06/13

(1) Kommunikation IPCC

Am 27. September wird in Stockholm der erste Teilbericht zu den Physikalischen Grundlagen des fünften Assessment Reports der Öffentlichkeit vorgestellt. Das sog. "Summary for Policy Makers" und der uneditierte Bericht sind ab diesem Tag online.
Aus diesem Anlass fand am 27. Mai auf Einladung des Umweltbundesamtes (UBA), der European Climate Foundation (ECF) und des DKK ein Presse-Hintergrundgespräch in Berlin statt. Jonathan Lynn, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des IPCC-Sekretariats in Genf, hielt dazu eine Einführung und beantwortete die Fragen der Journalisten.
Am 28. Mai nahm die Geschäftsführerin des DKK an dem Fachgespräch zur Kommunikation von IPCC teil. Rund 30 TeilnehmerInnen aus Behörden, Wissenschaft und Verbänden waren zusammengekommen, um mit Herrn Lynn Kommunikationsanforderungen der IPCC-Teilberichte zu diskutieren und sich über geplante Vorhaben auszutauschen. Über eine interne Plattform wollen sich die TeilnehmerInnen weiter vernetzen und austauschen.

(2) DKK-Klimafrühstück zum Europäischen Emissionshandel

Am 28. Juni findet zum zweiten Mal der Medien-Hintergrundkreis "DKK-Klimafrühstück" zum Thema Emissionshandel statt. Die beiden Expertinnen, Prof. Dr. Anita Engels, Sozialwissenschaftlerin an der Universität Hamburg und stellvertretende Sprecherin des Exzellenzclusters CLiSAP, und Dr. Sonja Peterson, Wissenschaftliche Geschäftsführerin am Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) geben unter dem Titel "Backloading reloaded - ist der europäische Emissionshandel noch zu retten?" Auskunft zu den Hintergründen.

(3) Save the Date: Pre-Briefing COP 19 Warshaw am 24. Oktober

DKK, Auswärtiges Amt und Bundesumweltministerium laden bereits zum dritten Mal gemeinsam im Vorfeld der alljährlichen Conferences of the Parties (COP) zu einem Briefing am 24.10.13, 9 bis 14 Uhr, ein. Neben Informationen zu den bevorstehenden Verhandlungsthemen wird der erste Teilbericht des IPCC / AR 5 vorgestellt und nach Chancen und Wirkung dieses einzigartigen aber auch immer wieder in Kritik stehenden Politik-Instruments auf die Klimaverhandlungen gefragt. In einem zweiten Panel geht es um nationale und zivilgesellschaftliche Klimaschutz-Initiativen und die Überlegung, inwieweit sie "von unten" Druck auf erfolgreiche Verhandlungen machen können. Zielgruppe sind Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Politik, MedienvertreterInnen, das diplomatische Corps sowie WissenschaftlerInnen, die den Dialog mit Stakeholdern suchen.

(4) Climate Engineering: Risks Challenges Opportunities

Das DFG-Schwerpunktprogramm "Climate Engineering: Risks Challenges Opportunities" startete am 3. Juni mit einer Auftaktveranstaltung in Berlin. Prof. Andreas Oschlies vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum 
für Ozeanforschung Kiel, Initiator und Koordinator des Programmes, stellte die Ziele und Methoden des Forschungsprogrammes vor. Es bewertet in den nächsten sechs Jahren, den Stand der Forschung, die Risiken und Nebenwirkungen dieses Forschungsfeldes. Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Podiumsdiskussion, an der neben WissenschaftlerInnen auch die Gesellschaft in Form von Dr. Manfred Treber von Germanwatch e.V. sowie der SPD-Bundestags­abge­ordneten René Röspel, teilnahmen.
http://www.spp-climate-engineering.de/startseite.html

(5) Förderinitiativen

(a) Das BMBF hat aktuell drei neue Förderausschreibungen veröffentlicht:

1. Förderung der Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern des Asiatisch-Pazifischen Raums und der Region Lateinamerika und Karibik
Gefördert werden prioritär Vorhaben in den Bereichen:  Gesundheitsforschung (Epidemiologie etc.),  Biotechnologie, inkl. Biodiversität, Umweltforschung mit Schwerpunkt Umwelttechnologien, Energie, Wasser, Klima und Meeresforschung, Ingenieurwissenschaften (u. a. Maschinenbau, Bauwesen, Logistik), Informations- und Kommunikationstechnologien.

