DKK News

01.04.2026 | News

Themenübersicht

1. Aktuelle Themen aus dem DKK

1.1 Neue studentische Unterstützung im Team: Herzlich Willkommen

1.2 Mercator-Veranstaltung: Fachgespräch Klimawende Ausblick

1.3 Jahrestagung 2026

1.4 Mitgliederversammlung des DKK

1.5 DKK Brown Bag Lunch zu gesellschaftlichen Einstellungen zu Klimapolitik

2. DKK-Kolumne „Zur Sache“

3. Neues von den DKK-Mitgliedsinstitutionen

3.1 CDRterra Policy Brief: Warum Klimapolitik die Ziele zwischen Emissionsminderung und CO₂-Entnahme getrennt verfolgen sollte

3.2 PIK veröffentlicht neues Buch zu fünf Irrtümern der CO₂-Bepreisung

3.3 LOFAR veröffentlicht größte Radio-Himmelskarte aller Zeiten

4. (Literatur-) Empfehlungen und Veranstaltungen

4.1 Polar Experience – Ausstellung

4.2 6th Baltic Earth Conference 2026

4.3. 2026 Pan-GLASS Conference

5. Sonstiges

5.1 Klaus Töpfer Sustainability Fellowship 2027

1. Aktuelles aus dem DKK

1.1 Neue studentische Unterstützung im Team: Herzlich Willkommen

Wir bedanken uns für die tolle Arbeit von Lukas Weißenberger und Laura Zeh, die nun beide ihren Master abgeschlossen haben. An ihrer Stelle unterstützen uns seit Anfang des Jahres Paula Hahn und Eva Kaiser als studentische Mitarbeiterinnen. Paula Hahn studiert Ökologie und Umweltplanung im Master an der TU Berlin und interessiert sich schwerpunktmäßig für Klimapolitik. Während ihres Praxissemesters in Costa Rica kartierte sie nachts Reptilien und Amphibien. Eva Kaiser studiert ebenfalls im Master Global Studies and Economic History. Sie interessiert sich für Energie- und Industriepolitik, über die sie neben dem Studium hin und wieder auch journalistisch schreibt. Wir heißen Eva und Paula willkommen im DKK-Team!

 

1.2 Mercator-Veranstaltung: Fachgespräch Klimawende Ausblick

Klimaneutralität bis 2045 erscheint derzeit „wenig plausibel“, urteilte

die Studie „Klimawende Ausblick 2025“. Diesen Befund nahmen wir zum Anlass eines Fachgespräches zu Herausforderungen und Treibern der Klimawende, das wir gemeinsam mit dem Exzellenzcluster CLICCCS der Uni Hamburg und der Mercator Stiftung am 27. Januar veranstalteten. Prof. Dr. Stefan Aykut, leitender Autor des Reports, unterstrich in seiner auftaktgebenden Keynote u.a. die Bedeutung von Verteilungsfragen, deren unzureichende Adressierung die Klimawende bremsten. Anschließend bettete Prof. Dr. Angela Oels (DKK-Vorständin & ZfK Augsburg) die Bedeutung des Reports in die Arbeit des DKK ein, während Prof. Dr. Uwe Schneidewind (ehem. Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal) die Thesen des Reports an der kommunalpolitischen Realität spiegelte. In fünf daran anschließenden Workshops diskutierten wir mit den Teilnehmenden über mögliche zivilgesellschaftliche Allianzen, die Rolle von Wirtschaftsverbänden sowie Optionen für den kommunalen Klimaschutz, Klimaklagen und die Konsumwende. Den Abschluss des Fachgesprächs bildete eine politische Paneldebatte zum Zusammenspiel von gesetzgeberischen Weichenstellungen, zivilgesellschaftlichem Handeln und Wissenschaft mit Dr. Julia Verlinden (MdB, Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Thomas Gebhart (MdB, CDU), Baro Gabbert (Greenpeace) und Prof. Dr. Stefan Aykut. Wir freuten uns sehr, insgesamt über 100 Gäste bei der Veranstaltung begrüßen zu können.

