Klima-Argument 15 | Ethik

Klimaschutz ist nicht nur verfassungsrechtlich verhältnismäßig, sondern auch ethisch zwingend geboten.

Es ist empirisch belegt und durch Modellberechnungen bestätigt, dass der menschengemachte Klimawandel Realität ist und dass er, ohne drastisches Gegensteuern, unbeherrschbare Folgen für die menschliche Zivilisation, somit auch für Deutschland, haben wird. Einige moralische und religiöse Autoritäten sollen deshalb hier zu Wort kommen.

Beispielsweise hat der Rat der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD) bereits im Jahr 2009 eine Denkschrift zum Klimawandel vorgelegt. Darin heißt es unter anderem, Industriestaaten wie Deutschland seien “verpflichtet, in der Klimapolitik voranzugehen”. In einer Deklaration muslimischer Würdenträger aus aller Welt hieß es 2015, es sei die Pflicht eines jeden Muslims, die Erderwärmung zu stoppen und mit einem bescheidenen, umweltbewussten Leben dem Beispiel des Propheten Mohammed zu folgen.

Von Patriarch Bartholomäus, dem Oberhaupt der griechisch-orthodoxen Christen, stammt die Aussage: “Dass Menschen die biologische Vielfalt in der göttlichen Schöpfung zerstören; dass Menschen die Unversehrtheit der Erde zerstören, indem sie Klimawandel verursachen, indem sie die Erde von ihren natürlichen Wäldern entblößen oder ihre Feuchtgebiete zerstören; dass Menschen anderen Menschen Schaden zufügen und sie krank machen, indem sie die Gewässer der Erde, ihren Boden und ihre Luft mit giftigen Substanzen verschmutzen – all das sind Sünden.” (Dieses und das folgende Zitat sind entnommen aus der päpstlichen Enzyklika “Laudato Sí” von 2015, Abschnitte 8, 25 und 26.)

Schließlich Papst Franziskus: “Der Klimawandel ist ein globales Problem mit schwerwiegenden UmweltAspekten und ernsten sozialen, wirtschaftlichen, distributiven und politischen Dimensionen; er stellt eine der wichtigsten aktuellen Herausforderungen an die Menschheit dar. … Leider herrscht eine allgemeine Gleichgültigkeit gegenüber diesen Tragödien, die sich gerade jetzt in bestimmten Teilen der Welt zutragen. Der Mangel an Reaktionen angesichts dieser Dramen unserer Brüder und Schwestern ist ein Zeichen für den Verlust jenes Verantwortungsgefühls für unsere Mitmenschen, auf das sich jede zivile Gesellschaft gründet. Viele von denen, die mehr Ressourcen und ökonomische oder politische Macht besitzen, scheinen sich vor allem darauf zu konzentrieren, die Probleme zu verschleiern oder ihre Symptome zu verbergen ... Viele Symptome zeigen aber an, dass diese Wirkungen jedes Mal schlimmer sein können, wenn wir mit den gegenwärtigen Produktionsmodellen und Konsumgewohnheiten fortfahren. Darum ist es dringend geboten, politische Programme zu entwickeln, um in den kommenden Jahren den Ausstoß von Kohlendioxid und anderen stark verunreinigenden Gasen drastisch zu reduzieren, zum Beispiel indem man den Gebrauch von fossilen Brennstoffen ersetzt und Quellen erneuerbarer Energie entwickelt.

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Vier Organisationen der Klimaforschung haben diese Faktensammlung gemeinsam erstellt, um wissenschaftlich fundierte und einfach verständliche Informationen zu aktuellen Klimawandel-Debatten zu bieten.

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