DKK-News
18.12.2025 | News
18.12.2025 | News
Am 25.09.2025 hat das DKK ein Parlamentarisches Frühstück veranstaltet unter dem Titel „Kontroverse um internationale Emissionszertifikate – Was bedeutet das für Deutschlands Klimaschutz?“. Eine ökonomische Einordnung gab Prof. Dr. Ottmar Edenhofer (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung). Anschließend beleuchtete Prof. Dr. Thomas Hickler (DKK-Vorstand, Senckenberg Biodiversität und Klimafolgenzentrum) ökologische Chancen und Risiken internationaler Kompensationsprojekte.
Als kompakte Zusammenfassung der Diskussion haben wir „Sieben Thesen zur Verwendung internationaler Emissionszertifikate“ aufgestellt.
Das DKK hat am 15.10.2025 Bundeskanzler Friedrich Merz in einem Brief aufgefordert, dass sich die Bundesregierung bei der Abstimmung auf dem Sondergipfel des EU Umweltrats Anfang November für ein starkes EU-Emissionsreduktionsziel einsetzen möge. Das DKK hat auf die Klimafolgen hingewiesen, die mit schwächeren Zielen einhergehen würden und zudem betont, dass ambitionierte EU-Klimaziele keine volkswirtschaftliche Belastung darstellen müssen, sondern vielmehr helfen, mittel- und langfristig weit höhere wirtschaftliche Schäden abzuwenden. Am 10.12.2025 haben sich die Vertreter:innen auf das neue EU-Klimaziel verständigt: Es liegt bei 90 Prozent Minderung bis 2040 gegenüber 1990; allerdings dürfen internationale Emissionszertifikate angerechnet werden.
Im November 2025 hat das DKK eine aktualisierte Version des bereits bewährten „Klimafaktenpapier“ vorgelegt. Das Klimafaktenpapier fasst den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zu den Ursachen, Folgen und Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland und weltweit kompakt und verständlich zusammen und zeigt Lösungen für den Klimaschutz auf. Erarbeitet wurde das Papier in Kooperation mit fünf anderen Organisationen der Klimaforschung und -kommunikation.
Mit dem Titel „10 Jahre Pariser Abkommen – Wo steht die Welt beim Klimaschutz?“ hat das DKK am 04.11.2025 gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt (AA), dem Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) und der Stiftung KlimaWirtschaft (SKW) anlässlich der 30. UN-Klimakonferenz (COP 30) in Belem zum COP-Briefing im AA eingeladen. Über 300 Gäste aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft kamen, um sich vertieft auf die wichtigsten Fragen der Klimakonferenz vorzubereiten. Neben drei Keynotes von Bundesaußenminister Dr. Johann Wadephul, Bundesumweltminister Carsten Schneider und Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan gab es vier parallele Workshops, Panels mit Vertreter:innen aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie ein Gespräch mit dem brasilianischen Botschafter, S.E. Rodrigo Baena Soares.
In den beiden jüngsten Editorials „Zur Sache“ werden zwei aktuelle politische Gipfeltreffen wissenschaftlich kommentiert. Im Editorial „COP30: Wir müssen reden – über fossile Brennstoffe“ gibt Prof. Dr. Angela Oels, Direktorin des Instituts für Sozialwissenschaften an der Universität Augsburg und Vorständin des DKK, einen Einblick in die Anstrengungen auf der diesjährigen COP zur Abkehr von den fossilen Brennstoffen. Sie zeigt auf, dass Deutschland die „Roadmap to Transition away from Fossil Fuels (TAFF)” in Belém zwar stark unterstützt hat, dies jedoch im Widerspruch zu den politischen Beschlüssen bundesweit steht. Im Editorial „Der G20-Gipfel in Südafrika – Mehr heiße Luft oder erfüllte Versprechen fürs Klima?“ analysiert Dr. Jan Wilkens, Senior Researcher im Exzellenzcluster Klima, Klimawandel und Gesellschaft (CLICCS) der Universität Hamburg, die klimapolitische Wirksamkeit des diesjährigen G20 Gipfels und diskutiert dessen Ergebnisse im Kontext von COP30.
