DKK-Newsletter im Juli 2026
07.07.2026 | Newsletter
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Wir verabschieden Selina Graichen und Eva Kaiser aus unserem Team. Für ihr großes Engagement und die wertvolle Zusammenarbeit bedanken wir uns herzlich und wünschen ihnen für ihren weiteren Weg alles Gute und viel Erfolg!
Gleichzeitig dürfen wir zwei neue Kolleginnen in unserem Team begrüßen. Wir freuen uns sehr über die Verstärkung von Isabel Mühlmann und Janina Fago. Isabel Mühlmann hat ihren Master in Sustainable Entrepreneurship and Social Innovation an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) abgeschlossen. Sie wird sich federführend um die Konzeption und Koordination des K3 Klima-Kommunikations-Kongress 2027 (siehe unten) kümmern. Janina Fago unterstützt unser Team seit Juli als Projektmanagerin, unter anderem in organisatorischen Belangen der Geschäftstelle sowie unserer Veranstaltungsformate. Sie absolvierte den Master Global Change Management ebenfalls an der HNEE. Wir heißen Isabel und Janina willkommen im DKK-Team!
Am 14. April lud das Deutsche Klima-Konsortium (DKK) zu einem Parlamentarischen Frühstück unter dem Titel „Die Zukunft der deutschen Klimapolitik: Das Klimaschutzprogramm und die neuen Emissionsdaten” ins Jakob-Kaiser-Haus ein. Moderiert von Prof. Dr. Doris Fuchs (DKK-Vorstandsmitglied, Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit – RIFS) diskutierten die Abgeordneten mit Expert:innen aus Wissenschaft und ministerieller Ebene die Frage: Reichen die Maßnahmen des im März 2026 von der Bundesregierung vorgelegten Klimaschutzprogramms aus, um die deutschen Klimaziele bis 2030 und darüber hinaus zu erreichen? Rund um das neue Klimaschutzprogramm lieferten Prof. Dr. Dirk Messner, Martin Weiß und Julia Bläsius fundierte Impulse – gefolgt von einer lebhaften und kontroversen Diskussion mit Abgeordneten aus dem Bundestag. Mehr Infos hier.
Am 7. März veranstaltete das DKK anlässlich der „Conference on Transitioning Away from Fossil Fuels“ in Santa Marta, Kolumbien, ein Debriefing der Ergebnisse der Konferenz. Dazu berichteten Referierende, die in Santa Marta vor Ort dabei gewesen waren: Dr. Lutz Morgenstern (Bundesumweltministerium) schilderte die positive Stimmung der deutschen Delegation und stellte die drei zentralen Arbeitsstränge der Konferenz vor: nationale Transformations-Roadmaps, makroökonomische Fragestellungen sowie die Zusammenarbeit von Produzenten- und Konsumentenländern fossiler Energien. Sissi Knispel de Acosta und Dr. Friedrich Bohn (Earth Resilience Institute) präsentierten die Arbeit des Ad-hoc-Science-Teams und zentrale Erkenntnisse des SMART (Santa Marta Action Repertoire) Reports. Dr. Lila Warszawski (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung) erläuterte abschließend die Entstehung des geplanten wissenschaftlichen Panels SPGET (Science Panel for the Global Energy Transition), das sie mit Prof. Dr. Johan Rockström bereits im Vorfeld vorbereitet hatte.
Der nächste K3 Klima-Kommunikations-Kongress findet im Juni 2027 in Heidelberg statt! Und erste inhaltliche Details stehen auch schon fest. Beim K3 2027 steht das Thema „Klimakommunikation und Demokratie in Zeiten von Populismus“ im Zentrum. Wir möchten das Thema mit Akteur:innen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Medien beleuchten. Und wir wollen vernetzen! Unter dem neuen Thema werden wir die Klima- und die Demokratie-Communities ins Gespräch bringen, damit diese voneinander lernen, neue Narrative entwickeln und überraschende Kooperationen anbahnen können.