1.3 Jahrestagung 2026

Am 18. März 2026 fand die Jahrestagung des Deutschen Klima-Konsortiums (DKK) in den Räumlichkeiten der DKK-Mitgliedsorganisation Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt am Main statt. Unter dem Titel „Ungleiche Auswirkungen des Klimawandels – Klimaanpassung sozial gerecht gestalten“ diskutierten über 100 Gäste aus Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Praxis zentrale Herausforderungen und Lösungsansätze für eine sozial gerechte Klimaanpassung.

Prof. Dr. Lucas Chancel (Sciences Po Paris) beschrieb in seiner Keynote eine dreifache Klima-Ungleichheitskrise: Sowohl die Verursachung des Klimawandels als auch die ökonomischen Folgen der Schäden und die finanziellen Kapazitäten zur Anpassung sind äußerst ungleich verteilt. Insbesondere jenen Bevölkerungsgruppen, die am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffen seien, fehlten häufig die finanziellen Kapazitäten zur Anpassung. Er hob in diesem Zusammenhang die Rolle der Besteuerung großer Vermögen hervor, um eine sozial gerechte Finanzierung von Klimaanpassung zu ermöglichen.

Dr. Roda Verheyen (Rechtsanwälte Günther Partnerschaft) legte in ihrer Keynote dar, dass der Schutz der stark verwundbaren Bevölkerungsgruppen und die dazugehörige Finanzierung völkerrechtlich verpflichtend sei. Das Themenfeld Klimaanpassung und soziale Gerechtigkeit sei in den Rechtswissenschaften und darüber hinaus noch weitestgehend unerforscht. Daher bestehe auch rechtliche Unklarheit – insbesondere im Hinblick auf die Frage, was ein vom Bundesverfassungsgericht beschriebenes „hinnehmbares Maß“ an Klimafolgen konkret bedeute.

Den Abschluss der Tagung bildete eine Paneldiskussion, bei der Prof. Dr. Petra Döll (Hydrologin der Goethe-Universität Frankfurt), Dr. Beatrice John (Co-Leiterin des Zentrums KlimaAnpassung) und Dr. Andre Baumann (baden-württembergischer Staatssekretär des Umweltministeriums) diskutierten, was es für eine gerechte und angemessene deutsche Klimaanpassungspolitik braucht. Mehr…

 

1.4 Mitgliederversammlung des DKK

Am 19.03.2026 hat das DKK seine jährliche Mitgliederversammlung in Frankfurt am Main abgehalten. Neben den vereinsüblichen Beschlüssen (Entlastung des Vorstands, Annahme der Jahresplanung usw.) haben die Mitglieder in einem inhaltlichen Tagesordnungspunkt über die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz für die Klimaforschung diskutiert. Unter der übergeordneten Fragestellung „Wie verändert KI die Klimaforschung?“ berichtete zunächst Prof. Dr. Markus Reichstein (DKK-Vorstand, MPI-BCG) über Chancen durch KI für die naturwissenschaftliche Klimaforschung, insbesondere für die Erdbeobachtung. Dies wurde ergänzt durch einen Impuls von Prof. Dr. Katharina Kleinen-von Königslöw (Universität Hamburg), die Chancen wie auch Risiken von KI in der sozialwissenschaftlichen Forschung, u.a. bei Datenanalyse und Auswertung, diskutierte. Das DKK plant, das Thema KI und Klimaforschung im Jahr 2027 in die Jahresplanung aufzunehmen.

 

1.5 DKK Brown Bag Lunch zu gesellschaftlichen Einstellungen zu Klimapolitik

Am 25. März setzte das DKK seine neue Gesprächsreihe „DKK Brown Bag Lunch“ fort – dieses Mal mit der Fragestellung: „Veränderungen der gesellschaftlichen Einstellungen zu Klimawandel und -politik: Wie groß sind Polarisierung und anti-ökologischer Backlash wirklich?“ Dazu sprachen drei renommierte Wissenschaftler:innen, die jeweils aktuelle und belastbare empirische Forschung durchgeführt haben: Prof. Katrin Auspurg (Ludwig-Maximilians-Universität München), Prof. Dennis Eversberg (Goethe-Universität Frankfurt) und Dr. Anna Fünfgeld (Universität Hamburg). Es moderierte DKK-Geschäftsführer Prof. Dr. Tilman Santarius. Auspurg sieht keine zunehmende Polarisierung, aber relativ stabile Lager entlang von Parteipräferenzen. Eine große Zustimmung unterschiedlicher Gruppen lasse sich bei Klimaanpassungsmaßnahmen erkennen. Eversberg beobachtet in der Gesellschaft die Entwicklung eines neuen „Verteidigungskonsenses“: Dieser bestehe zum einen zwischen einem defensiv-reaktiven Spektrum, das sich „gegen die da oben“ und damit auch gegen Klimapolitik richtet, und einem konservativ-steigerungsorientierten Spektrum, das Klimapolitik bisher abstrakt bejaht, aber den eigenen Lebensstil nicht ändern möchte.

