Konzert

Uraufführung der „Klimageräusche“ in Salzburg bringt Klassik und Klimawandel zusammen

Das Orchesters des Wandels ist erstmals in der Musikstadt Salzburg zu Gast. Mit der Uraufführung des Stückes „Klimageräusche“ von Juri de Marco wollen Musiker der Staatskapelle Berlin den Klimawandel zum Thema machen.

Anlass des Konzerts an der Universität Salzburg am Montag ist der Kongress K3. Bei dem internationalen Kongress geht es nicht nur darum, wie der Klimaschutz stärker zum Thema gesellschaftlicher und politischer Debatten werden kann – auch künstlerische Formen der Auseinandersetzung mit dem Klimawandel haben ihren Platz. Anders als in Film oder der Literatur spielt der Klimawandel im klassischen Konzertbetrieb bislang allerdings eine völlig marginale Rolle.

„Klimageräusche“ thematisiert fünf Schritte gen/gegen den Klimawandel: Die Welt, in der wir leben/ auseinanderbrechende Eisberge/der Luxus/die Katastrophe/der Ausblick. Aufgeführt werden die Klimageräusche vom Orchester des Wandels, einer von Musikern der Staatskapelle Berlin gegründeten Klimaschutz-Initiative unter Schirmherrschaft von Daniel Barenboim.
Komponist Juri de Marco will mit seiner Komposition neue Wege gehen, klassische Musik und politische Themen zusammenzubringen – und stellt die Instrumentalmusik in den Vordergrund: „Ohne etwas verbalisieren zu müssen, kann Musik subtil neue Perspektiven eröffnen, kann den ganzen Menschen zum Klingen bringen, so Juri de Marco. „Diese Musik zum Klimawandel sagt: es geht um das, was wir jetzt tun.“
Die „Klimageräusche“ bilden zugleich den programmlichen Rahmen für Stücke von Joseph Haydn, John Psathas und das Stück „Appel Interstellaire“ von Olivier Messiaen.


Konzertprogramm

Montag, 25. September, 19 Uhr, Unipark Nonntal, Salzburg

  • Olivier MESSIAEN: „Appel Interstellaire“; Juri de Marco, Markus Bruggaier, Horn
  • Joseph HAYDN: Trio für Streicher; Tobias Sturm, Violine; Boris Bardenhagen, Viola; Lea Rahel Bader, Violoncello
  • John PSATHAS: „One Study One Summary“; Luisa Horst, Marimba, Tape und Junk Percussion
  • Juri DE MARCO: „Klimageräusche“; Juri de Marco, Markus Bruggaier, Horn; Tobias Sturm, Violine; Boris Bardenhagen, Viola; Lea Rahel Bader, Violoncello; Luisa Horst, Marimba; Juri de Marco, Live Elektronik

Juri de Marco

Anfang 20, Bundespreisträger bei „Jugend musiziert“ und Gewinner mehrerer Preise bei deutschlandweiten Wettbewerben, studiert in Berlin klassisches Horn mit Nebenfach Jazz-Klavier und in Leipzig Jazztrompete. Er spielte in Jugend- und Berufsorchestern wie dem Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode, den Berliner Symphonikern sowie der Jungen Deutschen Philharmonie und gab Solokonzerte in Deutschland, der Schweiz, Frankreich und in den USA. 2015 gründete er das Genre- und Dirigenten-lose, auswendig und stehend spielende „STEGREIF.orchester“, das klassische Werke nicht nur neu interpretiert, sondern auch neu arrangiert und improvisiert.

Orchester des Wandels

Das Orchester des Wandels ist eine Klimaschutz-Initiative der MusikerInnen der Staatskapelle Berlin unter der Schirmherrschaft von Daniel Barenboim. Als Orchestermusiker wollen die Mitglieder der Staatskapelle Berlin „den kommenden Generationen nicht nur einzigartige Tonkunst, sondern auch einen lebenswerten Planeten erhalten. Denn sowohl Kultur als auch Natur sind unverzichtbare Grundlagen unserer Lebensqualität.“ Markus Bruggaier, einer der Initiatoren des Orchesters des Wandels sagt: „Klimawandel und Umweltverschmutzung — da wollen wir nicht mitspielen. Vielmehr wollen wir Verantwortung übernehmen und unsere Lebensweise nachhaltig ändern, auch als MusikerInnen und mit musikalischen Mitteln.“ Langfristig soll sich das Orchester des Wandels zu einer Bewegung innerhalb der Orchesterlandschaft entwickeln. Weitere Orchester sollen sich der Initiative anschließen.

 

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