erwartungen nach Paris fährt. Rednerinnen und Redner aus der Wirtschaft und der Wissenschaft beleuchten die wirtschaftlichen Risiken des „Business-as-Usual“ und zeigen beispielhaft reale Möglichkeiten und Chancen für einen kohlenstoffarmen Entwicklungspfad.

Zum Programm (Link).

Zur Anmeldung (Link).

(4) ZUR SACHE! Klimaforschung konkret

In der DKK-Kolumne „Zur Sache“ erscheinen persönliche Einschätzungen, Meinungen und Berichte von bekannten Klimaforscherinnen und Klimaforschern zu aktuellen, breit gefächerten Forschungsthemen.

In den letzten Wochen erschienen:

Klimapolitik am Scheideweg: Bringt der Weltklimagipfel eine Lösung?
Im Vorfeld der Pariser Weltklimakonferenz konstatieren Dr. Oliver Geden, Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), und Dr. Silke Beck, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig – UFZ, einen Paradigmenwechsel in der internationalen Klimadiplomatie, weg von „problemzentrierten“ hin zu „akteurszentrierten“ Konzepten. Sie fragen: „Was ist im Zweifelsfall wichtiger, die Einbeziehung möglichst aller Staaten in die internationale Klimapolitik oder das Festhalten an langfristigen, abstrakten Klimastabilisierungszielen?“

Lesen Sie hier (Link) weiter.

Was können wir aus der Hitze und Dürre dieses Sommers über die Folgen des Klimawandels lernen?

fragt Prof. Dr. Reimund Schwarze, Klimaökonom am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ, und führt Defizite bei der Anpassung auf.

Zur Kolumne (Link).

In „Ökoeffiziente Flugrouten: Wie sich die Klimawirkung des Luftverkehrs verringern lässt“

beschreibt Prof. Dr. Volker Grewe, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR), wie sich der Flugverkehr künftig durch die Vermeidung klimasensitiver Regionen ökoeffizienter gestalten ließe.

Zur Kolumne (Link).

Diese und weitere Kolumnen finden Sie hier (Link).

(5) Klimawandel im Kino

THULETUVALU

„Der Klimawandel ist schon heute spürbar. Gerade die Menschen, die den geringsten Anteil an der Erderwärmung haben, sind am stärksten betroffen."

Prof. Dr. Mojib Latif über THULETUVALU

© barnsteiner-film

Seit Mitte August ist der mehrfach ausgezeichnete Dokumentarfilm THULETUVALU in deutschen Kinos zu sehen. Darin zeigt Regisseur Matthias von Gunten das Schicksal zweier Orte, die an unterschiedlichen Enden der Welt liegen und doch untrennbar durch den Klimawandel verbunden sind: Thule in Grönland, der nördlichste Ort der Erde, und Tuvalu, ein Inselstaat im Südpazifik. Das in Thule schmelzende Eis lässt die Inseln von Tuvalu durch den ansteigenden Meeresspiegel zunehmend verschwinden.

Bei der Kinopremiere in Kiel am 13.8. sprach Regisseur von Gunten mit Klimaforscher Mojib Latif über die Auswirkungen des Klimawandels. Am 11. November um 19 Uhr wird der Film in Berlin in der Urania gezeigt.

Zum Filmtrailer, weiteren Informationen und Spielzeiten
www.thuletuvalu.de

(6) Ausblick: Veranstaltungen von DKK-Mitgliedern und Partnern

6.1. Klimawandel im Küstenraum
5. REKLIM Konferenz am 29.09.2015 in Bremen

Der Forschungsverbund REKLIM „Regionale Klimaänderungen – Ursachen und Folgen“ der Helmholtz-Gemeinschaft führt heute seine 5. Regionalkonferenz in Bremen durch. Die Konferenz ist bereits ausgebucht, Anmeldungen sind nicht mehr möglich.

REKLIM wurde 2009 mit dem Ziel gegründet, die regionalen Auswirkungen und Folgen des Klimawandels mit dem Fokus auf Deutschland und Westeuropa zu untersuchen. Der Schwerpunkt der diesjährigen Veranstaltung liegt auf den Auswirkungen des Klimawandels im Küstenraum. Hierzu gibt es Beiträge sowohl von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Forschungsverbund REKLIM wie auch von regionalen Akteuren.

Zum Programm (Link).

6.2.  Ist Klimaschutz ein Motor, um Jugendliche für MINT zu begeistern?
WWF Schülerakademie 2°Campus am 27. Oktober 2015, 15-18 Uhr, in Berlin

Immer noch ist die Zahl der Jugendlichen, die sich für die MINT-Fächer begeistern, gering. Die WWF Schülerakademie 2°Campus fragt: Gewinnen wir mehr Jugendliche für die MINT-Fächer, wenn sie mit einem gesellschaftlichen Anliegen wie dem Klimaschutz verbunden sind?

Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) zeigt durch erste Studienergebnisse auf, welche Ansätze der MINT-Förderung es generell gibt und welche Stärken und Schwächen sie haben. Die Studie umfasst auch die Frage, ob und inwiefern die Verbindung mit den Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit einen Einfluss auf die Wirkung der Angebote haben können. Auftraggeber der Studie sind das Umweltbundesamt sowie das Bundesumweltministerium (BMUB). Die WWF Schülerakademie 2°Campus verdeutlicht, welche Erfahrungen in der Praxis gemacht wurden. Ziel ist es, ein MINTgrünes Netzwerk aufzubauen, das die Stärken zweier Bereiche zusammenbringt: MINT und Bildung für Nachhaltige Entwicklung.

Ort: Repräsentanz der Robert Bosch Stiftung, Französische Straße 32, 10117 Berlin

Anmeldung bis zum 15. Oktober 2015 unter Ivonne.Droessler[at]wwf.de

Ausführliche Infos unter: www.2-grad-campus.de

(7) Neue UN-Nachhaltigkeitsagenda verabschiedet

Trickfilm des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) zu den planetarischen Leitplanken

Am vergangenen Freitag haben rund 150 Staats- und Regierungsvertreter beim UN-Gipfeltreffen in New York neue Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Developments Goals, SDGs) verabschiedet. Die 17 Ziele sollen bis 2030 extreme Armut und soziale Ungleichheit beseitigen und die Lage von Umwelt und Menschenrechten verbessern.

Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) hat in diesem Zusammenhang auf die Berücksichtigung planetarischer Leitplanken bei der Umsetzung der SDGs hingewiesen. In dem kurzen Trickfilm „Macht Mensch“ wird das Konzept planetarischer Leitplanken erläutert. 

Zum Video (Link).

Zum WBGU-Politikpapier „Zivilisatorischer Fortschritt innerhalb planetarischer Leitplanken – Ein Beitrag zur SDG-Debatte“ (Link).

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Beste Grüße

Marie-Luise Beck

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Geschäftsführerin
Deutsches Klima-Konsortium e.V. (DKK)
im Wissenschaftsforum
Markgrafenstraße 37
10117 Berlin

T: +49 30 76 77 18 69-0
F: +49 30 76 77 18 69-9
E-Mail: info(at)klima-konsortium.de
www.deutsches-klima-konsortium.de

Vorstand: Prof. Dr. Mojib Latif, Vorsitzender
Dr. Paul Becker | Prof. Dr. Gernot Klepper 
Prof. Dr. Jochem Marotzke | Prof. Dr. Monika Rhein

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