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November 2016

In dieser Ausgabe:

(1) DKK-Veranstaltungen

1.1 Forschende stellen deutsches System zur Jahreszeitenvorhersage vor

DKK-Klima-Frühstück am 13. Oktober mit dem Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit (CEN) der Universität Hamburg, dem Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) und dem Deutschen Wetterdienst (DWD)

Auf einer neuen Website des DWD werden die monatlich aktualisierten Klimatrends veröffentlicht.
© DKK, Foto: S. Sharifi

Seit Oktober können Interessierte und Entscheider die globalen Jahreszeitenvorhersagen eines in Deutschland entwickelten Prognosesystems jederzeit auf einer neuen Website einsehen – inklusive Angabe der Eintrittswahrscheinlichkeit. Anlässlich des Website-Launches stellten die drei Forschenden ihr Prognosesystem beim DKK-Pressegespräch rund zwölf interessierten Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten in Berlin vor.

Seit gut fünf Jahren arbeiten Prof. Johanna Baehr (CEN), Dr. Kristina Fröhlich (DWD) und Dr. Wolfgang Müller (MPI-M) zusammen an dem Projekt. Sie nutzen das Klimamodell (MPI-ESM) des Max-Planck-Instituts für Meteorologie, haben es aber speziell an die globale Jahreszeitenvorhersage angepasst. Jetzt kann der DWD damit routinemäßig einmal im Monat Klimatrends berechnen, und die interessierte Öffentlichkeit den Forschenden bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen.

Die Methodik hinter den Prognosen unterscheidet sich grundlegend von der der Wettervorhersage. Denn statt detaillierter Aussagen gibt eine Jahreszeitenvorhersage Auskunft über jahreszeitlich gemittelte Trends. Es geht also um Aussagen zu Wahrscheinlichkeiten, mit denen Abweichungen gegenüber dem Langzeitklima erwartet werden. Auf den Karten der Website sieht man die für die kommenden Monate prognostizierten Temperaturabweichungen von der Durchschnittstemperatur.

Was genau die Nutzerinnen und Nutzer noch sehen können und was nicht, erklärt Dr. Kristina Fröhlich auch im kurzen Interview auf unserem YouTube-Kanal. Dort finden Sie auch Gespräche mit den beiden anderen Forschenden.




1.2 Experten informieren über Klimawandel in Deutschland

Parlamentarischer Abend des DKK gemeinsam mit dem Climate Service Center Germany (GERICS) am 30. November

Auf Initiative von Guy Brasseur, Klimawissenschaftler und ehemaliger Direktor von GERICS, erschien am 3. November mit „Klimawandel in Deutschland: Entwicklung, Folgen, Risiken und Perspektiven“ erstmalig ein wissenschaftliches Kompendium, das den internationalen Fünften Sachstandsbericht des Weltklimarates systematisch auf Deutschland herunterbricht. In sämtlichen Lebensbereichen und Wirtschaftssektoren muss Deutschland mit teils gravierenden Veränderungen rechnen. Anlässlich der Buchveröffentlichung lädt das Deutsche Klima-Konsortium gemeinsam mit GERICS, einer Einrichtung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht, am 30. November zum Parlamentarischen Abend.

Die beiden Herausgeber, Prof. Daniela Jacob und Prof. Guy Brasseur, sowie Petra Mahrenholz und Prof. Jürgen Scheffran, stellvertretend für das Autorenteam, informieren auf der Veranstaltung in knappen Impulsen und stellen sich im Anschluss der Diskussion.

Für das online frei verfügbare Kompendium haben 126 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf über 350 Seiten grundlegende Informationen zu Themen wie Hochwasser, Dürre, Gesundheitsgefahren, Bodenerosion oder Verkehr und Versorgungsinfrastrukturen zusammengetragen. Die Analyse erfolgte fächerübergreifend und berücksichtigt deshalb auch gesellschaftliche, sich verstärkende oder kaskadierende Effekte, die der Wissenschaft bei isolierter Betrachtung oft entgehen.

(2) DKK-Kolumne „Zur Sache“

In der DKK-Kolumne „Zur Sache“ erscheinen persönliche Einschätzungen, Meinungen und Berichte von bekannten Klimaforscherinnen und Klimaforschern zu aktuellen, breit gefächerten Forschungsthemen.

Neu erschienen:

US-Wahlen: Rückwärtsgang in der Klimapolitik oder Supermacht der sauberen Energien?

Screenshot des berühmt gewordenen Klima-Tweets von Donald Trump

Lesen Sie im Text des DKK-Vorstandsvorsitzenden Prof. Mojib Latif kurz vor der großen Präsidentschaftswahl morgen in den USA, was das Ergebnis für den internationalen Klimaschutz und die gleichzeitig laufenden Verhandlungen auf der Weltklimakonferenz in Marrakesch bedeutet. Mehr…

(3) Aus Politik und Forschung

3.1 Weltklimakonferenz beginnt heute in Marrakesch

Viel schneller als erhofft, trat der Weltklimavertrag von Paris bereits am 4. November in Kraft. Somit feiert die  22. UN-Klimakonferenz (COP 22) in Marrakesch als die erste Vertragsstaatenkonferenz Premiere. Ab heute wird in Marokko bis zum 18. November verhandelt, wie die nationalen Beiträge konkret aussehen können und welche Maßnahmen nötig sind. Es bleibt spannend, ob das Ambitionsniveau gehalten werden kann, das die Ratifizierung des Abkommens von Paris so unerwartet schnell möglich gemacht hat – und auch die Umsetzung vorantreiben wird. Das Ziel ist klar: Es gilt, die globale Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.

