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Wir bieten Ihnen hier Presseinformationen des DKK und Informationen der DKK-Mitglieder an.

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Tel.: Marie-Luise Beck +49 (0)30 76 77 18 69-0, marieluise.beck[at]klima-konsortium.de

 


 

Pre-Durban: Klimaforschung und Klimapolitiken

Mit vereinten Kräften

11.11.2011 Pressemitteilung zum Download (pdf)

Berlin, 11.11.2011. Rund 200 Vertreter ausländischer Botschaften, der deutschen Industrie, Medien und der Zivilgesellschaft ließen sich heute über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und politischen Strategien über die kommenden Klimaverhandlungen der Vereinten Nationen COP 17 in Durban, Südafrika, informieren. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Auswärtigen Amt, Bundesumweltministerium, Bundesforschungsministerium sowie dem Wissenschaftsverband Deutsches Klima-Konsortium organisiert. Mit renommierten deutschen Wissenschaftlern diskutierten die Teilnehmer neueste Erkenntnisse der Klimaforschung. Der deutsche Verhandlungsführer bei der Weltklimakonferenz erläuterte die auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende EU Position für Durban und Erwartungen an die Ergebnisse der Konferenz. Das Auswärtige Amt stellte die Ziele und Maßnahmen der flankierenden Klimaaußenpolitik vor.

Das 20. Jahrhundert ist einzigartig in der Erdgeschichte

"Die global gemittelte Oberflächentemperatur ist mindestens zehn Mal schneller angestiegen als während jeder anderen längeren Erwärmungsperiode – einschließlich des Endes der letzten Eiszeit", erläutert Jochem Marotzke, der Direktor des Max-Planck Instituts für Meteorologie. Nach neuesten Simulationen der Klimamodellierung könnte bei aggressiver Emissionsminderung die globale Erwärmung auf unter 2 °C begrenzt werden. Um mit diesem Szenario kompatibel zu sein, dürfen die globalen CO2-Emissionen ihr Maximum allerdings nicht später als 2020 erreichen und müssen bis zum Jahr 2100 auf weniger als 10% derjenigen des Jahres 2000 reduziert werden. Wolfgang Lucht vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung machte auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam. Er prognostiziert tiefgreifende Auswirkungen sowohl auf die Ökosysteme des Lands und der Meere als auch auf die Gesellschaften der Erde.

Die europäische Position für die Klimaverhandlungen in Durban

"Die Klimakonferenz in Durban muss zweierlei leisten", so der deutsche Verhandlungsführer Karsten Sach aus dem Bundesumweltministerium, "die weitere Umsetzung der Entscheidungen vom letzten Klimagipfel von Cancún, etwa die Einrichtung des globalen Klimafonds, sowie erste Antworten auf die noch ungelösten politischen Fragen, v.a. zur Zukunft des internationalen Klimaregimes." Das langfristige Ziel Deutschlands und der EU bleibt ein umfassendes rechtsverbindliches Klimaabkommen im Rahmen der Vereinten Nationen, das alle großen Emittenten bindet. Damit soll ein Pfad eingeschlagen werden, mit dem die 2-Grad-Obergrenze eingehalten werden kann. In Durban sollten konkrete Schritte in diese Richtung und unmittelbar wirksame Übergangsregelungen vereinbart werden.

Ziehen an einem Strang: die deutsche Klima-Außenpolitik

Flankiert wird der VN-Verhandlungsprozess durch die deutsche Klima-Außenpolitik. Hinrich Thölken, zuständig für Internationale Klima- und Umweltpolitik im Auswärtigen Amt, stellte die Ziele dar: Unterstützung des Verhandlungsprozesses, Werben für ehrgeizigere Klimaschutzpolitiken weltweit und das Aufgreifen grundsätzlicher außenpolitischer Herausforderungen im Bereich Klimawandel. "Klimawandel verändert Territorien, Wasser- und Energieversorgung und die landwirtschaftliche Produktion. Außenpolitik muss die Risiken und Chancen dieser Transformation thematisieren; sie sollte den Boden bereiten für ein geopolitisches Management dieses Wandels", so Thölken. In dieser Hinsicht war die Befassung des VN Sicherheitsrats am 20. Juli 2011 unter deutscher Präsidentschaft ein Meilenstein. Zum ersten Mal erkannte der Sicherheitsrat einstimmig den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Sicherheit an.