2. Förderung der Wissenschaftlich- Technologischen Zusammenarbeit mit Mexiko
Schwerpunktbereiche dieser Bekanntmachung sind: Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Umwelttechnologien, Grundlagenforschung zu erneuerbaren Energien, Biotechnologie und Medizin und Gesundheitsforschung

3. Förderung der Wissenschaftlich-Technologischen Zusammenarbeit (WTZ) mit Brasilien
Gefördert werden gemeinsame Forschungsprojekte in den Themenfeldern: Biotechnologie und Bioökonomie, Gesundheitsforschung und Medizintechnik, Nachhaltigkeitsforschung zu Naturressourcen, Energie, Klimaschutz und Umwelttechnologien, Informations- und Kommunikationstechnologie, Risikoprävention bei Naturkatastrophen, Nanotechnologie

Mehr Details in der DKK-Förderdatenbank: http://www.deutsches-klima-konsortium.de/de/klimafoerderung.html

(b) Ausschreibung der EU-Kommission Klima & Umwelt zur Auswirkung des europäischen Emissionshandels auf Investitionsentscheidungen:
Untersucht werden soll, ob und wenn ja wie EU-ETS (EU emission trading system) Auswirkungen auf Investitionsentscheidungen bei Industrie und Stromproduzenten hat. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 05.07.2013

Nähere Informationen: http://ec.europa.eu/clima/tenders/2013/170261/index_en.htm

(6) Nachrichten aus Politik und Gesellschaft

(a) World-Energy Outlook-Sonderbericht der Internationalen Energie-Agentur (IEA)
Anlässlich der Präsentation des Sonderberichts "Redrawing the Energy-Climate Map" am 11. Juni im Bundesministerium für Wirtschaft in Berlin, kritisierte Chefökonom Fatih Birol deutlich den weiterhin ungebremsten Anstieg der CO2 Emissionen. Der Bericht hält eine 2 Grad Welt noch immer für technisch erreichbar. Voraussetzung ist rasches und ambitioniertes Handeln, insbesondere im Energiesektor, der für zwei Drittel der Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Der Bericht empfiehlt für diesen Sektor vier Maßnahmen: Energieeffizienz, Verminderung ineffizienter Kohlekraftwerke, und des Methanausstoßes bei der Öl- und Gasförderung sowie "beschleunigte teilweise Einstellung der Subventionierung von fossilen Brennstoffen".
Dr. Bernhard Heitzer, Staatssekretär am Bundesministerium für Wirtschaft, sagte in seiner Einführungsrede, es  gehe schon heute um die Weichenstellung für die Zeit nach 2020. Wohin die Reise geht, darüber gebe es aber noch keinen Konsens. Während Heitzer eine Begrenzung forderte, da wo Klimapolitik nicht "wirtschaftsverträglich" sei, versucht Birol die Antizipation des Klimawandels als Wettbewerbsvorteil zu betonen.
Die EEA gehört zur Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die die entwickelten Länder in der Welt repräsentiert. Den Anteil der OECD-Länder an der Gesamtmenge der weltweiten Treibhausgase bezifferte die IEA auf 40 Prozent, also annähernd die Hälfte. Sie berät 28 Regierungen in aller Welt, darunter die deutsche Bundesregierung.
Der vollständige Sonderbericht (englisch) steht hier zum Download bereit: http://www.iea.org/publications/freepublications/publication/WEO_RedrawingEnergyClimateMap.pdf
Die deutsche Zusammenfassung finden Sie hier:
http://www.iea.org/media/translations/weo/Redrawing_Energy_Climate_Map_German_WEB.pdf

