Klima-Studiengänge

Biologie ...in der Klimaforschung

Können Lebewesen das Klima verändern?


Sie können es. Der Mensch beeinflusst heute das Klima, indem er Öl, Kohle und Gas verbrennt und damit den CO2-Gehalt der Atmosphäre erhöht. Doch Öl, Kohle und Gas sind nichts anderes als die fossilen Überreste urzeitlicher Landpflanzen und in den Meeren lebender Kleinstlebewesen, die vor Jahrmillionen riesige Mengen Kohlenstoff gebunden, damit aus der Atmosphäre entfernt und in die Sedimente und Gesteine eingelagert haben. Was vor Urzeiten zu einer allmählichen weltweiten Abkühlung geführt hat, macht der Mensch nun rapide wieder rückgängig.


Die Biosphäre spielt in der Entwicklung des Weltklimas eine wichtige Rolle. So haben Organismen im Laufe der Erdgeschichte die Zusammensetzung der Atmosphäre und damit auch das Klima massiv beeinflusst: Zum Beispiel ist es frühen Photosynthese betreibenden Bakterien in den Meeren zu verdanken, dass wir heute überhaupt Sauerstoff zum Atmen haben.


Für die aktuelle Entwicklung des Klimas ist vor allem die biologische Kohlenstoffpumpe von Bedeutung: Unzählige mikroskopisch kleine Algen binden im Zuge ihres Wachstums CO2 aus der Atmosphäre und verfrachten es auf den Meeresgrund, wenn sie sterben und auf den Boden der Ozeane herabsinken. Deshalb befassen sich mehr und mehr Biologen – vor allem Meeresbiologen – mit dem Einfluss von Lebewesen auf den globalen Kohlenstoffkreislauf heute und in der Vergangenheit. Als Ökosystemmodellierer helfen sie dann dabei mit, in computerbasierten Klimamodellen wichtige Faktoren wie die biologische Kohlenstoffpumpe möglichst realitätsnah zu simulieren. So werden die Klimamodelle und damit auch die Vorhersagen für die zukünftige Entwicklung des Weltklimas noch genauer.


Ein weitaus größerer Teil der Biologen beschäftigt sich heute jedoch mit der Klimafolgenforschung. Durch Freilandbeobachtungen versuchen sie herauszufinden, wie sich Klimaerwärmung und Ozeanversauerung schon jetzt auf Mikroorganismen, Pflanzen und Tiere in den Meeren und auf dem Land auswirken. Darüber hinaus simulieren sie im Labor extreme Klimabedingungen, die möglicherweise erst in einigen Jahrzehnten tatsächlich eintreten werden. So können sie die Reaktionen der Organismen im Labor testen und schon jetzt Entwicklungen abschätzen, die noch weit in der Zukunft liegen.

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