In der aktuellsten Ausgabe des DKK-Editorials „Neue DWD-Referenz-Ensemble als verlässliche Datenbasis für die Klimaanpassung in Deutschland“ ordnet Dr. Andreas Paxian vom Deutschen Wetterdienst (DWD) die neu entwickelten DWD-Referenz-Ensembles ein – eine neue Generation regionaler Klimaprojektionen für Deutschland bis 2100. Nach Einschätzung von Paxian schaffen die neuen Referenz-Ensembles erstmals eine bundesweit einheitliche, qualitätsgeprüfte Datengrundlage, die Politik, Verwaltung und Gesellschaft bei der Klimaanpassung gezielt unterstützen kann.
In der Mai-Ausgabe des DKK-Editorials „Irrwege und Pfadabhängigkeiten – das Gebäudemodernisierungsgesetz” haben Dr. Franziska Mey und Dr. Tobias Haas vom Research Institute for Sustainability (RIFS) Potsdam den neuen Referentenentwurf zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) aus wissenschaftlicher Sicht eingeordnet. Nach Einschätzung von Haas und Mey wird die sogenannte „Bio-Treppe“ im GMG aller Voraussicht nach Pfadabhängigkeiten fortschreiben und dringend benötigte Weichenstellungen in Richtung Klimaneutralität zurückdrehen.
In der April-Ausgabe des DKK-Editorials hatten Tilman Santarius und Sebastian Klein (DKK) die „Wirksamkeit des Klimaschutzprogramms” der Bundesregierung evaluiert und dieses in den klima- und geopolitischen Kontext gesetzt. Da das Programm als Rahmen für künftige CO2-Einsparungen eher schwach sei, komme es in den nächsten Jahren stärker auf einzelne Gesetzesvorhaben an, so die Einschätzung.
„Kluge Kaufleute bauen vor“, schrieb Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese in dem DKK-Editorial von Anfang April. Angesichts steigender Gas- und Ölpreise liegt es zwar nahe, sich primär darauf zu konzentrieren, die Preise wieder zu senken. Dabei die Energiewende und den Ausbau innovativer Umwelttechnologien aus dem Blick zu verlieren, so Böhning-Gaese, wäre jedoch kurzsichtig – nicht nur aus umweltpolitischer, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht.
Die CO2-Image Mission ist eine brasilianisch-deutsche Kooperation zur satellitengestützten Erfassung von Treibhausgasen in der Erdatmosphäre. Sie wurde im Rahmen einer gemeinsamen Absichtserklärung zwischen Deutschland und Brasilien offiziell auf der Hannover Messe vorgestellt und wird vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem brasilianischen Institut für Weltraumforschung (INPE) umgesetzt. Ziel der Mission ist es, punktuelle Emissionsquellen von Kohlendioxid und Methan hochauflösend zu identifizieren und zu quantifizieren, um so gezielte Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen. Zum Einsatz kommt dabei das speziell entwickelte COSIS-Instrument des DLR, das auf einer flexiblen Satellitenplattform betrieben wird. Der geplante Start der Mission ist für Anfang der 2030er-Jahre vorgesehen.
Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist dem internationalen Konsortium der Biodiversity Heritage Library (BHL) beigetreten, einer weltweit genutzten Online-Bibliothek für Literatur zur biologischen Vielfalt. Dadurch werden historische wissenschaftliche Werke und Publikationen aus den Senckenberg-Bibliotheken digitalisiert und in die weltweit genutzte Open-Access-Infrastruktur für biodiversitätsbezogene Literatur integriert. Dies erleichtert Forschenden weltweit den Zugang zu wichtigen Quellen für die Artenbestimmung und Biodiversitätsforschung. Gleichzeitig erhöht die Digitalisierung die Sichtbarkeit der Sammlungen, stärkt die internationale Zusammenarbeit und trägt dazu bei, Biodiversitätswissen langfristig zu sichern und besser zu vernetzen.
Deutschland entwickelt sich zu einem Hotspot der Klimaextreme. Hitzewellen, Trockenheit und Starkniederschläge betreffen nicht nur Umwelt und Ökosysteme, sondern zunehmend auch Gesundheit, Infrastruktur und Wirtschaft. Der neue Atlas der Klimaextreme des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) im Helmholtz-Verbund REKLIM bündelt nun erstmals alle zentralen Klimaparameter faktenbasiert auf einen Blick für Deutschland und auf Bundesländerebene. Grundlage sind die langjährigen, frei zugänglichen Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes. Der Atlas kann beim Helmholtz-Forschungsverbund REKLIM kostenlos bestellt werden und ist zudem auch als interaktives PDF abrufbar. Karten und Grafiken stehen außerdem hier online unter zur Verfügung.
