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April 2017

Liebe Leserinnen und Leser,

die Klimaforschung ist mittendrin in der Diskussion um den weltweit stattfindenden Science March. Am 22. März, dem jährlichen Tag der Erde, gehen auch in Deutschland Forschende sowie Unterstützerinnen und Unterstützer auf die Straße, um eher dafür zu werben als zu demonstrieren, dass wissenschaftliche Erkenntnisse nicht verhandelbar sind und dass exzellente und unabhängige Wissenschaft essentiell ist, wenn es um die Bewältigung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen geht. Gleichzeitig können und dürfen wissenschaftliche Ergebnisse das gesellschaftliche und politische Ringen um Lösungen nicht ersetzen. Populistische und pauschale Attacken auf „die Elite“, die taktische Verunglimpfung von Fakten und die Diskriminierung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern berauben die Bevölkerung des dringend benötigten gesellschaftlichen Diskurses um die besten Lösungen – sie sind im Kern anti-demokratisch.

Für uns als Wissenschaftsverband stellt sich die Frage, wie sich die Wissenschaft selbst besser öffnen kann, wie sie anschlussfähiger werden kann an werte- und meinungsbildende Prozesse in Politik und Gesellschaft. Diese Frage wurde auf der DKK-Jahrestagung intensiv diskutiert. Wir werden eine Auswertung im kommenden Newsletter veröffentlichen.

In der heutigen Ausgabe berichten wir über andere spannende Themen:

(1) Gemeinsame globale Klima-Erklärung zum Tag der Erde
(2) DKK-Kolumne: Prof. Andreas Macke über Wolken
(3) DKK-Veranstaltungen: Bericht vom Parlamentarischen Abend zu Ozeanen und Klima
(4) Aus Politik und Forschung: WMO und UBA analysieren 2016, Mitwirkung bei IPCC-Sonderberichten, BMBF-Wettbewerb „Green Talens“,
(5) Neues von DKK-Mitgliedern: Chemische Zusammensetzung der Atmosphäre,  neues Promet-Heft zu regionaler Klimamodellierung
(6) Wissenschaftskommunikation: Deutscher Klimapreis der Allianz Umweltstiftung, Open Ship auf Forschungsschiff Polarstern

Viele Grüße

Marie-Luise Beck
Geschäftsführerin

(1) Gemeinsame globale Klima-Erklärung

33 Verbände fordern zum Tag der Erde entschlossene Umsetzung des Klima-Abkommens

Das Deutsche Klima-Konsortium ist eine der Einrichtungen aus der ganzen Welt, die eine gemeinsame Klima-Erklärung veröffentlicht haben. Das Statement eines internationalen Zusammenschlusses von 33 meteorologischen Vereinigungen, Klimaforschungseinrichtungen und wissenschaftlichen Institutionen anlässlich des Tages der Erde am 22. April bestätigt, dass die globale Erderwärmung aufgrund menschgemachter Aktivitäten zweifellos und wissenschaftlich unbestritten fortschreitet – und mahnt an, dieser endlich entschlossen zu begegnen. Mehr...

(2) DKK-Kolumne „Zur Sache“

Wolken wärmen, Wolken kühlen

© DKK

Der Welttag der Meteorologie widmete sich in diesem Jahr den Wolken. Ein Grund dafür ist ihre bedeutende Rolle im Klimasystem – und dass wir diese immer noch nicht umfassend verstehen. Aus diesem Anlass gibt Prof. Andreas Macke vom Leibniz-Institut für Troposphärenforschung in unserer Kolumnen-Reihe Einblick in die Wissenschaft der Wolken. Mehr…

(3) DKK-Veranstaltungen

Empfindlichkeit der Ozeane lange unterschätzt

© British Embassy Berlin, S. D’Souza

In Bezug auf internationale Klimapolitik standen die Ozeane selten im Mittelpunkt, doch ihr Einfluss auf das globale Klima ist groß. In welchem Zustand sich unsere Ozeane befinden und was das für die Politik bedeutet, diskutierten Expertinnen und Experten am 21. März während eines Parlamentarischen Abends in der Britischen Botschaft. Zum Bericht… 

(4) Aus Politik und Forschung

4.1 WMO veröffentlicht Klima-Bericht 2016

© WMO

Am 23. März hat die World Meteorological Organization (WMO) ihren jährlichen Klimabericht für das vorangegangene Jahr veröffentlicht. Der bestätigte erneut, dass mit dem globalen Anstieg der Temperaturen vielfache weitere Änderungen im Klimasystem zu beobachten sind. "Wir sind jetzt auf wirklich unerforschtem Territorium", sagte der Leiter des Weltklimaforschungsprogramms David Carlson. Zusätzlich zum kompletten Bericht findet sich eine Zusammenfassung der Highlights in der Presseinformation und als interaktive Karte auf der WMO-Website.

