Berufsporträts

Dr. Armin Jordan

Laborleiter im Spurengaslabor am Max-Planck-Institut (MPI-BGC) für Biogeochemie in Jena

Mein Chemiestudium von 1988-1993 an der Universität Marburg hatte noch keinen Bezug zur Klima-bzw. Klimafolgenforschung. Meine Diplomarbeit schrieb ich am Fraunhofer-Institut für Umweltchemie und Ökotoxikologie im Bereich Umweltanalytik über den „Abbau von drei unterschiedlichen Herbizidwirkstoffen auf verschieden genutzten Böden mit rückstandsanalytischen Methoden“. Der Einstieg in die Klimaforschung erfolgte an der Universität Bayreuth. Am Institut für Geoökologie konnte ich über das „Vorkommen von halogenierten Essigsäuren in der Umwelt“ promovieren. Halogenierte Essigsäuren waren nach dem Verbot von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) durch das Montrealer Abkommen als möglicherweise schädliche Abbauprodukte der gängigsten Ersatzstoffe für die klimaschädlichen FCKW-Gase relevant geworden. Nach zwei Jahren in einer PostDoc-Stelle am Max-Planck-Institut für Aeronomie bekam ich dann 1999 die Möglichkeit, dass spurengasanalytische Labor am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena mit aufzubauen.

Heute bin ich Leiter des Spurengaslabors und führe Messungen verschiedener Treibhausgase (u.a. Methan und Kohlendioxid) durch. Die ermittelten Daten werden dann an die wissenschaftlichen Abteilungen im Institut weitergegeben. Messungen von Gasen, die in die globale Beobachtung der Veränderungen der Atmosphäre einbezogen werden, werden mit Referenzmaterialien der US-Behörde National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) durchgeführt. Durch Standardgase aus diesem einen zuständigen Kalibrierlabor lassen sich alle Messungen auf einen Satz an Referenzgasen zurückführen. Nur so kann die erforderliche Vergleichbarkeit der atmosphärischen Daten erreicht werden. Als ich in Jena meine Arbeit im spurengasanalytischen Labor aufnahm, stellte ich jedoch fest, dass es für eines der relevanten Spurengase, molekularen Wasserstoff, keine internationalen Standards gab, die von der NOAA bereitgestellt werden. Also forschten wir am MPI-BGC intensiver im Bereich Wasserstoffanalytik und wurden so zum zentralen Kalibrierlabor für Wasserstoffanalysen der World Meteorological Organisation.

Weltweit erfasst das MPI-BGC an knapp 10 Stationen atmosphärische Daten. Eine wichtige Station, die von unserem Institut federführend betreut wird, befindet sich in Sibirien. Doch wir messen auch an Stationen in Namibia, den Kap Verden oder in Ostpolen. Für bestimmte Messdaten müssen Proben jedoch im Labor gemessen werden. Aus diesem Grund füllen wir vor Ort Proben ab, die dann in Glasbehältern an unser Institut geschickt werden. Ich analysiere dann die in diesen Containern enthaltene Luft und bestimme die Spurengaskonzentration.

Zurzeit bauen wir in Jena ein zentrales Labor für eine europäische Forschungsinfrastruktur namens ICOS (Integrated Carbon Observation System- www.icos-infrastruktur.de) auf, an denen viele Forschungsgruppen aus mehreren Ländern beteiligt sind. Ziel ist ein europäisches Beobachtungsnetz, was uns einheitliche und vergleichbare Atmosphären-, Ozean- und Ökosystemmessungen ermöglicht. Für dieses Vorhaben bin ich Projektleiter.

(Stand: 11.06.2014)

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