Flüsse weltweit werden zunehmend durch den Klimawandel und Veränderungen der Landnutzung beeinflusst. Eine aktuelle Studie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) untersucht mithilfe von Satellitendaten und maschinellem Lernen die Entwicklung von Treibhausgasübersättigung, Sauerstoffgehalt und weiteren Wasserqualitätsparametern in Flüssen zwischen 2002 und 2022. Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen globalen Anstieg der Treibhausgaskonzentration sowie eine zunehmende Sauerstoffabnahme in Flüssen. Als Hauptursachen werden in der Studie steigende Wassertemperaturen, veränderte Niederschlagsmuster, erhöhte Einträge von Kohlenstoff und Stickstoff sowie die Ausweitung von Siedlungs- und Landwirtschaftsflächen genannt. Gleichzeitig verlieren Flüsse Sauerstoff weltweit deutlich schneller als Seen und Ozeane.
Mit dem Klimawandel nehmen Hitzetage und Hitzeperioden in Deutschland zu. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kinder, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankung. Das Umweltbundesamt (UBA) hat seinen beliebten „Hitzeknigge“ daher nun auch in Leichter Sprache veröffentlicht und kostenlos zum Download bereitgestellt. Kurze Sätze, verständliche Wörter und eine klare Struktur helfen dabei, über Gesundheitsrisiken durch Hitze zu informieren.
Zur Förderung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und Naturschutzpolitik haben Forschende der Wageningen University & Research und das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung ein Warnsystem entwickelt, das mithilfe von Radardaten der Sentinel-1-Satelliten Waldveränderungen nahezu in Echtzeit überwachen kann. Das bereits für die Tropen etablierte Verfahren wurde durch Daten und Modellierungen so angepasst, dass eine zuverlässige Überwachung der europäischen Wälder möglich ist, die durch regionale und saisonale Veränderungen im Laubwerk gekennzeichnet sind.
Eine neue Studie des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) zeigt, dass salzhaltiger Permafrost in den arktischen Küstenregionen Alaskas eine wichtige, bisher oft unterschätzte Rolle spielt. Durch das Auftauen des Permafrosts werden organische Stoffe schneller zersetzt, insbesondere dort, wo Salz den Gefrierpunkt des Wassers senkt und dauerhaft ungefrorene Bodenschichten entstehen. Dadurch werden Landschaftsveränderungen wie Erosion und die Bildung von Thermokarstseen gefördert. Die Studie macht deutlich, dass salzhaltiger Permafrost die Auswirkungen des Klimawandels verstärken kann und künftig stärker berücksichtigt werden sollte.
Eine neue Studie des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie liefert überraschende Erkenntnisse über Böden in Trockengebieten. Der dort gespeicherte organische Kohlenstoff ist mit rund 2.000 Jahren deutlich älter als bisher angenommen. Allerdings kann auch dieser alte Kohlenstoff von Mikroorganismen abgebaut und als CO2 freigesetzt werden, sobald die Böden befeuchtet werden. Mit zunehmendem Klimawandel könnten trockenere Böden zwar Kohlenstoff länger speichern, gleichzeitig aber weniger neuen Kohlenstoff aus der Atmosphäre aufnehmen.
