Klima-Fakt 4 | Äußere Einflüsse

Ursachen von Klimaänderungen - Äußere Einflüsse

Das Klima hat sich über die Jahrmillionen der Erdgeschichte vielfach verändert. Die wesentlichen Ursachen dafür sind wissenschaftlich weitgehend geklärt. Erdgeschichtliche Warm- und Kaltzeiten wurden vor allem hervorgerufen durch die Änderungen der Erdbahn um die Sonne oder der Rotationsachse der Erde, Erdbahnparameter genannt, und durch die Verschiebung von Kontinenten. Die dadurch verursachten Veränderungen der globalen Temperatur laufen allerdings im Vergleich zur aktuellen Erwärmung extrem langsam ab - der kürzeste der Erdbahnparameterzyklen hat eine Dauer von 23.000 Jahren.

 

Äußere Einflüsse © Kaufman et al. 2020

Erkenntnisse über das Klima der Vergangenheit (dieser Forschungszweig heißt „Paläoklimatologie“) werden durch Auswertung natürlicher Klimaarchive wie beispielsweise Sedimentablagerungen am Grund von Ozeanen und Seen gewonnen. Bohrungen auf Grönland und der Antarktis fördern Eis zutage, das Luftbläschen aus der Atmosphäre enthält, die bis zu 800.000 Jahre alt sind. So können bis weit in die Vergangenheit die Konzentrationen von Treibhausgasen in der Atmosphäre und die Temperaturen rekonstruiert werden. Dabei stellt sich unter anderem heraus, dass sich die historischen Klimaschwankungen nur erklären lassen, wenn man auch die Änderungen des Treibhauseffekts mit einbezieht. Über die jüngere Vergangenheit geben Baumringe oder Korallen Auskunft (vgl. z.B. ProxydatenIPCC 2013, AR5, WG1, Kap. 5).  

Die vielfältigen Forschungen haben natürliche Ursachen für den aktuellen, sehr steilen Temperaturanstieg seit Beginn der Industrialisierung ausgeschlossen. Er ist nur durch die menschengemachte Verstärkung des Treibhauseffekts erklärbar (IPCC 2014, AR5, SYR, SPM, SPM1.2).

Die Sonne beispielsweise kann nicht die Ursache der globalen Erwärmung sein, denn seit etwa 50 Jahren nimmt ihre Leuchtkraft leicht ab – während in diesem Zeitraum der stärkste Temperaturanstieg gemessen wurde (klimafakten.de). Selbst ein künftiges absolutes Aktivitätsminimum der Sonne wie während der Kleinen Eiszeit würde wenig am Klimawandel ändern: In einem solchen (hypothetischen) Fall würde sich die Erdmitteltemperatur nur um wenige Hundertstel- oder Zehntelgrad verringern – doch der Anstieg gegenüber der vorindustriellen Zeit beträgt bereits jetzt etwa 1,2 °C (Klima-FAQ DKK; klimafakten.de).

Ein weiterer natürlicher Klimafaktor sind Vulkanausbrüche. Dabei gelangen Schwefelgase in die Atmosphäre, aus denen dort Schwefelteilchen entstehen – sogenannte Aerosole. Diese reflektieren einen Teil des Sonnenlichts, was zu einer gewissen Abkühlung der Erde führt. Dieser Effekt hält aber nur wenige Jahre an. Der bisher letzte klimawirksame Vulkanausbruch war der Ausbruch des Pinatubo auf den Philippinen im Jahr 1991. Auch Vulkanaktivität hat deshalb keinen signifikanten Einfluss auf die aktuelle globale Erwärmung (Klima-FAQ DKK; Klima-FAQ DKK). Allerdings lässt sich nicht vorhersagen, wann in Zukunft mit welchen Vulkanausbrüchen gerechnet werden muss. Es ist wahrscheinlich, dass im Laufe des Jahrhunderts mindestens einmal eine kurzfristige Abkühlung, wie nach dem Ausbruch des Pinatubo 1991 zu erwarten ist.

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