Klima-Fakt 2 | Mensch

Der Mensch verstärkt den Treibhauseffekt

Mensch © AWI, Peter Koehler

Seit Beginn der Industrialisierung am Ende des 18. Jahrhunderts, also seit mehr als 200 Jahren, nimmt die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre stark zu. Bei Kohlendioxid ist die Ursache hauptsächlich das Verbrennen kohlenstoffhaltiger Energieträger, die im Laufe der Erdgeschichte entstanden sind („fossile Energieträger“) — vor allem Kohle, Erdöl und Erdgas. Bei Methan zählen zu den Hauptquellen die intensive Landwirtschaft (insbesondere die Nutztierhaltung) und die Nutzung fossiler Energieträger (unter anderem durch Lecks an Erdgas-Bohrlöchern oder -Leitungen). Lachgas wird vor allem in der Landwirtschaft zusätzlich freigesetzt (beispielsweise durch den Einsatz großer Mengen Kunstdünger) (siehe u.a.: IPCC 2014, AR5 SYR, Kap. 1.2.2IPCC 2014, AR5, WG3, FAQ 1.2IPCC 2019, SRCCL, Kap.2.3).

Zugleich wurden und werden große Waldflächen abgeholzt oder abgebrannt, Moore trockengelegt, die Nutzungen von Böden verändert. Dadurch werden einerseits weitere Treibhausgase freigesetzt; andererseits gibt es dann weniger Wälder, die Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufnehmen und binden können.

Die Konzentration von Kohlendioxid in der Erdatmosphäre lag 2020 im Jahresmittel bei 414 ppm (Teilchen pro Million Luftmoleküle, gemessen an der Referenzstation Mauna Loa auf Hawaii und repräsentativ für die Nordhalbkugel) (NOAA Global Trends). Dies bedeutet eine Zunahme um fast 50 Prozent gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung. Besonders steil war der Anstieg in den vergangengen drei Jahrzehnten (UBA). Die CO2-Konzentration liegt damit viel höher als jemals in den zurückliegenden 800.000, wahrscheinlich sogar drei Millionen Jahren (IPCC 2014, AR5 SYR, Kap. 1.2).

Bei Methan war 2020 mit im Jahresmittel 1.879 ppb (Teilchen pro Milliarde Luftmoleküle, globaler Durchschnitt) bereits rund das Zweieinhalbfache des vorindustriellen Niveaus erreicht (Trends in CH4; Global Carbon Project; Carbon Brief). Weil die Treibhauswirkung von Methan pro Molekül etwa 25-mal so stark ist wie jene von Kohlendioxid, hat auch dieser Anstieg einen erheblichen Klimaeffekt. Die Konzentration von Lachgas (auch Distickstoffmonoxid genannt) in der Atmosphäre hat seit Beginn der Industrialisierung von 270 ppb auf mehr als 330 ppb zugenommen (IPCC 2019, SRCCL, Kapitel 2.3.2 bzw. 2.3.3).

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