  • Offizielle Website der UNFCCC
  • Informationen des DKK-Briefings vor der COP 22 auf unserer Website


3.2 Beiträge zum Scoping für den Sechsten IPCC-Sachstandsbericht jetzt einreichen

Wissenschaftliche Expertinnen und Experten des Klimawandels als auch Nutzerinnen und Nutzer der Berichte des IPCC aus Wissenschaft, Regierung, Behörden, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sind aufgerufen, bis 9. November ihren Beitrag zum Scoping für den Sechsten IPCC-Sachstandsbericht (AR6) einzureichen. Es können sowohl Themen als auch methodische Ansätze benannt werden, die im Sechsten Sachstandsbericht und in den Sonderberichten des Weltklimarats (IPCC) besondere Beachtung finden sollen. Die Antworten tragen zu einem mehrstufigen Konsultationsprozess des IPCC bei, dessen Ergebnis eine Gliederung für die jeweiligen Berichte sein wird. Der IPCC Focal Point im Bundesumweltministerium wird für Deutschland einen konsolidierten Vorschlag einreichen, in den die Beiträge eingehen.

Für den kommenden Berichtszyklus hat sich der IPCC viel vorgenommen. Der Sechste Sachstandsbericht wird wieder aus drei Bänden und einem übergreifenden Synthesebericht bestehen (Termin der Verabschiedung in Klammern):

  • Naturwissenschaftliche Grundlagen des Klimawandels (2021)
  • Folgen des Klimawandels, Anpassung und Verwundbarkeit (2021)
  • Minderung des Klimawandels (2021)
  • Synthesebericht: Hauptaussagen der drei Bände und der drei geplanten Sonderberichte (2022)

Darüber hinaus sollen drei Sonderberichte erstellt werden:

  • Sonderbericht über 1,5 Grad globale Erwärmung (Oktober 2018); Gliederung bereits beschlossen
  • Sonderbericht über den Landsektor einschließlich Wüstenbildung, Landdegradation, nachhaltiges Landmanagement und Ernährungssicherheit (Herbst 2019)
  • Sonderbericht Ozeane und Kryosphäre (Herbst 2019)

Weitere Informationen:


3.3 Neue Website des BMVI-Expertennetzwerks

Das BMVI-Expertennetzwerk ist ein neues Forschungsformat der Ressortforschung. Sieben Ressortforschungseinrichtungen und Fachbehörden des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) haben sich 2016 zu einem Netzwerk zusammengeschlossen.

Ziel ist es, drängende Verkehrsfragen der Zukunft durch Innovationen in den Bereichen Klimaanpassung, Umweltschutz und Risikomanagement aufzugreifen. Auf der Homepage präsentiert das BMVI-Expertennetzwerk seine Themenfelder, aktuelle Termine und Workshops oder zahlreiche Forschungsprojekte.

(4) Neues von DKK-Mitgliedern

4.1 Schellnhuber zum Vorsitzenden der EU-Expertengruppe für Dekarbonisierung bestimmt

Um Wissenschaft und Innovation für die Umsetzung des Abkommens von Paris und zur Unterstützung der EU-Klimapolitik zu mobilisieren, hat die Europäische Kommission eine hochrangige Expertengruppe damit betraut, Pfade zur Dekarbonisierung zu erkunden. Der Physiker Prof. Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), wurde zum Vorsitzenden bestimmt. Die neun unabhängigen Berater – berufen vom Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation Carlos Moedas – werden auf wissenschaftlicher Grundlage politikrelevante Empfehlungen für die EU-Kommission erarbeiten. Der Abschlussbericht erscheint in drei Jahren.


4.2 Neue Ausstellung „Das Meer beginnt hier – Polarregionen“ im Bundesministerium für Bildung und Forschung eröffnet

Am 8. November wird die Ausstellung von Bundesforschungsministerin Johanna Wanka eröffnet und ist bis zum 9. April 2017 im Foyer des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Berlin zu besichtigen. Anlässlich des Wissenschaftsjahres 2016*17 – Meere und Ozeane gibt sie Einblicke in die Forschungswelt der Polarregionen.

Die Polarregionen sind nicht nur faszinierende, sondern auch sensible Ökosysteme. Klimaveränderungen sind in Arktis und Antarktis zuerst spürbar und wirken sich hier auch weit gravierender aus als andernorts auf der Erde. Die Eisbedeckung im Arktischen Polarmeer war in den vergangenen Sommern so gering wie nie zuvor seit dem Beginn regelmäßiger Messungen. Was bedeutet das Schmelzen der Eismassen für uns? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für das Leben in den Meeren und an Land?

(5) In eigener Sache

Wissenschaftliche Mitarbeiterin oder Mitarbeiter für englischsprachige Online-Vorlesung zum Klimawandel gesucht

Ab dem 1. Dezember 2016 bietet das Deutsche Klima-Konsortium eine spannende Teilzeitstelle (50 Prozent) im Bereich Bildung. Bei dem zu besetzenden Projekt handelt es sich um die Online-Vorlesung im Format eines MOOC (Massive Open Online Course) zum Thema „Climate Change and its Impacts“ in englischer Sprache. Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt gefördert.

Wir freuen uns über die Weiterleitung und Veröffentlichung der Stellenanzeige.

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Beste Grüße


Marie-Luise Beck

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Geschäftsführerin
Deutsches Klima-Konsortium e.V. (DKK)
im Wissenschaftsforum
Markgrafenstraße 37
10117 Berlin

T: +49 30 76 77 18 69-0
F: +49 30 76 77 18 69-9
E-Mail: info[at]klima-konsortium.de
www.deutsches-klima-konsortium.de

Vorstand: Prof. Dr. Mojib Latif, Vorsitzender
Dr. Paul Becker | Prof. Dr. Gernot Klepper 
Prof. Dr. Jochem Marotzke | Prof. Dr. Monika Rhein

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