Fünfgeld betonte, dass sowohl Klimawandel als auch Klimapolitik unterschiedliche Betroffenheiten und Verteilungswirkungen in der Gesellschaft hervorrufen. Einigkeit bestand darin, dass das Thema Energiesouveränität und Abkehr von fossilen Importen ein neues Möglichkeitsfenster für eine mehrheitsfähige Klimakommunikation eröffnen kann.

DKK Kolumne “Zur Sache”

Prof. Dr. Gregor Rehder vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung schreibt in seiner Kolumne „Zur Sache“ über die Herausforderungen, vor denen die weltweite Erfassung von Treibhausgasen Jahr für Jahr steht. Obwohl sie unerlässlich sei, um globale Veränderungen zu beobachten, seien ihre Grundlagen langfristig nicht abgesichert. Vielfach beruhe die Datenerhebung auf dem Engagement einzelner. Rehder verspricht sich Zuversicht von einem globalen CO₂-Beobachtungsnetzwerk im Ozean, für das erste Schritte bereits unternommen wurden.

Neues von den DKK-Mitgliedsinstitutionen

3.1 CDRterra Policy Brief: Warum Klimapolitik die Ziele zwischen Emissionsminderung und CO₂-Entnahme getrennt verfolgen sollte

Nur wenn die Reduktion von Treibhausgasen und deren Entnahme politisch getrennt voneinander verfolgt würden, ließe sich das Ziel erreichen, bis 2045 klimaneutral zu werden. Zu diesem Schluss kommen Forscher:innen aus CDRterra in einem kürzlich veröffentlichten Policy-Brief. Insbesondere gelte das für den Landnutzungssektor, in dem getrennte Bilanzen notwendig seien, um zum einen die hohen Emissionen, etwa aus trockengelegten Mooren, und zum anderen die abnehmende Speicherfähigkeit von Wäldern infolge des Klimawandels abzubilden.

Darüber hinaus plädieren die Forscher:innen für methodenspezifische Ziele und Anreize für unterschiedliche CO2-Entnahmeverfahren. Diese unterscheiden sich deutlich hinsichtlich Kosten, Speicherdauer und Umweltauswirkungen. Entsprechend sollten auch die politischen Instrumente differenziert ausgestaltet werden. Getrennte Preismechanismen, beispielsweise eine differenzierte Ausgestaltung im Emissionshandel, könnten laut Policy Brief gezielt wirtschaftliche Anreize setzen, sowohl zur weiteren Vermeidung von Treibhausgasemissionen als auch zum notwendigen Aufbau einer nachhaltigen CO₂-Entnahmeinfrastruktur.

3.2 PIK veröffentlicht neues Buch zu fünf Irrtümern der CO₂-Bepreisung

In einer neuen Veröffentlichung erklären Ottmar Edenhofer, Cecilia Kilimann und Christopher Leisinger vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), warum eine wirksame Klimapolitik eine CO₂-Bepreisung als Leitinstrument benötigt. Das Buch „CO₂ hat seinen Preis“ räumt mit fünf Irrtümern auf und zeigt, dass die Bepreisung fossile Produkte effizient aus dem Markt drängen könne, sofern sie durch flankierende staatliche Maßnahmen unterstützt werde. Die Autor:innen erklären, wie regionale Systeme und der EU-Klimazoll (CBAM) wirksam werden können und warum die Bepreisung langfristig für die CO2-Entnahmen wichtig bleibe. Entgegen der häufigen Annahme mangelnder politischer Umsetzbarkeit seien weltweit bereits 28 Prozent der Emissionen direkt bepreist, wobei dieser Anteil in der EU durch ein zweites Emissionshandelssystem bald auf 75 Prozent steigen werde. Auch die Sorge vor sozialer Ungerechtigkeit entkräften Edenhofer, Kilimann und Leisinger, denn durch gezielte Rückvergütungen wie eine Pro-Kopf-Pauschale, ein innovatives Gebäudeklimageld, Absenkung der Stromkosten oder einen Ausgleich für Härtefälle könnten ärmere Haushalte entlastet werden. Das Buch ist kostenlos als PDF und E-Book hier abrufbar.