 

4.2 UBA zieht für Deutschland Bilanz: Emissionen und Umweltbewusstsein

Auch das Umweltbundesamt hat das vergangene Jahr in einer Nahzeitprognose analysiert und kommt zu keinem erfreulichen ersten Ergebnis: Im Vergleich zum Vorjahr haben ein erhöhtes Güterverkehrsaufkommen, insbesondere auf der Straße, eine kühlere Witterung sowie der zusätzliche Schalttag im Jahr 2016 zu einem leichten Anstieg der Treibhausgas-Emissionen geführt. Demnach stiegen die Emissionen um fast vier Millionen Tonnen und damit um rund 0,4 Prozent auf 906 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente. Genauso hat das Umweltbundesamt in einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage untersucht, wie sich das Umweltbewusstsein in Deutschland 2016 entwickelt hat. Auf die offen gestellte Frage nach den aktuell wichtigsten Problemen nannten 21 Prozent Umwelt- und Klimaschutz – Platz drei hinter Zuwanderung (55 Prozent) und Frieden und Sicherheit (47 Prozent). Mehr Informationen zur Nahzeitprognose  und zur Bevölkerungsumfrage finden Sie auf der Website des UBA.

 

4.3 Mitwirkende für IPCC-Sonderberichte gesucht

Der IPCC sucht geeignete Fachleute für die Mitarbeit im Kernteam für die Erstellung von zwei Sonderberichten:

In Deutschland erfolgt die Nominierung über das BMUB mit Unterstützung der deutschen IPCC-Koordinierungsstelle. Die Auswahl der Kandidatinnen und Kandidaten trifft der Vorstand des IPCC. Interessierte können sich bis zum 30. April via E-Mail an die deutsche IPCC-Koordinierungsstelle wenden, um die Bewerbungsunterlagen zu erhalten. Mehr Informationen zum Verfahren finden sich auf der deutschen Website oder ausführlicher bei IPCC.

 

4.4 Exzellenter Nachwuchs im Bereich der Nachhaltigkeitsforschung gesucht

Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt sind bis zum 23. Mai aufgerufen, sich mit ihrer Forschung zum Thema Nachhaltigkeit beim Wettbewerb „Green Talents“ zu bewerben. Bereits zum neunten Mal vergibt das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Auszeichnung. In diesem Jahr steht der Wettbewerb unter dem Motto „Sustainable Production and Consumption“. Mehr…

(5) Neues von DKK-Mitgliedern

5.1 Die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre

Mithilfe des Simulationssystems EMAC wurde die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre von 1950 bis 2100 nachvollzogen beziehungsweise prognostiziert. Mehr als zwei Petabyte Klimadaten konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler insgesamt aus den Modellberechnungen gewinnen, die nun Klimaforschenden weltweit zur Verfügung stehen. Verwirklicht wurde das Projekt unter Federführung des DLR-Instituts für Physik der Atmosphäre in Oberpfaffenhofen. Die Daten werden zu künftigen Berichten des Weltklimarates sowie der World Meteorological Organization zur Entwicklung der Ozonschicht beitragen. Mehr…

 

5.2 Grundlagen der regionalen Klimamodellierung

Die neue Ausgabe des vom Deutsche Wetterdienst herausgegebenen Magazins „Promet – Meteorologische Fortbildung“ fasst die Grundlagen und Methoden der regionalen Klimamodellierung zusammen, beschreibt die aktuellen Herausforderungen und zeigt die neuesten Entwicklungen. Führende Klimawissenschaftlerinnen und -wissenschaftler beschreiben diesen Forschungsbereich in zwölf Beiträgen. Mehr… 

(6) Wissenschaftskommunikation

6.1 DKK-Geschäftsführerin Beck wählt Gewinner des Deutschen Klimapreises der Allianz Umweltstiftung mit aus

Die Gewinner des Deutschen Klimapreises der Allianz Umweltstiftung stehen fest. DKK-Geschäftsführerin Marie-Luise Beck hat als Mitglied der achtköpfigen Jury fünf Schul-Teams mit ausgewählt, die einen mit jeweils 10.000 Euro dotierten Hauptpreis erhalten. Unter den über 140 Einreichungen fanden sich Energiesparmaßnahmen an Schulgebäuden oder die Ausbildung von Energiebeauftragten ebenso wie die Entwicklung von Apps, Info-Kampagnen oder Ausstellungen über den Klimaschutz. Die Preisverleihung findet am 22. Mai im Allianz Forum am Pariser Platz in Berlin statt. Mehr…

 

6.2 Forschungsschiff Polarstern öffnet seine Luken

© AWI, F. Mehrtens

Der Forschungseisbrecher „Polarstern“ ist aus der Antarktis nach Bremerhaven zurückgekehrt. Und schon am Wochenende lädt das Alfred-Wegener-Institut anlässlich des Wissenschaftsjahres 2016*17 das erste Mal seit fünf Jahren Besucherinnen und Besucher jeden Alters ein, das Forschungsschiff auf dem Gelände der Lloyd-Werft in Bremerhaven bei einem Rundgang zu besichtigen. Informationen zum umfangreichen Programm am 22. und 23. April finden sich auf der AWI-Website. Der Eintritt ist frei. Mehr...

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Deutsches Klima-Konsortium e. V. (DKK)

im Wissenschaftsforum
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T: +49 30 76 77 18 69-0
F: +49 30 76 77 18 69-9
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Vorstand: Prof. Dr. Mojib Latif, Vorsitzender
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