DKK als Veranstaltungspartner

01.10.2013

Diskussionsforum zum IPCC-Bericht der Arbeitsgruppe 1 „Wissenschaftliche Grundlagen“

Aus Anlass der Verabschiedung des ersten Teilberichts des 5. IPCC-Sachstandsberichts fand am 30. September das Diskussionsforum „Wissenschaftliche Grundlagen von Klimaänderung – Implikationen für Politik und Forschung“ in der Berlin-Brandenburgischen Akademie statt. Eingeladen hatten das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Organisation und Unterstützung lagen bei der deutschen IPCC—Koordinierungsstelle, dem Deutschen Klima Konsortium (DKK) und der Freien Universität Berlin (FU).
Nach einer Einführung durch Christiane Textor, der Leiterin der Deutschen IPCC-Koordinierungsstelle, stellten die drei IPCC-Leitautoren Michael Schulz, MARUM Universität Bremen, Jochem Marotzke, Max-Planck-Institut für Meteorologie, und Ulrich Cubasch, Freie Universität Berlin, die wichtigsten Aussagen des Berichts vor.

Podiumsdiskussion

In der anschließenden Podiumsdiskussion, geleitet von der DKK-Geschäftsführerin Marie-Luise Beck, wurde die Relevanz des Berichts für Deutschland und die Folgen für die Klima- und Forschungspolitik erörtert. Auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten die Möglichkeit, den Experten Monika Rhein, Universität Bremen, Wilfried Kraus, BMBF, Karsten Sach, BMU, Ernst Rauch, Munich Re, Christoph Bals, Germanwatch e.V. und Karsten Schwanke, TV-Wetterexperte, Fragen zu stellen und mit zu diskutieren.

Fazit der Veranstaltung war, dass die wesentlichen Erkenntnisse des letzten Sachstandsberichts über den Klimawandel bestätigt werden konnten. Aufgrund umfangreicherer Daten und einem vertieften Prozessverständnis ist das Wissen genauer und sicherer geworden. Michael Schulz stellte fest: „Es ist eindeutig, dass sich das Klima ändert. Die Änderungen haben alle Komponenten des Klimasystems erfasst.“ Einzelne Unsicherheiten bleiben, sie berühren jedoch nicht das grundsätzliche Verständnis des Klimasystems. Das gilt auch für den derzeit verlangsamten Temperaturanstieg.

Nicht sehr glücklich ist Jochem Marotzke deshalb mit dem Satz: „There may also be a contribution from forcing inadequacies and, in some models, an overestimate of the response to increasing greenhouse gas and other anthropogenic forcing (dominated by the effects of aerosols).” (SPM, S. 10). Er sei in dieser Verkürzung missverständlich. „Wer wissen will, wie es sich wirklich verhält“, so der Klimamodellierer, „muss sich schon die zweieinhalb Seiten der ‚Box‘ im Bericht genau durchlesen.“

Erstmals wurde in dem Bericht eine konkrete Menge an CO2 genannt, die maximal emittiert werden darf, um das 2° Limit noch zu halten: 1000 Gigatonnen. „Rund die Hälfte ist schon verbraucht“, so Monika Rhein. Die Einhaltung des 2°-Limits sei also zunehmend schwierig, dürfe aber nicht aufgegeben werden, waren sich die Podiumsteilnehmer einig. Die Wissenschaftlerin gab sich hoffnungsvoll: „Wenn der IPCC-Bericht einen Konsens in der Wissenschaft ermöglicht, müsste es auch in anderen Bereichen, wie der Politik, möglich sein.“.

 

Links:

Programm (pdf)
Kernbotschaften (pdf)
Bericht (Link)
SPM (pdf)

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