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Dr. Sebastian Bathiany

Post-Doc am Max-Planck Institut für Meteorologie

Während der Schulzeit hatte ich noch keine Idee, was ich studieren sollte, aber ich interessierte mich bereits damals für Umweltproblematiken und den Klimawandel. Ich habe 2002 mit einem Studium in den Umweltwissenschaften angefangen, bevor ich 2 Jahre später zur Meteorologie wechselte. Zuerst war es ausschließlich das Interesse, was mich in die Meteorologie zog. Einen konkreten Berufswunsch gab es bei mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, doch ich konnte mir vorstellen, später bei einer Umweltorganisation oder in einer Behörde zu arbeiten. Während des Studiums entwickelte sich bei mir ein Interesse für die Forschung. In meiner Dissertation beschäftigte ich mich dann mit abrupten Klimaänderungen. In einigen Regionen der Welt ändert sich das Klima nicht allmählich, sondern es kommt zu einer Art „Umkippen“ des Klimas. Solche Prozesse gab es zum Beispiel in der Sahara. Wie schnell die Sahara entstand, kann bis heute nicht exakt rekonstruiert werden. Fest steht jedoch, dass es in der Sahara noch vor wenigen Jahrtausenden keine Wüste gab, jedoch eine Vielzahl von unterschiedlichen Pflanzen und dementsprechend auch größere Niederschlagsmengen. Dann kam es schließlich zu einer rasanten Ausbreitung der Wüste. Um solche Sachverhalte nachzuvollziehen, benötigt die Wissenschaft komplizierte Computermodelle, die auf physikalischen Gesetzen bzw. Annahmen basieren. Das Ergebnis dieser Modellierungen kann nur mit Hilfe von Methoden gedeutet werden, die ich für meine Doktorarbeit kritisch hinterfragte und untersuchte.

Aktuell bin ich Post-Doc am MPI-M und beschäftige mich nach wie vor mit dieser Thematik, allerdings mit einem neuen Fokus: dem Meereis der Arktis. Ich gehe der Frage nach, ob beim Rückgang der arktischen Eisfläche auch von einer abrupten Klimaänderung gesprochen werden kann. Dazu durchsuchen wir sämtliche Klimamodelle auf Veränderungen, die abrupt erfolgen könnten. Das Meereis ist dabei ein wichtiger Indikator, da es sehr sensibel auf kleinste Veränderungen reagieren kann.

Die letzten Jahre nahm ich an verschiedenen Wettbewerben zur Wissenschaftskommunikation teil. Ziel ist es, Forschung so einfach wie möglich zu kommunizieren. Wie und mit welchen Mitteln, ist den Teilnehmern dabei komplett selbst überlassen, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Viele Teilnehmer basteln sich ihre Requisiten selbst oder präsentieren ihr Thema mithilfe von Alltagsgegenständen. Auf dem „Science Slam“ in Berlin erklärte ich z.B. mit einem Kochtopf und Karotten die abrupte Klimaänderung in der Sahara.   

(Stand: 10.06.2014)

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