(b) Agora Energiewende: Großer Handlungsspielraum bei Ausbau der erneuerbarer Energien
Im Auftrag der Initiative "Agora Energiewende" erarbeitete das Aachener Beratungsunternehmen Consentec mit Unterstützung durch das Fraunhofer-Institut IWES in Kassel die Studie „Kostenoptimaler Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland“. Nach der Aachener Expertise ist es „einerlei, ob Wind- und Solarstromanlagen eher an den besten Standorten oder in der Nähe der Verbraucher gebaut werden“. Die Kosten liegen nicht weit auseinander. Und selbst das Tempo des Netzausbaus spielt dabei keine Rolle. Mehr noch: 2,5 Mrd. Euro pro Jahr lassen sich sogar einsparen, wenn mehr Windkraft an Land installiert wird und weniger auf See.
weitere Informationen, inkl. Download der Studie: http://www.agora-energiewende.de/themen/optimierung/detailansicht/article/grosser-handlungsspielraum-bei-ausbau-der-erneuerbaren-energien-1/

(c) Schlussbericht der Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ im Bundestag
Am 6. Juni legte die Enquete-Kommission “Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität – Wege zum nachhaltigen Wirtschaften und gesellschaftlichen Fortschritt in der Sozialen Marktwirtschaft“ dem Bundestag ihren Schlussbericht vor. Seit Ende 2010 erarbeiteten 34 Sachverständige einen Leitfaden für wirtschaftliches Wachstum, das gleichsam sozial- und umweltverträglich ist. In diesem Zuge stellten die Experten neue Indikatoren für den Wohlstand auf, darunter erstmals auch Maße von Treibhausgasemissionen, Stickstoffgehalt und Artenvielfalt. Nachdem der Bundestag den Bericht einstimmig zur Kenntnis genommen hatte, folgte eine Diskussion der Abgeordneten, die sich vor Allem mit dem Wachstum als Ziel, Mittel oder Folge beschäftigte.
Den vollständigen Schlussbericht finden Sie unter: http://www.bundestag.de/bundestag/gremien/enquete/wachstum/Schlussbericht/index.html
Die Plenardebatte als Video finden Sie unter:
http://www.bundestag.de/Mediathek/index.jsp?isLinkCallPlenar=1&action=search&ids=2418418&instance=m187&categorie=Plenarsitzung&destination=search&mask=search

(d) "Have the Climate Sceptics really won?"
... fragt der Politikwissenschaftler Roger Pielke Jr., bekannt als Autor von "The Honest Broker" und "Climate Fix". In einem Gastbeitrag vom 24. Mai 2013 in "The Guardian" stellt der US-Wissenschaftler fest, dass die öffentliche Debatte über den Klimawandel schon längst gewonnen sei - von der Wissenschaft. Er kritisiert "the pathological obsession of many environmental campaigners with the climate sceptics" als kontraproduktiv, genauso wie katastrophische Kommunikation zum Klimawandel, die lediglich Abwehrreaktionen in der Bevölkerung hervorrufen könne. Ursächlich hierfür ist seiner Meinung nach das sog. "Defizit Modell", wenn es um die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit geht. Nach diesem Modell würden sich politische Maßnahmen quasi automatisch einstellen, sobald die in der Bevölkerung vorhandenen Wissens-Defizite von der Wissenschaft durch Fakten "aufgefüllt" worden seien. Kein Wunder also, dass die Schlacht auf dem Feld der Fakten ausgetragen werde, mit dem Ziel auch noch den letzten Zweifler zu überzeugen oder zum Schweigen zu bringen. Alle Empirie lege jedoch nahe, dass es diese Kausalkette nicht gebe. Zukünftig gehe es vielmehr darum, die Machbarkeit einer "Low Carbon Society" wissenschaftlich durchzubuchstabieren und weiter zu treiben.
http://www.guardian.co.uk/science/political-science/2013/may/24/climate-sceptics-winning-science-policy

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