klimanavigator.de gestartet

Berlin, 25. Juli 2011. Das Deutsche Klima-Konsortium (DKK) ist einer der Gründungspartner von www.klimanavigator.de, einem Internetportal, das am 25. Juli 2011 online geschaltet wurde. Die Plattform bündelt Wissen zum Klimawandel und dient als Wegweiser durch die deutsche Forschungslandschaft rund um Klima, Klimafolgen und Anpassung an den Klimawandel.

Initiiert wurde das Projekt vom Climate Service Center (CSC) in Hamburg, einer Einrichtung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht. Der Klimanavigator ist ein gemeinsames Portal von über dreißig Institutionen der deutschen Forschungslandschaft. Sie haben sich zusammengetan, um ihre Forschungsergebnisse an Nutzer aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft zu vermitteln. Der Klimanavigator hilft, das Wissen über den Klimaschutz zu bündeln und sich an Veränderungen anzupassen. Gegenwärtig umfasst der Klimanavigator drei Bereiche: In Form von Einrichtungsporträts findet man Informationen über die Partner und ihre Arbeit. Die "Dossiers" tragen Hintergrundinformation zu wichtigen Fragestellungen zusammen und liefern so einen Überblick über den gegenwärtigen Forschungsstand. Im Bereich "Aktuelles" fließen aktuelle Pressemeldungen der beteiligten Partner ein. Die Mitwirkenden haben in einem Kooperationsvertrag ihre Zusammenarbeit am Klimanavigator vereinbart und gestalten das Portal aktiv mit.  

Deutsches Klima-Konsortium e.V. (DKK)

Das Deutsche Klima-Konsortium (DKK) repräsentiert die wesentlichen Teile der deutschen Klima- und Klimafolgenforschung. Unter dem Leitmotiv Forschung für Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt führt das DKK zwanzig renommierte außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Universitäten zusammen, die mit ihrer Forschung zu Klimawandel, Klimafolgen und Klimaschutz einen wichtigen Beitrag dafür leisten, klimatische Veränderungen zu erkennen und darauf zu reagieren.


Nicholas Stern für Bericht "The Economics of Climate Change" geehrt

18.01.2011 Pressemitteilung des DKK zum Download (pdf) 
Zusammenfassung des Stern-Reports (pdf)

Berlin, 18. Januar 2011. Als Ökonom betrachtet Nicholas Stern den Klimawandel wirtschaftswissenschaftlich und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur internationalen Klimapolitik. Für seine Leistungen wurde Stern am 15.1.2011 mit dem BBVA Foundation Frontiers of Knowledge Award in der Kategorie Klimawandel geehrt. Der Preis ist mit 400.000 Euro dotiert. Stern warnt nachdrücklich vor den Konsequenzen des weltweiten Klimawandels und legte 2006 den als "Stern-Report" bekannten Bericht "The Economics of Climate Change" vor, der zum ersten Mal die Kosten des Klimawandels bezifferte.

