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Prof. Achim Brauer

Leiter der Sektion Klimadynamik und Landschaftsentwicklung am GeoForschungsZentrum (GFZ)

Mein Diplom habe ich 1988 an der Universität Trier in Physischer Geographie (Schwerpunkt Geologie) zum Thema „Rekonstruktion von Seespiegelveränderungen und Klimaveränderungen im Holozän am Beispiel des Weinfelder Maares“ gemacht. Diese Arbeit mit jahresgeschichteten Seesedimenten war für mich der Einstieg in den Bereich der Klimaforschung.

Die Zeit nach meinem Diplom würde ich als Findungsphase bezeichnen, denn ich wollte neben der Forschung auch einmal in der Wirtschaft Erfahrung sammeln. Also arbeitete ich zunächst für einige Monate im umweltgeologischen Bereich als Leiter in einem Altlastenbüro. Im Anschluss entschied ich mich für eine Promotion zum Thema der „Weichselzeitlichen Seesedimente des Holzmaars - Warvenchronologie des Hochglazials und Nachweis von Klimaschwankungen“.

Nach einem Forschungsaufenthalt in Frankreich begann ich 1999 am GeoForschungsZentrum in Potsdam (GFZ) und leite dort seit sechs Jahren die Abteilung „Klimadynamik und Landschaftsentwicklung“. Hier beschäftigen wir uns mit verschiedenen Aspekten natürlicher Klimavariabilität und dem Einfluss von Klimaveränderungen auf den menschlichen Lebensraum in der Vergangenheit. Wir versuchen schnelle Klimaveränderungen, also Veränderungen, die vom Menschen erlebbar sind, verständlicher darzustellen. Dafür benötigen wir hochauflösende Proxydaten aus natürlichen Archiven. Solche Archive erstellen wir u.a. aus jahresgeschichteten (warvierten) Ablagerungen in Seen und Baumringen.

Aktuell forschen wir in dem von mir geleiteten virtuellen Institut der Helmholtz-Gemeinschaft ICLEA (Institut zur Integrierten Klima- und Landschaftsentwicklungsanalyse) zusammen mit mehreren Universitäten und der polnischen Akademie der Wissenschaften. Wir führen Klimabeobachtungen in Polen und Mecklenburg-Vorpommern durch und vergleichen die Daten mit denen aus den vergangenen zwölftausend Jahren. Zum Beispiel messen wir im „Tiefen See“, dem mit 63m Tiefe zweittiefsten See Mecklenburg-Vorpommerns sowie dem „Czechowskie-See“ in der Tucheler Heide in Nordpolen und stellen aus den Seesedimenten die benötigten Proxydaten her. Durch die Analyse dieser Daten treffen wir dann Aussagen zur Geschichte des Klimas, der Vegetation und der Landnutzung in der Region.

An unserem Institut betreue ich derzeit fünf Doktoranden. Seit 2010 hab ich einen Lehrauftrag an der Universität Potsdam. Dort biete ich das Modul „Quartärgeologisches-Sedimentologisches Praktikum“ an und bin an einem weiteren Modul „Vorlesung zur Paläoklimatologie“ für Masterstudenten beteiligt.

(Stand: 28.04.2014)

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