Erstmals untersucht das PIK-Forschungsteam für die EU, wie Klimaneutralitätsszenarien mit einem weitgehenden sowie einem nahezu vollständigen Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energien bis 2050 aussehen können. Das Forschungsteam nutzt das am PIK entwickelte Energie-Wirtschafts-Modell REMIND. Die Studie zeigt, dass im kosteneffizienten Klimaneutralitätsszenario noch rund 10 Prozent fossile Restbedarfe verbleiben, deren Emissionen durch CO₂-Abscheidung und -Speicherung ausgeglichen werden müssten. Diese verbleibenden fossilen Energiebedarfe entstehen vor allem in der Chemieindustrie sowie im Luft- und Schiffsverkehr. Für einen vollständigen fossilen Ausstieg bis 2050 wäre deshalb ein schneller und umfassender Ausbau von tendenziell teuren CO₂-neutralen E-Fuels notwendig, beispielsweise durch elektrobasierte Kraftstoffen, die fossile Energieträger in diesen schwer zu transformierenden Sektoren ersetzen könnten. So könnte Klimaneutralität bis 2050 sogar in Verbindung mit einem vollständigen fossilen Ausstieg erreicht werden. Dies würde zwar die Kosten der Transformation erhöhen, aber auch die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten und die Notwendigkeit unterirdischer CO₂-Speicherung verringern.
Das Wattenmeer der Nordsee besteht aus flachen Küstenbuchten, sogenannten Tidebecken. Die Becken verbinden das Festland mit den vorgelagerten Inseln. Durch Flut und Ebbe werden sie mit Meerwasser gefüllt und leeren sich wieder. Dabei lagern sich Sedimente ab, weshalb der Meeresboden stetig in die Höhe wächst. So federn die Becken den Anstieg des Meeresspiegels ab. Allerdings hat diese Fähigkeit zur Höhenanpassung zuletzt deutlich abgenommen. Der Meeresspiegel steigt schneller an als der Boden der Tidebecken. Das haben Forschende vom Hereon-Institut für Küstensysteme in ihrer neuesten Studie „Misconception of coastal morphological resilience caused by inconsistent resolution in bathymetry mapping” herausgefunden, die im Fachmagazin Communications Earth & Environment veröffentlicht wurde. Die Ergebnisse basieren auf einer Analyse von Daten aus 25 Jahren.
Zwischen Anfang Oktober und Mitte November befand sich ein Team von 35 Wissenschaftler:innen aus verschiedenen deutschen und internationalen Institutionen an Bord des Forschungsschiffes SONNE, um die Wechselwirkungen zwischen Land und Ozean im südöstlichen Pazifik zu untersuchen. Das Forschungsteam bestehend aus Forschenden des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) und des Zentrums für Marine Umweltwissenschaften (MARUM) der Universität Bremen hat untersucht, wie sich die extreme Trockenheit der Atacama-Wüste im Laufe der Zeit entwickelt hat und wie Wechselwirkungen zwischen Ozean und Land ihre Klimageschichte geprägt haben. Durch die Gewinnung neuer Sedimentkerne entlang des Kontinentalschelfs und -hangs vor Nordchile möchten die Expeditionsteilnehmenden vergangene Umwelt- und Klimabedingungen rekonstruieren und die Mechanismen identifizieren, die Übergänge zwischen den extrem trockenen und leicht feuchteren Phasen in der Atacama-Wüste über geologische Zeitskalen hinweg beeinflusst haben. Die Expedition ist Teil des Forschungsprojekts CARNIVAL: Gekoppelte Land-Ozean-Prozesse als Ursache der paläoklimatischen Variabilität in der Atacama-Wüste im Norden Chiles (SO-Pazifik).
Die Helmholtz-Gemeinschaft verstetigt die Innovationsplattform Solar TAP, die vom Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg (HI ERN) koordiniert wird. Die drei beteiligten Helmholtz-Zentren – Forschungszentrum Jülich, Helmholtz-Zentrum Berlin und KIT – bündeln darin ihre Anlagen und Kompetenzen zu einem europaweit einzigartigen Innovationsökosystem. Nach einer herausragenden Evaluierung wird das Programm nun dauerhaft fortgeführt. Die Helmholtz-Plattform beschleunigt Innovationen für gedruckte, flexible Photovoltaik und eröffnet Unternehmen einen schnellen Zugang zu High-End-Forschungsinfrastrukturen.
Das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft unterliegt strengen Regelungen. Dennoch kommen unvermeidlich auch Organismen, die nicht das primäre Ziel ihres Einsatzes sind, sogenannte Nicht-Zielorganismen, mit diesen Substanzen in Kontakt und können Schaden nehmen. Um die Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf das Verhalten von Süßwasserorganismen zu testen, nutzten Forscher:innen des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung (UFZ) eine Screening-Methode am Zebrafisch-Embryo-Modell. Damit ist es möglich, Chemikalien schnell auf neurotoxische Wirkungen zu testen, indem veränderte Lern- und Gedächtnisprozesse anhand des Verhaltens von Embryonen des Zebrabärblings gemessen werden. Die Exposition führte zu deutlichen und auch spezifischen Änderungen ihres Verhaltens: war die Konzentration des Gemisches gering, zeigten die Fischembryonen ein Verhalten, wie es normalerweise das Herbizid allein auslösen würde. Bei höherer Konzentration desselben Gemisches wurde dieses Verhalten aber nicht verstärkt, sondern abgelöst; der Fischembryo verhielt sich nun so wie unter Einwirkung des Fungizids. Die Forschenden fordern deshalb, mehr relevante Verhaltenstests für niedrig konzentrierte Chemikalien in die Rahmenwerke zur Risikobewertung von Pflanzenschutzmitteln zu integrieren. Dies würde helfen, kritische Substanzen zu identifizieren, Nicht-Zielorganismen besser zu schützen und so zum Erhalt der Biodiversität in Agrarlandschaften beizutragen.
