Klima-Fakt 11 | Ozeane

Ozeane versauern, Korallen sterben

Der Säuregrad von Flüssigkeiten wird durch den pH-Wert angegeben – je kleiner der pH-Wert, desto saurer die Flüssigkeit. Der pH-Wert des oberflächennahen Meerwassers liegt aktuell im weltweiten Mittel bei etwa 8,1 und ist gegenüber der vorindustriellen Zeit bereits um rund 0,1 gesunken. Diese Veränderung mag gering klingen, bedeutet jedoch (weil die pH-Skala logarithmisch ist) eine Zunahme des Säuregrades um 26 Prozent. Die Entwicklung bedroht unter anderem zahlreiche kalkbildende Meereslebewesen, wie Korallen, Muscheln oder Krebse (IPCC 2013, AR5, WG 1, SPM, B.5).

Grund dieser sogenannten „Versauerung“ der Meere sind die vom Menschen verursachten Emissionen von Kohlendioxid; seit den 1980er Jahren haben die Ozeane etwa 20 bis 30 Prozent davon aufgenommen (IPCC 2018, SROCC, SPM, A.2.5). Wenn CO2 sich in Meerwasser löst, reagiert es mit Wasser und bildet Kohlensäure. Sinkt der menschengemachte der Ausstoß von Kohlendioxid nicht, könnte der pH-Wert bis Ende des Jahrhunderts auf Werte fallen, wie sie seit mehr als 50 Millionen Jahren nicht mehr in den Ozeanen vorkamen (IPCC 2013, AR5, WG 1, Kapitel 3, Box 3.2). Korallen leiden außerdem sehr stark unter den steigenden Temperaturen des Meerwassers (IPCC 2018, SROCC, SPM, A.6.4 und B.5.4).

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