Berufsporträts

Rosina Grimm

Doktorandin am Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M)

Ich bin Doktorandin in der Ableitung Ozean im Erdsystem am Max-Planck-Institut für Meteorologie. In meiner Arbeit beschäftige ich mich mit der Formation einer organischen Sedimentschicht, dem sogenannten Sapropel, der sich im östlichen Mittelmeer zu Beginn unserer heutigen Warmzeit, dem Holozän, vor ca. 10000 bis 6500 Jahren ablagerte. Es ist wohlbekannt, dass sich der Sapropel unter sauerstoffarmen Wasserbedingungen bildete, nicht zuletzt, weil sich im anaeroben Milieu das organische Material nur schwer zersetzt. Der Sapropel ist besonders interessant, weil zum einen die heutige biologische Produktion von organischem Material im östlichen Mittelmeer sehr gering ist, und daher auch der organische Sedimentfluss. Zum anderen sorgt die thermohaline Zirkulation mit Tiefenwasserbildung in der Adria für eine gute Durchlüftung des tiefen östlichen Beckens, sodass es heute dort zu keiner beträchtlichen Anreicherung von organischem Material im Sediment kommt. Das Ziel meiner Arbeit ist es daher, unter den Klimabedingungen des frühen Holozäns die besonderen ozeanographischen, wie auch die biogeochemischen Zyklen im Mittelmeer zu simulieren, um dadurch Rückschlüsse auf die Entstehungsbedingungen des Sapropels zu ziehen.

Meine Arbeit erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Geologisch-Paläontologischen Institut der Universität Hamburg. Dort werden Sedimentbohrkerne analysiert, um Erkenntnisse über das Klima des frühen Holozäns wie z.B. die Wassertemperatur, den Salzgehalt, aber auch die Menge an organischem Material, Nährstoffen und Sauerstoff, etc. zu gewinnen. Aus den so erhobenen Daten ergeben sich eine Reihe von Hypothesen zur Sapropelbildung. Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt nun darin, die genauen Prozesse und Schwellenwerte der Sapropelbildung zu erforschen. Hierfür verwende ich ein Ozeanzirkulationsmodell, welches mit einem biogeochemischen Modell gekoppelt ist. Damit simuliere ich verschiedene Szenarien, die ich anhand der aus Sedimentdaten abgleitenden Hypothesen formuliere.

Die Ergebnisse meiner Modellsimulationen zeigen, dass der Beginn der Sapropelbildung durch eine vorhergehende, über mehrere tausend Jahre anhaltende, Stagnation der Tiefenzirkulation, d.h. einen Stillstand der Tiefendurchlüftung, des östlichen Mittelmeer voraussetzt. Eine derartige Stagnation konnte jedoch nicht alleine mit dem oftmals postulierten erhöhten Frischwasserabfluss während des frühen Holozäns aus der damals „grünen Sahara“, und der damit einhergehenden Schwächung der thermohalinen Zirkulation, erreicht werden. Vielmehr haben die Simulationen gezeigt, dass sich eine über Jahrtausende stabile Stagnation, mit der einhergehenden Entwicklung eines Sauerstoffdefizits, aus sehr kaltem, salzhaltigem und damit sehr dichtem Tiefenwasser am Ende der letzten Eiszeit in Kombination mit dem sich erwärmenden Klima bis hin zum frühen Holozän, ergibt.

Ich bin in Memmingen im Allgäu geboren und habe Geoökologie mit Schwerpunkt auf Geologie an der Universität Potsdam studiert. In meiner Diplomarbeit habe ich die räumliche Verteilung von organischem Kohlenstoff im Boden auf der Insel Barro Colorado in Panama statistisch simuliert. Darüber hinaus habe ich maßgeblich an der Bodenkartierung von Barro Colorado Island mitgewirkt und somit insgesamt ein Jahr auf der Insel im Panama Kanal gearbeitet. Barro Colorado Island steht unter der Administration des Smithsonian Tropical Research Institute, und ist mit seinem streng geschützten Ökosystem der wohl beeindruckendste Ort, den ich jemals gesehen habe.

Während meiner Doktorarbeit hatte ich bereits die Gelegenheit an vielen internationalen Konferenzen und Workshops teilzunehmen. Weiterhin habe ich drei Monate an der Universität Bologna/Ravanna und am Istituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia Bologna eng mit Spezialisten der Mittelmeermodellierung zusammen gearbeitet.

In meiner Freizeit bin ich eine begeisterte Kickerspielerin und spiele Tennis in der Betriebssportmanschaft des MPI-M. Nicht zuletzt weil ich im Alpenvorland aufgewachsen bin, liebe ich die Berge und fahre sehr gerne Ski. Auf vielen Reisen über verschiedene Kontinente habe ich mein großes Interesse für die Natur und fremde Kulturen entdeckt.

Kontakt
Telefon:040 41173 298 193
Email: rosina.grimm[at]mpimet.mpg.de

 

Fotos: Rosina Grimm (privat)

(Stand: 02.02.2012)

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