3.3 LOFAR veröffentlicht größte Radio-Himmelskarte aller Zeiten

Mit der Veröffentlichung der bislang umfassendsten Radiokarte des Universums hat der europäische Teleskopverbund LOFAR einen wissenschaftlichen Meilenstein gesetzt, der insgesamt 13,7 Millionen kosmische Radioquellen sichtbar macht. Das Projekt basiert auf einem Netzwerk von 52 Stationen in acht europäischen Ländern und liefert ein präzises Bild aktiver Galaxien sowie hochenergetischer Prozesse, wie etwa Jets aus der Umgebung Schwarzer Löcher, die für optische Teleskope bisher verborgen blieben.

Dank der hohen Empfindlichkeit und Auflösung können nun seltene Phänomene wie verschmelzende Galaxienhaufen oder schwache Supernovaüberreste auch von Dritten im Detail untersucht werden. Während die aktuelle Karte bereits als Basis hunderter neuer Studien zur Entwicklung kosmischer Strukturen dient, wird das System bereits zum Nachfolgestandard LOFAR 2.0 ausgebaut, um die Beobachtungsgeschwindigkeit künftig zu verdoppeln und noch detailreichere Einblicke in den Radiohimmel zu ermöglichen. Einen Blick auf die Karte können Sie hier werfen.

(Literatur)-Empfehlungen und Veranstaltungen

4.1 Polar Experience – Ausstellung

Eichenstraße 4, 12435 Berlin

Die Multimedia-Ausstellung in der Arena Berlin präsentiert Erkenntnisse aus der Polarforschung entlang einer virtuellen Polarexpedition. Prof. Markus Rex und sein Team vom Alfred-Wegner-Institut führen die Besucher:innen mit ihrem Forschungsschiff „Polarschiff“ zur Arktis und Antarktis, wo sie Einblicke in ihre wissenschaftliche Forschung geben und erklären, wie der Lebensraum von Menschen und Tieren in Polarregionen besser geschützt werden kann. Die Ausstellung ist nur noch bis zum 06. April 2026 zu sehen.

4.2 6th Baltic Earth Conference 2026

Heringsdorf, Usedom

Die sechste Konferenz des Forschungsnetzwerks Baltic Earth deckt ein breites Themenspektrum von Naturgewalten über Zukunftsprognosen bis hin zu philosophischen Aspekten der Baltic Sea Earth System Forschung ab. Neben Keynotes internationaler Forscher:innen, unter anderem aus Schweden und Finnland, konnte die Konferenz auch Dr. Siren Rühs vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung (DKK-Mitglied) für eine Keynote gewinnen. Die Konferenz wird vom 13.-17. April stattfinden.

4.3. 2026 Pan-GLASS Conference

Stuttgart

Um gemeinsam das grundlegende Verständnis von Land-Atmosphäre-Prozessen weiterzuentwickeln, veranstalten die Universität Hohenheim und das Global Land-Atmosphere System Studies Panel (GLASS) erstmals eine internationale Konferenz. Insbesondere Nachwuchswissenschaftler:innen sind eingeladen, sich auf der Konferenz zu vernetzen, um langfristig Grundlagen für verbesserte Wettervorhersagen und Klimasimulationen zu entwickeln, insbesondere zur genaueren Vorhersage von extremen Ereignissen wie Dürren oder extremen Niederschlägen.

Die Konferenz wird vom 6. bis zum 9. Juli stattfinden.

Sonstiges

5.1 Klaus Töpfer Sustainability Fellowship 2027

Das RIFS schreibt dieses Jahr erneut ein Fellowship aus für Personen im In- und Ausland, die sich seit mehreren Jahren mit Fragen der Nachhaltigkeit beschäftigen und deren innovative Ideen das Potential haben, den Weg in eine nachhaltige Gesellschaft mitzugestalten. Bewerbungen sind nur noch bis zum 5. April möglich. Weitere Informationen finden Sie hier.