Neue YouTube-Reihe aus dem PIKIn einer neuen YouTube-Reihe gibt das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) einen Einblick in zentrale Forschungsthemen des Instituts. Den Auftakt bilden die PIK-Direktoren Johan Rockström und Ottmar Edenhofer. |
Podcast „P.M. Hereon Academy“Der Podcast „P.M. Hereon Academy“ ist ein Wissenschaftspodcast des Helmholtz-Zentrums Hereon in Zusammenarbeit mit dem P.M. Magazin. Monatlich sprechen die Hosts Svea Eckert und Torsten Fischer mit Forschenden über aktuelle wissenschaftliche Themen aus Bereichen wie Klima, Umwelt, Materialforschung und Technologie. Ziel des Podcasts ist es, komplexe Forschung verständlich und anschaulich aufzubereiten und einem breiten Publikum zugänglich zu machen. |
Handbuch „Citizen Science – Gemeinsam forschen“Gemeinsam forschen – aber wie? Das erste deutschsprachige Open-Access-Handbuch zu Citizen Science gibt praxisnahe Einblicke und wissenschaftliche Fundierung von 90+ Autor:innen, darunter Aletta Bonn vom Umweltforschungszentrum Leipzig (UFZ). |
Dritte Ausgabe „State of Carbon Dioxide Removal“Forschende aus unter anderem dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) beteiligten sich an der dritten Ausgabe des „State of Carbon Dioxide Removal“ Reports. Er zeigt, dass die nationalen Klimaversprechen zur CO2-Entnahme weit hinter den Pariser Klimazielen zurückbleiben. Die Lücke könnte bis 2050 auf über 5 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr anwachsen. |
Neue Studie: Klimaneutralität kann 20 Jahre früher kostengünstig erreicht werdenEine neue PNAS-Studie mit dem Titel „Rethinking energy transition strategies for the European Union amid rising energy prices“ (u.a. vom Max-Planck-Institut für Chemie) zeigt, dass es angesichts dauerhaft hoher Energiepreise wirtschaftlich sinnvoll wäre, Klimaneutralität in der EU bis zu 20 Jahre früher als geplant zu erreichen. Erneuerbare Energien schneiden langfristig klar besser ab als kurzfristige Überbrückungsmaßnahmen und können netto Vorteile von rund 3% des BIP bis 2050 bringen. |
Hamburg
Die internationale Fachkonferenz Km-Scale Global Modelling Summit 2026, die Expert:innen aus Klimamodellierung, Hochleistungsrechnen, KI und Anwendungsforschung zusammenbringt, um den Stand der nächsten Generation hochauflösender Klimamodelle zu bündeln und die Weichen für künftige Forschungsprogramme zu stellen. Die Veranstaltung findet vom 20.-24. Juli statt.
Prof. Dr. Jonathan Williams, Gruppenleiter in der Abteilung Atmosphärenchemie am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz, wurde am 6. Mai auf der Jahresversammlung der European Geosciences Union (EGU) mit der Vilhelm Bjerknes Medaille geehrt. Ausgezeichnet wird er für seine herausragenden wissen-schaftlichen Beiträge sowie seine innovativen Forschungsansätze in den Atmosphärenwissenschaften.
Prof. Dr. Hanqin Tian vom Boston College wurde am 24. Juni mit dem Humboldt-Forschungspreis der Alexander-von-Humboldt-Stiftung ausgezeichnet und verbringt seinen damit verbundenen Forschungs-aufenthalt am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena. Der international renommierte Erdsystemforscher wird sich dort auf die Zusammenführung neuer Beobachtungsdaten und Modellergebnisse für ein tieferes Verständnis des globalen Stickstoffkreislaufs konzentrieren.
Prof. Dr. Heike Rauer wurde mit der Caroline-Herschel-Medaille der Royal Astronomical Society und der Astronomischen Gesellschaft ausgezeichnet. Gewürdigt werden ihre herausragenden Beiträge zur Exoplanetenforschung sowie ihre führende Rolle in der ESA-Mission PLATO. Die Auszeichnung unterstreicht zudem ihr lang-jähriges Engagement in der astronomischen Gemeinschaft und die wissenschaftliche Zusammen-arbeit zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich.
Das Klima-Netzwerk PRIO1 zeichnet dieses Jahr kreative Ideen und engagierte Projekte aus, die den Klimaschutz voranbringen. Bis zum 31. Juli können noch Bewerbungen für den PRIO1 Klima-Preis eingereicht werden, mit dem Projekte von jungen Menschen zwischen 16 und 30 Jahren ausgezeichnet werden, die einen konkreten Beitrag im Umgang mit den Herausforderungen der Klimakrise leisten, eine gesell-schaftliche oder nachhaltige Wirkung erzielen, zur Nachahmung motivieren und (Self-) Empowerment stärken, Innovation und Kreativität fördern.