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09/22/21

Gefahr extremer Wettereignisse nimmt weiter zu

11. ExtremWetterKongress in Hamburg

Vor dem Hintergrund der jüngsten Hochwasser im Westen und Südwesten Deutschlands fand vom 22. bis 24. September in Hamburg der 11. ExtremWetterKongress statt. Führende Expertinnen und Experten ordneten die aktuellen Ereignisse ein, stellten neue Ergebnisse ihrer Forschungen einer breiten Öffentlichkeit vor und gingen mit dieser in einen interaktiven Dialog. Auch das Deutsche Klima-Konsortium und viele Forschende der DKK-Mitgliedseinrichtungen waren dort vertreten.

ExtremWetterKongress © Christian Bittcher

DKK-Vorstandsvorsitzende Professorin Astrid Kiendler-Scharr sagte: „Der aktuelle Bericht des Weltklimarates zeigt: Durch Treibhausgasemissionen hat der Mensch seit Beginn der Industrialisierung einen globalen Temperaturanstieg von knapp 1,1 Grad Celsius verursacht. Zu dieser Erwärmung tragen die sogenannten kurzlebigen klimawirksamen Stoffe, also beispielsweise Methan und Ruß, in Summe in gleicher Größenordnung bei wie CO2. Der Bericht zeigt auch: Jedes Zehntel Grad weitere Erwärmung erhöht die Wahrscheinlichkeit und Intensität von Extremereignissen.“

Der Deutsche Wetterdienst stellte unter anderem das Faktenpapier „Was wir über Extremwetter in Deutschland wissen“ vor. Darin werden auch neue Erkenntnisse zu den Starkregenereignissen dieses Jahres erklärt: Die Menge der Niederschläge beim Ahr-Hochwasser wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne Klimawandel deutlich geringer ausgefallen. Tobias Fuchs vom DWD und Mitglied des DKK-Vorstands sagte: „Hierzulande liegt die Jahresmitteltemperatur der letzten 10 Jahre zwei Grad höher als die Werte zwischen 1881 und 1910. Mit dem fortschreitenden Klimawandel müssen wir künftig mit noch intensiveren und häufigeren Wetterextremen rechnen. Aber wir haben noch eine Chance, die drohenden Folgen der Klimaveränderung zumindest zu dämpfen. Das erfordert aber sofort umzusteuern. Dabei müssen Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand gehen! Unser gemeinsames Ziel muss sein: Deutschland soll auch in 50 Jahren noch ein Land sein, in dem man ganzjährig gesund und sicher leben kann.“

Professor Mojib Latif ergänzte: „Nach Jahrtausenden eines relativ stabilen Klimas, verlassen wir den klimatischen Wohlfühlbereich. Auch in Deutschland sind die Auswirkungen zunehmend spürbar. Hitzewellen, Dürren, Starkregen und die steigenden Meeresspiegel führen zu enormen Schäden. Der Hitzesommer 2018, der Allzeittemperaturrekord von 41,2 Grad Celsius 2019 und die Flut im Westen und Südwesten im Sommer dieses Jahres verdeutlichen, dass wir in Deutschland fest im Griff des Klimawandels sind. Die weltweiten CO2-Emissionen werden in diesem Jahr wieder ansteigen, nachdem sie coronabedingt im letzten Jahr gesunken sind. Die Menschheit ist auf dem Weg in eine Drei-Grad-Welt. Die Ende Oktober beginnende 26. Weltklimakonferenz in Glasgow wird der Lackmustest dafür sein, ob die Länder die Pariser Klimaziele wirklich ernst meinen."

Auch die DKK-Geschäftsführerin Marie-Luise Beck und viele weitere DKK-Mitglieder (FZ Jülich, MPI-M, AWI, CEN, GEOMAR, HZG) hielten während der drei Konferenztage Vorträge.

Gemeinsam mit dem Extremwetterkongress Hamburg, dem Deutschen Wetterdienst, der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft, der Helmholtz-Klima-Initiative und klimafakten.de hat das DKK im Juni dieses Jahres eine aktualisierte Faktensammlung zum heute in der Klimaforschung unumstrittenen Wissen veröffentlicht.

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 Bildnachweis: Christian Bittcher

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