Kolumne "Zur Sache"

Um die Pariser Klimaziele zu erreichen, braucht es eine globale Energiewende

Prof. Gernot Klepper © IfW

Anlässlich der UN-Klimakonferenz in Bonn erklärt der Klimaökonom Prof. Gernot Klepper in seiner Kolumne, warum er trotz des schwierigen Wegs zur globalen Energiewende Hoffnung hat.

Ein Editorial von Prof. Dr. Gernot Klepper, Institut für Weltwirtschaft

Derzeit treffen sich rund 25.000 Vertreter aus allen Staaten der Welt zur UN-Klimakonferenz in Bonn. Sie wollen dort unter der Präsidentschaft der Republik Fidschi das Pariser Klimaabkommen mit wesentlichen Vereinbarungen und Regeln zur konkreten Umsetzung voranbringen. Das Ziel von Paris ist aber nur zu erreichen, wenn die Transformation des weltweiten Energiesystems konsequent in Angriff genommen wird.

Der Weg zu der globalen Energiewende ist allerdings noch schwierig. Wenn der Direktor der EPA das Ende des Kriegs gegen die Kohle erklärt und wenn weltweit noch eine Vielzahl von Kohlekraftwerken mit einer Laufzeit von etwa 40 Jahren im Bau oder in der Planung sind, dann wird klar, dass der drastische Kurswechsel noch bevorsteht.

Auch Deutschland wird seine für das Jahr 2020 gesetzten Ziele verfehlen, womit auch die Ziele für die Jahre 2030 und 2050 weiter in die Ferne rücken, wenn nicht ein konsequenter Wandel in der Energie- und Klimapolitik vollzogen wird. Und das bedeutet ebenfalls den Ausstieg aus der Verstromung von Kohle.

Die technologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen geben Anlass zur Hoffnung. Erneuerbare Energien wie Wind- und Solarenergien sind heute in weiten Bereichen günstiger als fossile Energieträger. Die Elektrifizierung und damit die Dekarbonisierung von Produktion und Konsum erscheinen immer realistischer.

Nach den rasanten Kostensenkungen für Wind- und Solarstrom ist jetzt der gleiche Prozess bei den Stromspeichern im Gange und bietet die Chance, bald auf die Absicherung durch fossile Kraftwerke verzichten zu können.

Selbst im Luftverkehr wird inzwischen über elektrisch betriebene Flugzeuge nachgedacht. Im Auftrag einer Airline sollen schon Kurzstreckenflugzeuge für den Einsatz in den nächsten 10 bis 20 Jahren entwickelt werden.

Diese Dynamik lässt für die Zukunft hoffen, auch wenn die Weltwirtschaft immer noch von fossilen Energien dominiert wird. Allerdings braucht die Umsetzung des Zwei-Grad Ziels, das im Pariser Klimaabkommen vereinbart wurde, noch verstärkte Anstrengungen. Der wirksamste Beschleuniger der globalen Energiewende ist ein CO2-Preis auf alle Klimagasemissionen. Damit bekämen Wirtschaft und Verbraucher die entsprechende Planungssicherheit und Preisanreize für klimafreundliches Verhalten. Eine wichtige politische Aufgabe sowohl für die Verhandler in Bonn als auch in Berlin.

 

Zum Autor

Prof. Gernot Klepper, Ph.D. ist Mitglied des DKK-Vorstands und arbeitet im Forschungsbereich Umwelt und natürliche Ressourcen am Institut für Weltwirtschaft (IfW) an der Universität Kiel.

 

09. November 2017

Bildnachweis: © Institut für Weltwirtschaft (IfW)

Zurück

© 2018 DKK - alle Rechte vorbehalten