Die wichtigste Aussage des 700 Seiten umfassenden Stern Reports ist, dass der Klimawandel weit mehr Risiken und Kosten verursachen würde als die Maßnahmen zur Verhinderung der Treibhausgasemissionen. Stern macht in dem Bericht deutlich, dass der Klimawandel das bisher größte weltweite Marktversagen sei, da die Auswirkungen und die notwendigen Anpassungsmaßnahmen der klimatischen Veränderungen nicht in die Preise von Waren und Dienstleistungen eingerechnet seien. „Der Klimawandel bietet enorme ökonomische Chancen, aber er verlangt auch nach Investitionen“, sagte Stern anlässlich der Preisverleihung in Spanien. Weiter sagte er: “Die Kosten für die Verminderung der Emissionen sind höher als wir (2006) erwartet haben, weil die Folgen des Klimawandels bereits da sind.“ Als Antwort auf den Klimawandel machte Stern drei politische Ansätze deutlich: Das CO2-Abgabensystem müsse auf Steuern basieren und auf einem effizienten Markt für den Handel mit Emissionsrechten stattfinden, die Staaten müssten mit ihrer Politik die technologische Entwicklung vorantreiben und sie müssten dazu beitragen, dass ein gesellschaftlicher Wandel für Energieeinsparungen sorge.

Die Jury lobte die Leistungen Sterns und betonte, dass seine Erkenntnisse die internationale Diskussion um den Klimawandel fundamental verändert und für Bewegung gesorgt hätten. Stern habe mit seiner weitreichenden ökonomischen Analyse eine eindeutige und robuste Basis für weitere Entscheidungen gelegt. Die wichtigsten Erkenntnisse Sterns gingen im Jahr 2009 bereits in den Copenhagen Accord ein.

Nicholas Stern, geboren 1946, war von 1994 bis 1999 Chefökonom der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, von 2000 bis 2003 Chefökonom und Vizepräsident der Weltbank. Den Stern Report legte er 2006 als Berater der britischen Regierung vor. Heute leitet Lord Stern das Grantham Research Institute on Climate Change and Environment an der London School of Economics (LSE). 

Der internationalen Jury unter Vorsitz von Prof. Edward Rubin (Carnegie Mellon University, USA) gehören auch zwei deutsche Klimaforscher an: Prof. Bjorn Stevens, Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie (MPI-M, Hamburg), und Prof. Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).

BBVA-Foundation Frontiers of Knowledge Award

Die spanische BBVA-Stiftung unterstützt den Erkenntnisgewinn, die wissenschaftliche Forschung und die Kulturförderung sowie die Vermittlung der Ergebnisse an die Gesellschaft. Ihre Bemühungen fließen in Forschungsprojekte, Bildung und Weiterbildung, Stipendien und Wettbewerbe ein. Zu den bevorzugten Handlungsfeldern gehören die Grundlagenforschung, Biomedizin, Ökologie und Schutz der biologischen Vielfalt, Sozialwissenschaften sowie Literatur und musikalisches Schaffen. Der Frontiers of Knowledge Award folgt in seiner Dotierung dem Nobelpreis und wird jährlich in acht Kategorien mit jeweils 400.000 Euro vergeben. Er ist der einzige Preis, der die Kategorie Klimawandel berücksichtigt.

Deutsches Klima-Konsortium e.V. (DKK)

Das Deutsche Klima-Konsortium (DKK) repräsentiert die wesentlichen Teile der deutschen Klima- und Klimafolgenforschung. Unter dem Leitmotiv Forschung für Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt führt das DKK zwanzig renommierte außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Universitäten zusammen, die mit ihrer Forschung zu Klimawandel, Klimafolgen und Klimaschutz einen wichtigen Beitrag dafür leisten, klimatische Veränderungen zu erkennen und darauf zu reagieren.


Vor Cancún – Aktueller Stand der Klimaforschung:

24.11.2010 Pressemitteilung des DKK zum Download (pdf) 
Vorträge und Fotos zum Download

Berlin, 24.11.2010. Bei der Veranstaltung des Deutschen Klima-Konsortiums (DKK) am 22.11.2010 in Berlin wurden die wissenschaftlichen Grundlagen für die Klimaverhandlungen in Cancún dargelegt und diskutiert. Wissenschaftler renommierter deutscher Forschungseinrichtungen und Universitäten stellten den Erkenntnisgewinn in der Klimaforschung seit 2007 vor.

