Klima-Argument 5 | Gefahr

Der Klimawandel hat bereits zahlreiche Todesopfer gefordert und wird in Zukunft viele weitere fordern.

Es ist wissenschaftlich schwierig, bestimmte Extremwetterereignisse kausal und absolut sicher auf den Klimawandel zurückzuführen, deshalb sind diesbezügliche Aussagen des IPCC konservativ formuliert. Erst mit neueren Daten (und deshalb erst in den aktuellsten IPCC-Reports von 2018/2019 berücksichtigt) hat sich die bereits beobachtete Zunahme vieler Wetterextreme deutlich von dem abgehoben, was noch durch Zufallsschwankungen erklärbar gewesen wäre – siehe dazu die IPCC-Sonderberichte zu 1,5°-Erwärmung und zu Landnutzung. Außerdem hat in den vergangenen Jahren ein neuer Forschungszweig, die meteorologische Attributionsforschung, für eine Reihe von Wetterextremen den Beitrag des Klimawandels nachgewiesen und beziffert. Nähere Informationen hierzu u.a. auf der Website des DWD oder in dem Buch “Wütendes Wetter”, verfasst von der in Oxford forschenden, deutschen Klimawissenschaftlerin Friederike Otto.

Für die Bevölkerung in Deutschland sind bislang Hitzeextreme die wohl stärkste klimawandelbedingte Gesundheitsgefahr. Aufgrund des steigenden Durchschnittsalters der Bevölkerung und der hohen Zahl von Diabetes, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen gilt Europa als eine der weltweit am stärksten durch Hitze gefährdeten Regionen. In der medizinischen Fachliteratur ist der Zusammenhang von extremer Hitze und höherer Sterblichkeit vielfach belegt, siehe hierzu z.B. den Sachstandsbericht “Klimawandel und Gesundheit” des Robert-Koch-Instituts (v.a. Kap. 4.1.2.2).

Auch für Deutschland zeigen Studien, dass Hitzewellen bereits tausende Todesopfer gefordert haben, zum Beispiel in den Sommern 2003, 2006, 2010, 2013 und 2015 (Bundesgesundheitsblatt, 5/2019). Im Extremsommer 2018 starben Schätzungen zufolge allein in Berlin 490 Menschen und in Hessen 740 Menschen infolge der Hitzebelastung (Epidemiologisches Bulletin 23/2019). Eine langfristige Zeitreihenstudie im Raum Augsburg kam zu dem Ergebnis, dass hohe Temperaturen ein deutlicher Auslöser für Herzinfarkte sind, und dass bei ungebremstem Klimawandel die Häufigkeit temperaturbedingter Herzinfarkte deutlich zunehmen würde (Deutsches Ärzteblatt, 31-32/2019).

Weitere Informationen zum Thema im aktuellen “The Lancet Countdown on Health and Climate Change” der gleichnamigen medizinischen Fachzeitschrift.

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