Klima-Fakt 25 | Unumkehrbare Veränderungen

Möglicherweise unumkehrbare Veränderungen

Die sehr lange Lebensdauer von CO2 in der Atmosphäre bewirkt, dass der Klimawandel (ohne CO2 -Entnahme) nicht schnell zurückgeht. Selbst nach dem Stopp der CO2 -Emissionen würden bestimmte Trends sogar für lange Zeit weiter anhalten, wie der Anstieg der Meeresspiegel. Eisschilde reagieren empfindlich, selbst auf moderate Temperaturänderungen. Ein Beispiel ist der Eispanzer auf Grönland: Er ist gegenwärtig kilometerdick, so dass die Oberfläche in einer Höhe liegt, in der es (wie im Gebirge) kalt ist. Schmilzt er, sinkt die Oberfläche in wärmere Luftschichten und schmilzt immer schneller. Bei einer Erwärmung von 2 °C bis 3 °C könnte das Eis auf Grönland und der Westantarktis über Zeiträume von mehreren Jahrtausenden vollständig und unumkehrbar abschmelzen. Damit die Eismasse wieder wachsen könnte, müssten die Temperaturen auf der Erde erst auf ein Niveau wie während der letzten Eiszeit sinken (und damit im globalen Mittel um rund 4 °C gegenüber heute). Als weiteres Kipp-Element gilt die Vernichtung des Amazonas-Regenwalds, die bis Ende dieses Jahrhunderts möglich ist, insbesondere wenn neben dem Einfluss des Klimawandels die Abholzung weiter fortschreitet. Manche Kipp-Elemente verstärken die globale Erwärmung zusätzlich, weil sie weitere Treibhausgase freisetzen. Dies gilt etwa für das Tauen von Permafrostböden, wodurch große zusätzliche Mengen Methan oder Kohlendioxid freigesetzt werden könnten (Lenton et al. 2019).Voraussichtlich bleiben dabei jedoch die anthropogenen Treibhausgasemissionen der dominante Beitrag zum Klimawandel.

 

 

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