Kondensstreifen entstehen, wenn sich das heiße Abgas der Flugzeugtriebwerke mit der kalten Luft in etwa zehn Kilometern Höhe vermischt. In trockener Luft lösen sich die meisten Kondensstreifen schnell wieder auf. In kalter, feuchter Luft können sie mehrere Stunden bestehen und sich zu ausgedehnten Zirren entwickeln. Zirren sind hohe, dünne Eiswolken in etwa fünf bis zwölf Kilometern Höhe, die oft als zarte, faserige Schleier am Himmel erscheinen. Bisher ging die Forschung davon aus, dass sich langlebige Kondensstreifen vor allem im wolkenfreien Himmel bilden und dort ihre wärmende Wirkung entfalten. Eine neue Studie von Forschenden des Forschungszentrums Jülich sowie der Universitäten Mainz, Köln und Wuppertal zeigt nun jedoch, dass sie in den meisten Fällen innerhalb bereits vorhandener natürlicher Eiswolken entstehen. Bilden sich Kondensstreifen-Zirren im wolkenfreien Himmel oder in dünnen Eiswolken, verstärken sie meist den Treibhauseffekt: Das Sonnenlicht durchdringt die eher dünnen Eiswolken, wird von der Erde absorbiert, und anschließend wird die Wärme von der Eiswolke wie ein Mantel eingeschlossen – wodurch sich die Atmosphäre weiter erwärmt. Treten sie dagegen in sehr dichten Wolken auf, sodass die Sonne kaum noch zu sehen ist, wird das Sonnenlicht von der Wolke reflektiert und erreicht die Erdoberfläche kaum – der kühlende Effekt überwiegt. Prof. Andreas Petzold vom Institute of Climate and Energy Systems – Troposphäre (ICE-3) am Forschungszentrum Jülich fasst damit zusammen, dass künftig die Klimawirkung von Kondensstreifen differenzierter betrachtet werden muss.
In der öffentlichen Übersichtsführung zeigt das Senckenberg Naturkundemuseum Frankfurt am 22. und 29. Dezember 2025 jeweils um 15 Uhr wissenswerte, unterhaltsame und vielleicht auch überraschende Geschichten und Hintergründe zu ausgewählten Exponaten von der Tiefsee – dem größten Lebensraum der Erde – bis zur Artenvielfalt in luftiger Höhe.
Das Kinderbuchprojekt „Gutenachtgeschichte für Mutige“ entstand mit Unterstützung des am AWI koordinierten Forschungsverbunds REKLIM, insbesondere durch Renate Treffeisen und Klaus Grosfeld. Auf 37 Seiten erwartet die Leser:innen eine warmherzige Geschichte über Neugier und die Kraft des gemeinsamen Handelns. Es ist eine hoffnungsvolle Geschichte über den Klimawandel und Fantasien, sich eine bessere Welt vorzustellen.
Am 21. Januar 2026 findet in Berlin die Deutsche IPCC-Fachtagung 2026 statt. Die Tagung ermöglicht vertiefte Diskussionen über aktuelle IPCC-relevante Themen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft in Deutschland. Wenn Sie also bereits aktiv am IPCC beteiligt sind oder waren, oder Ihre wissenschaftliche Arbeit einen wesentlichen Beitrag zu IPCC-Berichten leisten kann, wenden Sie sich bei Interesse an de-ipcc@dlr.de, da die Teilnahme auf Einladung erfolgt.
Am 27. Januar 2026 veranstaltet das DKK gemeinsam mit dem Exzellenzcluster CLICCS der Universität Hamburg und der Mercator Stiftung ein Fachgespräch zum „Stand der Klimawende in Deutschland in Zeiten von Backlash und abnehmender Resonanz“ anlässlich des im Januar 2026 erscheinenden Klimawende Ausblicks 2025.
Zentrale Fragen werden u.a. sein: Wie entwickelt sich die Wende zur Klimaneutralität derzeit in Deutschland? Wie realistisch ist das Erreichen der mittel- und langfristigen Klimaziele angesichts wachsender Hindernisse und eines sichtbaren anti-ökologischen Backlashs? Welche sozialen Dynamiken wirken trotzdem in Richtung einer Klimawende?