Klima-Fakt 23 | 1,5-Grad-Limit

Das 1,5-Grad-Limit wird bei gegenwärtiger Politik verfehlt

1,5-Grad-Limit | Deutschland © Climate Action Tracker

Bei ungebremsten Emissionen könnte bis Ende des Jahrhunderts die Erwärmung im weltweiten Durchschnitt mehr als vier Grad Celsius betragen (IPCC 2013, AR5, WG1, SPM E.1). Auf dem UN-Klimagipfel von Paris im Jahr 2015 wurde beschlossen, dass der globale Temperaturanstieg auf „deutlich unter zwei Grad Celsius“ gegenüber vorindustriellem Niveau begrenzt werden soll möglichst sogar auf 1,5 Grad. Setzt sich der bisherige Erwärmungstrend fort, so könnte diese Grenze jedoch bereits in gut einem Jahrzehnt überschritten werden (IPCC 2018, SR1.5, SPM, A.1).

Wollen sie das Übereinkommen von Paris umsetzen, müssen die Staaten weltweit ihre Klimaschutzanstrengungen schnell und drastisch verstärken. Die aktuelle Politik würde bis Ende des Jahrhunderts immer noch einen Anstieg um rund drei Grad Celsius ergeben. Selbst alle Zusagen für Emissionsminderungen, die bisher von den Regierungen gemacht wurden, genügen lediglich für eine Begrenzung der Erwärmung auf rund 2,8 Grad (ClimateActionTracker). Daran ändern auch die kurzzeitigen Verringerungen der Treibhausgas-Emissionen während der Covid19-Pandemie nichts (Tollefson 2020).

Das vom Menschen ausgestoßene Kohlendioxid bleibt sehr lange in der Lufthülle der Erde. Je nach freigesetzter Menge verbleiben zwischen 15 und 40 Prozent bis zu 2.000 Jahre in der Atmosphäre (Klima-FAQ DKK). Die Erwärmung, die bereits durch menschengemachte Emissionen von Treibhausgasen verursacht wurde, wird deshalb für Jahrhunderte bis Jahrtausende bestehen bleiben. Sie wird langfristige Änderungen im Klimasystem bewirken, wie zum Beispiel weiteren Meeresspiegelanstieg oder Verluste an Artenvielfalt – und damit verbundene, schwerwiegende Folgen für den Menschen (IPCC 2018, SR1.5, SPM, A.2).

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