Das Abschmelzen der Gletscher und Eisschilde und der damit verbundene Anstieg des globalen Meeresspiegels haben sich in den vergangenen Jahren weiter beschleunigt, berichtete Prof. Peter Lemke, Alfred-Wegener-Institut (AWI). Für den weiteren Meeresspiegelanstieg im 21. Jahrhundert sei vor allem das weitere Verhalten der großen Eisschilde eine wesentliche Unsicherheitsquelle. In Deutschland sei in den letzten 50 Jahren eine klare Zunahme von heißen Sommertagen und Trockenperioden im Sommer beobachtet worden, stellte Dr. Paul Becker, Deutscher Wetterdienst (DWD), fest. Andere Extremereignisse wie Starkniederschläge und Stürme haben in ihrer Häufigkeit allerdings nicht zugenommen. In den nächsten 20 Jahren werde das Klimageschehen ganz erheblich von natürlichen Klimaschwankungen beeinflusst sein, konstatierte Prof. Mojib Latif, Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR). Diese natürlichen Schwankungen zeigten sich umso deutlicher, je kürzere Zeiträume und je kleinere geografische Bereiche betrachtet werden. Auch in einem generell immer wärmer werdenden Klima sei also mit vorübergehenden Perioden sinkender Temperaturen zu rechnen.

Prof. Jochem Marotzke, Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M), stellte deutlich heraus, dass einige Sachverhalte im Klimageschehen sehr klar und gut verstanden seien. An der Rolle des CO2 als Verursacher von globaler Erwärmung gebe es keinen Zweifel. Diese Rolle werde durch eine erhöhte Wasserdampfkonzentration in einer wärmeren Atmosphäre noch verstärkt. Unsicher sei, inwieweit eine veränderte Wolkenbedeckung zusätzlich zur Erwärmung beitragen würde.

Auf der Suche nach Möglichkeiten dafür, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, besonders CO2, rücke der Personen- und Gütertransport immer stärker in den Blickpunkt. Sein Anteil an den Treibhausgasemissionen in der EU sei von 1990 bis 2007 von 22% auf 32% angestiegen. Eine weitere Erhöhung dieses Anteils sei zu erwarten, kündigte Prof. Robert Sausen, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), an.

Möglichkeiten des „Climate Engineering“, globale technische Maßnahmen zur gezielten Beeinflussung des Klimas in eine gewünschte Richtung, erläuterte Prof. Gernot Klepper, Institut für Weltwirtschaft (IfW). Er betonte den großen Forschungsbedarf zum Climate Engineering, der neben den technologischen Aspekten auch mögliche Nebenwirkungen sowie ethische und juristische Aspekte berücksichtigen müsse. Einen Kurswechsel in der ökonomischen Forschung, durch den auch erfolgreiche Verhandlungen zum Klimaschutz möglich werden könnten, thematisierte Prof. Hermann Held, KlimaCampus Hamburg. Zu den Strategien für die Erreichung langfristiger Klimaziele seien auch Ansätze für die Erreichung kurzfristiger Klimaziele im Rahmen politischer Vorgaben gekommen. So werde bereits gefragt, welche Kosten die Einhaltung einer maximalen 2°C-Erwärmung verursachen würde. Angenommen werden Kosten in Höhe von 0,5 bis 2% der weltweiten Wirtschaftsleistung, wobei die Wissenschaft Kosten in Höhe von max. 1% der Wirtschaftsleistung für handhabbar hält.

Deutsches Klima-Konsortium e.V. (DKK)

Das Deutsche Klima-Konsortium (DKK) repräsentiert die wesentlichen Akteure der deutschen Klima- und Klimafolgenforschung. Unter dem Leitmotiv 'Forschung für Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt' führt das DKK renommierte Forschungseinrichtungen zusammen, die mit ihrer Arbeit dazu beitragen, klimatische Veränderungen zu erkennen und Handlungsmöglichkeiten der Vermeidung und Anpassung aufzuzeigen.